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Bad Schwartau 380-kV-Leitung: Die Sorgen bleiben weiter bestehen
Lokales Bad Schwartau 380-kV-Leitung: Die Sorgen bleiben weiter bestehen
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23:27 01.12.2016
Bärbel Meyer (43) zeigt auf den Plänen, dass ihre Weide bei Groß Parin von der geplanten Leitung direkt betroffen ist. FOTOS: S.PREY

Alles war angerichtet: Kleine Snacks, Kaffee, jede Menge Unterlagen und Broschüren, Tafeln mit Planungsskizzen zum möglichen Verlauf der Ostküstenleitung und eine Handvoll Mitarbeiter der Tennet, die für die Planung der umstrittenen Starkstromleitung verantwortlich zeichnet, waren vor Ort. Doch die Resonanz auf den Infomarkt in der Krummlandhalle war überschaubar. Rund 50 Besucher wurden am Nachmittag gezählt.

Tennet-Sprecher John Karl Herrmann: „Bei den anderen Infomärkten in der Region war schon etwas mehr los. Da ging es aber auch um Abschnitte, die im nächsten Jahr in die Planfeststellung gehen. Der Abschnitt, um den es hier geht, soll erst 2018 in die Planfeststellung, deshalb fehlt es auch noch am Feintuning bei den Planungen.“ Die meisten Besucher erkundigten sich zudem nicht bei der Tennet, sondern am Info-Stand des Bündnisses „Gemeinsam gegen 380-kV“, das von der Tennet auch die Erlaubnis bekam, sich in der Halle zu präsentieren. Herrmann: „Wir haben ein anständiges Verhältnis und pflegen einen guten Umgang.“

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Bärbel Meyer (43) zeigt auf den Plänen, dass ihre Weide bei Groß Parin von der geplanten Leitung direkt betroffen ist. FOTOS: S.PREY

Davon dürfte Bärbel Meyer nicht unbedingt überzeugt sein. „Wenn ich hier auf die Pläne gucke, sehe ich, dass die Freileitung genau über mein Stück Land geht. Gesprochen hat mit mir bislang aber niemand“, so die 43-Jährige, die somit um die Weide ihrer Pferde bei Groß Parin fürchtet. Bärbel Meyer hat sich längst dem Bündnis der Trassengegner „Gemeinsam gegen 380 kV“ angeschlossen. Dort engagieren sich auch Michaela Kientopf und Stefanie Kröger aus Groß Parin. „Wir sind zwar nicht direkt betroffen, wollen aber die Eigentümer der betroffenen Grundstücke in ihrem Kampf unterstützen“, so die beiden Damen unisono.

Dass die Resonanz beim Infomarkt nur mäßig war, dafür könnte laut Reimer Schley vom Vesuw (Verein zum Schutz von Umwelt- und Wohnqualität) auch ein Bericht in den LN verantwortlich sein. Darin wurde kürzlich erklärt, dass der Bau der 380-Kilovolt-Stromautobahn durch Ostholstein auf der Kippe steht. Grund: Im Zuge der Neuplanung des Landes könnte der Kreis große Windenergieflächen verlieren. Die Folge: Die geplante Starkstrom-Trasse wäre völlig überdimensioniert und unwirtschaftlich. „Das könnte viele Menschen schon ruhiggestellt haben“, sagt Schley, aber er warnt, „die Leitung ist noch lange nicht vom Tisch“.

Unabhängig davon hat Anwohner York Schün für den Leitungsverlauf in 300 Meter Entfernung zu seinem Haus kein Verständnis. „Die hier geplante Leitung hat noch nicht einmal etwas mit der Energiewende zu tun, sondern dient allein dem Anschluss an das Baltic Cable in Travemünde, das in 15 Jahren ohnehin vom Netz geht. Für 15 Jahre so einen Eingriff in die Natur zu übernehmen, ist kompletter Unsinn“, so Schün, der hofft, dass am Ende die Vernunft siegt.

Windkraft

Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hatte die vom Land in den Regionalplänen festgelegten Windenergie-Eignungsflächen wieder gekippt. In Kiel besserte man nach. Am 6. Dezember sollen die überarbeiteten Pläne jetzt vorgelegt werden. Nach dem jetzigen Planungsstand werden sich die Potenzialflächen für Windkraft im Norden von Ostholstein deutlich reduzieren.

Das könnte erhebliche Folgen für die weiteren Planungen der Starstromtrasse haben. „Alles hängt davon ab, wie viel Windkraft von wo kommt. Am Ende entscheiden nicht wir über den Leitungsausbau, sondern allein die Bundesnetzagentur“, so Tennet-Sprecher John Karl Herrmann.

 Sebastian Prey

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