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Bad Schwartau 40 Grad, eine Hängematte als Bett und ein Job als Lehrer
Lokales Bad Schwartau 40 Grad, eine Hängematte als Bett und ein Job als Lehrer
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19:12 02.09.2016
Inzwischen hat sich Patrick Bormann an das etwas andere Leben in Mexiko schon ein bisschen gewöhnt. Die Schlafgewohnheiten sind hier wegen der Hitze drastisch anders. Weil es im Bett zu heißt ist, wird in der Hängematte geschlafen. Quelle: Fotos: Bormann

Eine Reise nach Mexiko zeigt, dass dieses Land viel mehr zu bieten hat als es die üblichen Vorurteile vermuten lassen. Schon sehr früh hatte ich die Idee, nach dem Abitur einige Zeit im Ausland zu verbringen. Dazu hat mich Lateinamerika schon immer sehr interessiert – sowohl vor, als auch nach meinem viermonatigen Aufenthalt in Paraguay vor drei Jahren während meiner Schulzeit. Trotzdem hatte ich aber auch die Intention, etwas Sinnvolles zu tun nach dem Abitur, damit ich bei anderen etwas erreichen kann. Und ich zeigen kann, wo meine Stärken liegen und zugleich eine Gelegenheit habe, meinen eigenen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich mich für einen Freiwilligendienst über AFS (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste) entschieden habe. Dieser Freiwilligendienst ist eine Verbindung von sozialer Arbeit, Spracherwerb und dem Kennenlernen einer anderen Kultur. Auf diese Weise bin ich nun in Mexiko gelandet.

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Der 19 Jahre alte Patrick Bormann aus Stockelsdorf arbeitet nach seinem Abi ein Jahr lang freiwillig als Lehrer in Mexiko – Von seinen ersten Eindrücken erzählt er in den LN.

Ich war sehr gespannt und auch ein wenig aufgeregt, als ich das Flugzeug nach Mexiko betrat und zwölf Stunden später wieder verließ. Was würde mich vor Ort erwarten? Sofort kam die erste Überraschung: Dass ich nicht – wie vorher geplant – in der Stadt Chetumal im Süden der Halbinsel Yucatán leben und arbeiten sollte. Sondern die Verantwortlichen von AFS in Mexiko nun entschieden hatten, dass ich nach Mérida, der Regionshauptstadt von Yucatán kommen und dort für ein Jahr leben sollte. Trotz dieser kurzfristigen Änderung war ich froh, dass ich auf der im Süden gelegenen Halbinsel mit tropischem Klima und Meeresnähe geblieben bin, und dass ich hier die gleiche Tätigkeit wie geplant ausüben werde – nur eben an einer anderen Schule.

Meine ersten Eindrücke von Mérida sind unglaublich schön. Die Menschen hier sind sehr freundlich, offenherzig und kommen einem stets mit einer sehr herzlichen Höflichkeit entgegen. Die Familie steht an erster Stelle und es ist üblich, dass die Familien viel größer sind als bei uns. Außerdem trifft man sich hier als Familie viel öfter, als bei uns. Fast jeden Sonntag. Auch bei meiner Gastfamilie ist das so. In einem etwas kleineren Kreis essen wir jeden Tag gemeinsam. Dabei wird viel gelacht und man unterhält sich über die Ereignisse des Tages. Allgemein haben die Leute hier in Mérida sehr viel Humor und strahlen eine sehr angenehme Ruhe und Gelassenheit aus, die einen jegliche Hektik vergessen lassen. Hier wird alles etwas entspannter angegangen.

Dies hängt zum Teil auch mit der enormen Hitze zusammen, an die ich mich wirklich gewöhnen muss. Gerade jetzt in den Sommermonaten sind über 40 Grad am Tag keine Seltenheit. Deswegen laufen die Klimaanlagen und Deckenventilatoren auf Hochtouren. Nachts schläft man in Hängematten, die man sich ins Zimmer hängt, weil es im Bett viel zu warm wäre. Nach meiner Ankunft in der Gastfamilie hatte ich direkt am nächsten Tag meinen ersten Arbeitstag in der Grundschule der Stadt Mérida.

Ich wurde mit offenen Armen von meinen neuen Kollegen empfangen. Und die Schulleiterin erklärte mir, dass neben dem Englischen jetzt auch ein sehr großes Interesse an der deutschen Sprache bestehe und fragte mich, ob ich nicht bereit wäre, auch hier meinen Beitrag zu leisten. Mit Freude stimmte ich zu. Ich bin sehr gespannt, ob ich diese Vermischung der vielen Sprachen meistern werde, denn im Moment versuche ich, so gut es geht, mich mit meinen vorhandenen Spanischkenntnissen zu verständigen. Direkte persönliche Gespräche funktionieren schon gut. Womit ich noch Schwierigkeiten habe, ist, einer Konversation zu folgen, an der mehrere Personen beteiligt sind.

Doch ich bin überzeugt davon, dass auch die Kinder an der Schule mir dabei helfen werden, die Feinheiten der spanischen Sprache noch um ein Vielfaches zu verbessern. Im Moment bin ich allerdings noch sehr damit beschäftigt, zusammen mit meinen Kollegen den Unterricht vorzubereiten, denn Anfang September sind auch hier wie in Deutschland die Sommerferien vorbei und das neue Schuljahr beginnt. Auch für mich, aber eben nicht mehr als Schüler, sondern jetzt für ein Jahr als Lehrer in Mexiko.

Patrick Bormann

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