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Bad Schwartau Ab ins Wasser: Segler machen ihre Schiffe startklar
Lokales Bad Schwartau Ab ins Wasser: Segler machen ihre Schiffe startklar
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21:37 11.04.2016
Die „Milan“ von Gerd Haarich (links) gleitet mit dem Schienen-Slipwagen, der an einer Winde gesichert ist, langsam ins Wasser. Quelle: Fotos: S. Prey
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Bad Schwartau
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Eisenbahnersportverein hat vorgelegt — Schwartauer Seglerverein folgt am Wochenende.

Nicht nur Eisenbahner

1960 wurde der ESVHL als Sportverein der Eisenbahner in Lübeck gegründet. Als ein Ableger entstand die Wassersportsparte. Die Mitglieder teilen sich 50:50 in Eisenbahnfreude und Eisenbahner. Zur Jugendabteilung gehören sechs Optis und eine Jolle. Mehr über den Verein an der Teerhofsinsel gibt es im Internet www. esvhl.de

Der benachbarte Eisenbahnersportverein Hansa Lübeck e.V. hat schon vorgelegt. Mit Muskelkraft und ausgefeilter Schienen- und Windentechnik hat die Mannschaft um Slipmeister Thomas Grolla (60) um die 30 Schiffe ins Wasser gebracht.

„Das läuft hier wie am Schnürchen“, sagt der Bad Schwartauer Peter Herrwaldt (71). Doch was sich so lapidar anhört, hat es in sich. Die tonnenschweren Schiffe der Freizeitkapitäne werden nämlich nach einem ausgeklügelten System aus dem Winterlager geholt. „Hier wird jede Hand benötigt. Alleine geht hier nichts“, so Slipmeister Grolla. Wie es sich für Eisenbahner gehört, werden die Schiffe auf Schienen in Position gebracht. „Das System ist einfach, aber es ist auch Muskelkraft gefragt“, sagt Peter Nötzel und drückt mit Jan Blomnendahl mit Hilfe eines Stemmeisens den Slipwagen etwas hoch, damit die Räder gedreht werden können. „Mit einem Kran können ja alle arbeiten. Wir sind schon etwas anders“, sagt Hellwardt mit einem Augenzwinkern. Dass der ESVHL über keinen Kran verfügt, hat aber einen ganz einfachen Grund. „Unser Gelände ist zu klein und auch der Untergrund ist dafür nicht geeignet“, begründet der Abteilungsleiter die aufwendigen Arbeitsschritte.

Aus jeweils acht Mann bestehen zwei Slipkolonnen, die nacheinander im 20-Minuten-Takt die Schiffe zu Wasser bringen. „Wichtig ist, dass hier alles in Ruhe und ohne Hektik gemacht wird“, sagt Frank Michelsen. Der 56-Jährige ist der Windenbediener und sorgt dafür, dass die Schiffe auf dem Slipwagen in Position gebracht werden. Beim Umsetzen der Räder ist nicht nur Muskelkraft gefragt. Um die Kolosse anzuheben, wird mit Luftkissen gearbeitet. Der Mann am Kompressor ist mit Spass dabei. „Ich habe schon immer gerne Druck gemacht. Ich bin pensionierte Lehrer“, witzelt Peter Hartmann (66).

Ganz langsam rollt die „Milan“ in Richtung Wasser. Sven Meinecke (52) löst kurz vor dem Eintauchen die Rungen am Slipwagen. Auf dem Steg warten schon vier Vereinsmitglieder, um das rund 3,5-Tonnen-Schiff sogleich mit Hilfe von Bootshaken zu sichern. Eigner Gerd Haarich geht an Bord. „Leinen los!“, ruft Slipmeister Grolla über den Platz. Die nächste Ansage:“ Wagen raus!“ folgt sogleich.

Doch nicht nur am Wasser wird kräftig in die Hände gespuckt. Auf dem gesamten ESVHL wird gewuselt und geschafft. Urgestein Gerhard Reuper (83) sitzt im Schuppen an der Nähmaschine und fertigt eine neue Plane für die Tonnen. Siegfried Borchardt ist mit dem Rasenmäher unterwegs. Benno Studt fegt die Schienen, damit keine Steine den Weg blockieren. „Hier ist sich keiner zu schade“, sagt Herrwaldt. Und so greift auch Jugendgruppenleiter Lutz Bormann (50) zum Lappen, um die kleinen Optis vom Staub zu befreien. „Die restliche Pflege müssen dann aber schon die Jugendlichen übernehmen.“

Von Sebastian Prey

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