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Bad Schwartau Abschied vom Open Hus und der Gastro-Szene
Lokales Bad Schwartau Abschied vom Open Hus und der Gastro-Szene
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20:23 09.01.2016
Das Open Hus hat zu. Hier werden bald Flüchtlinge einziehen.

41 Jahre lang hat sich Andreas Böck um seine Gäste gekümmert. Bier gezapft, Essen serviert und einen Schnack gehalten. Nach dem Abschied von der Kneipe Sausack in der Lübecker Straße vor knapp drei Jahren macht der 71-Jährige nun auch Schluss mit dem Gesellschafthaus Open Hus in Langenfelde.

Unzählige Menschen haben bei Böck und seiner Ehefrau Verico Böck (54) ausgelassene und gemütliche Stunden verbracht. Hochzeiten, Firmenfeiern, Geburtstage und vieles mehr wurden in dem Flachdachbau mit Innenhof in den vergangenen 15 Jahren gefeiert. „Das hat unglaublich viel Spaß gemacht. Gerne hätten wir auch weiter gemacht“, sagt Böck mit Tränen in den Augen. Die letzten Gäste haben die Eheleute Böck an Weihnachten verabschiedet. Seitdem wird auf- und leergeräumt. Der Zapfhahn ist abgeklemmt und in dem großen Veranstaltungsraum stapeln sich die Kisten und Gläser. „Das muss alles raus und weg“, erklärt Böck, der ein Urgestein in der hiesigen Gastronomie-Szene ist und heute von 11 bis 17 Uhr zum „Ausverkauf“ ins Open Hus (Knickrehm 2) einlädt.

Andreas Böck, der eigentlich gelernter Kaufmann ist, hat 1974 mit der Weinkiste seine erste Kneipe in Bad Schwartau eröffnet. Später folgten das erste Open Hus in der Lübecker Straße, dann das Böck Hus in den Räumen des heutigen Restaurants Pfeffer & Salz, das zweite Open Hus (heute Optiker Lohmann), der Mallbüddel neben dem Palast-Kino, eine Kneipe im bayerischen Altmühltal, der Lallbüddel in Reinfeld und ab 1997 der Sausack sowie ab 2001 das dritte Open Hus in Langenfelde.

Für Verico und Andreas Böck ist die Schließung des Open Hus nicht einfach nur ein Abschied: Es ist das Ende ihrer Gastro-Tätigkeit. Und das macht den Eheleuten merklich zu schaffen. „Wir können uns nur bei allen Gästen für die tolle Zeit bedanken“, sagt Böck. Er weiß auch, dass er immer viel Glück gehabt hat. „Bei uns gab es nie Schlägereien und grobe Pöbeleien. Auch Frauen konnten bei uns alleine aufschlagen, ohne schief angeguckt oder belästigt zu werden“, berichtet Böck nicht ohne Stolz. Dass das Ende jetzt recht abrupt komme, sei nicht geplant gewesen. „Wir haben ja sogar noch Vorbestellungen für 2016 und 2017, die wir nun absagen mussten“, erzählt der Vollblut-Gastronom. Dabei betont der 71-Jährige das „Mussten“ ganz besonders. „Die Gesundheit macht uns einen Strich durch unsere Pläne“, erklärt Böck, der den hinteren Bereich des Open Hus im Knickrehm privat bewohnt. Doch auch die Wohnung wird nun aufgegeben. Die Stadt Bad Schwartau hat die gesamte Immobilie von Böck gekauft, um dort künftig Flüchtlinge unterzubringen. Die Eheleute Böck werden jetzt eine neue Wohnung beziehen. „Wir bleiben natürlich in Bad Schwartau. Das ist doch unsere Stadt.“

„Wir hätten gerne weiter gemacht, aber die Gesundheit spielt nicht mit.“
Andreas Böck (71)

Sebastian Prey

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