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Bad Schwartau Abwasserpreis steigt drastisch
Lokales Bad Schwartau Abwasserpreis steigt drastisch
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20:48 31.10.2013
„Die Erhöhung ist schon heftig, aber es führt wohl auch kein Weg daran vorbei.“ Hans Tylinski (SPD)
Bad Schwartau

Diese Nachricht dürfte keinem Bad Schwartauer schmecken. Die Städtischen Betriebe müssen ihre Gebühren für Abwasser kräftig erhöhen. Grund: Die bisherigen Tarife basierten auf alten Kostenrechnungen der Entsorgungsbetriebe Lübeck. „Wir haben immer versucht, neue Kostenschätzungen zu bekommen, aber dazu waren die Lübecker aus personellen Gründen nicht in der Lage, so dass wir immer nur auf fünf Jahre alte Berechnungen zurückgreifen konnten“, so Sachbearbeiter Rüdiger Hett. Die Folge: Es droht ein Loch von 300 000 Euro pro Jahr, wenn der Abwasserpreis nicht erhöht wird.

Die Gebühr pro Kubikmeter steigt um 45 Cent von 1,17 Euro auf 1,62 Euro. „Die Erhöhung ist schon heftig, aber es führt wohl auch kein Weg daran vorbei. Dass wir dennoch weiterhin mit die niedrigsten Gebühren im Umland haben, ist nur ein schwacher Trost“, erklärte jetzt Hans Tylinski (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Energie und Versorgung. Die Kosten für einen dreiköpfigen Haushalt werden im Jahr um die 60 Euro steigen.

Im Vergleich steht die Solbadstadt aber noch sehr gut da. So liegt die Gebühr in Stockelsdorf bereits bei 1,80 Euro, in Reinfeld bei satten 3,59 Euro und im Landesdurchschnitt bei 2,46 Euro. Jürgen Habenicht (CDU) sprach von einer „bitteren Nachricht“ für die Bürger. „Die Heiz- und Energiepreise steigen ohnehin — jetzt auch noch das“, sagte Habenicht, der wie alle anderen Mitglieder des Ausschusses der Stadtvertretung eine Empfehlung für eine Gebührenerhöhung abgab.

Der geplanten Wasserpreiserhöhung erteilte der Ausschuss aber eine klare Absage. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den Wasserpreis um elf Cent pro Kubikmeter von 1,29 Euro auf 1,40 Euro zu erhöhen, um die Umsatzerlöse zu steigern. Frank Schumacher (wählbarer Bürger): „Ich sehe jetzt nicht die unbedingte Notwendigkeit, auch hier den Bürger stärker zu belasten.“ Zumal auch Heinz-Günter Schäfer, Leiter der Städtischen Betriebe, einräumen musste, dass es ohne eine Gebührenerhöhung geht. „Die Konsequenz wäre, dass wir wohl einige bauliche Maßnahmen verschieben müssten“, so Heinz-Günter Schäfer.

Sebastian Prey

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