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Bad Schwartau Ärger über Vandalismus an der Dirtbahn
Lokales Bad Schwartau Ärger über Vandalismus an der Dirtbahn
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21:45 31.05.2018
Die Dirtbahn in Bad Schwartau wurde beschädigt, nun soll sie kurzfristig instand gesetzt werden. Quelle: Fotos: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Es ist ein Klischee, aber deshalb nicht falsch: Manchmal liegen Leid und Freud’ eng beieinander. Diese Erfahrung haben nun auch die Mitglieder und Freunde des erst im Februar gegründeten Vereins Radsport Bad Schwartau gemacht: Genau eine Woche ist es her, da machten sie an der Dirtbahn, deren Pflege und Nutzung ihr Ziel ist, eine überaus ärgerliche Entdeckung: Jemand hatte einige Absprünge in der Bahn zerstört. „Der Täter wurde gesehen, es handelt sich um einen erwachsenen Mann, der mit einem Klappspaten gezielt vier Absprünge massiv beschädigt hat“, erklärt Falco Mille, Vorsitzender des Vereins. Seine Mitstreiterin Kristina Mücke, deren Sohn Conrad die Bahn regelmäßig nutzt, macht ihrem Ärger auch bei Facebook Luft: „Es ist traurig, dass unsere Arbeit nicht wertgeschätzt wird, sondern mutwillig zerstört wird.“

Mit der Dirtbahn am Bürgerpark hat die Stadt Bad Schwartau ein tolles Angebot gemacht. Auch Biker aus den Nachbargemeinden und aus Lübeck kommen gerne, um das Gelände zu testen. Doch die Freude über das Areal wird immer wieder durch Vandalismus getrübt.

Diesen Post liest Michael Möller, Mitglied des hiesigen Kiwanis Clubs. Und so beginnt das, was Bürgermeister Uwe Brinkmann eine knappe Woche später als durchweg positiven Beweis ansieht, „dass soziale Medien auch sozial sein können“. Denn Michael Möller setzte sich mit seinem Freund, dem Tiefbauunternehmer Marc Scheel, in Verbindung. Dieser wiederum kontaktierte die Stadt, Eigentümerin des Geländes, und versprach rasche Hilfe.

Nur wenige Tage später treffen sich also Falco Mille und Kristina Mücke, Mitglieder der Verwaltung und des Kiwanis Clubs mit Marc Scheel und seinem Mitarbeiter auf der Dirtbahn, um die Schäden zu begutachten. „Das kriegen wir hin“, kann Marc Scheel schnell verkünden. Innerhalb von zehn Tagen sei die Bahn wieder befahrbar.

Falco Mille, Kristina und Conrad Mücke sind begeistert von soviel Unterstützung. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass wir jetzt schon Nägel mit Köpfen machen“, freut sich Falco Mille. Die Mitarbeiter des Bauunternehmens werden sich mit den jungen Fahrern, die die Dirtbahn nutzen, zusammensetzen, um die grobe Gestaltung zu besprechen und umzusetzen. Dabei werden einige Schichten Lehm ab- und neu aufgetragen, damit die Stabilität gewährleistet ist. Den Feinschliff mit Spaten und Wasserwaage werden dann die Fahrer übernehmen; sie wissen am besten, welchen Radius ein Absprung braucht. Bis zum großen Stadtfest Ende Juni soll alles perfekt sein, dann will sich der Verein erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentieren.

Denn der Verein will wachsen, besteht bislang nur aus den acht Gründungsmitgliedern. Das ist einer der Wünsche. Der andere: mehr Unterstützung seitens der Stadt. „Wir haben immer wieder mit Vandalismus zu kämpfen: kaputte Glasflaschen in der Bahn, beschädigter Container“, berichtet Kristina Mücke, „vielleicht würde es helfen, das Areal als Sportfläche auszuweisen.“ Die Jugendlichen, die auf der Dirtbahn fahren und diese pflegten, seien nämlich nicht diejenigen, die dort regelmäßig ihre Abende verbringen, Alkohol konsumieren und randalieren.

 Von Ilka Mertz

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