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Bad Schwartau Affenparcours gegen den Schweinehund
Lokales Bad Schwartau Affenparcours gegen den Schweinehund
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10:04 19.05.2017
Lotta (7) aus der Grundschule Cleverbrück hat sich wacker geschlagen und den schweren „Affenparcours“ toll gemeistert. Quelle: Fotos: Irene Burow
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Bad Schwartau

Wer sich traut, darf seinem Schweinehund selbstbewusst auf die Schulter klopfen. Die Schweißperlen laufen schon allein beim Hinsehen – nicht nur wegen der Hitze. Heute Abend, 19. Mai, beginnt das bundesweit einzigartige Bad Schwartauer Wald- und Kletterfest. Bis zu 300 Besucher werden erwartet.

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Heute Abend startet Kletterfest im Mönchkamp – Besucher können ihren Mut beweisen.

Ein elf Meter hoher Baumstamm steht im Klettergarten im Bad Schwartauer Wald Mönchkamp. Die Äste: Steigbügel. Die Krone darf man selbst gestalten. Der Stamm, schmaler als ein Maibaum, ist oben abgesägt und hat eine Miniplattform, so groß wie die Fläche zweier Füße. Denn am Ende der Kletterpartie darf man sich hinstellen. „Das ist auch nach all den Jahren immer noch der beste Beweis für den eigenen Mut“, sagt Ralf Herrmann, erfahrener Hochseilgartentrainer und Leiter des Jugendzentrums Alte Zwoelf.

Der Schweinehund wird herausgefordert: Hat er genug Kraft? Genug Mut? Ist er schwindelfrei? Wie sieht es mit dem Gleichgewicht aus? Denn am Ende ist Konzentration gefragt – der Turm ist alles andere als steif. Er wackelt wie ein Balancierbrett unter den Füßen. Doch wenn man einmal steht: „Jetzt bitte einmal den Rundumblick genießen“, ruft der Klettertrainer lachend von unten. Er hat ja schließlich die Sicherung in der Hand, es kann nichts passieren. „Das Besondere bei der Station ist, dass man wirklich so gar nichts um sich herum hat“, sagt Ralf Herrmann. Und als wäre das nicht schon Herausforderung genug, darf man anschließend noch ins Nichts springen, gesichert natürlich. Aber: Es ist der einfachste Weg nach unten.

Wer diese Station gepackt hat, der dürfte genug Mut für die anderen 13 haben. Sie sind vor einer Woche im Rahmen einer Kletterfortbildung aufgebaut worden, die Ralf Herrmann geleitet hat.

Anschließend haben 20 Schulklassen aus Bad Schwartau, Stockelsdorf, Lübeck, Eutin, Schönwalde und Mölln den Parcours getestet.

Insgesamt sind 24 Bäume in Beschlag genommen. Die Aktionen finden in vier bis 22 Metern Höhe statt und tragen in der Kletterszene gängige Titel. Beim „Affenparcours“ schwingt man sich von Autoreifen zu Autoreifen, die lose herabhängen. Man kann in luftiger Höhe über einen schmalen Baumstamm gehen – den „Catwalk“, oder auf der Riesenschaukel „Giant Swing“ 20 Meter hin und her schaukeln. Die „Himmelsleiter“ kann man kaum allein bewältigen: Von Baumstamm zu Baumstamm geht es auf einer überdimensionalen Leiter nach oben – zu schaffen nur per Räuberleiter. Wipfelstürmer balancieren außerdem auf einer meterhohen Slackline oder über die „Burma-Brücke“ – zwei Seile, die von Baum zu Baum parallel zueinander verlaufen. Für die Seilbahn durch den Wald muss man zunächst 15 Meter nach oben steigen. Am meisten Kraft ist bei der 22 Meter hohen Strickleiter gefragt. Die meisten trauen sich, aber die wenigsten schaffen es bis ganz oben. Viele Schüler sind unerschrocken. Wer sich gar nicht traut, der klettert ein paar Stufen auf der Leiter hoch, um überhaupt ein Gefühl für die Sicherung zu bekommen.

Erwachsene dürfen heute Abend ab 18 Uhr klettern. Bis zum Einbruch der Dunkelheit kann jeder den Schweinehund herausfordern. Morgen und am Sonntag findet von 13 bis 17 Uhr ein Familienfest statt. Der Hochseilgarten ist vom Waldparkplatz Geibelstraße und vom Kurpark ausgeschildert. Jede Kletterstation ist einzeln gesichert. Das heißt, die Kletterer werden am Boden von einem Mitarbeiter eingegurtet und dann gesichert betreut. Dadurch ist der Hochseilgarten für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Unterstützt wird das Wald- und Kletterfest von den Landesforsten. 35 Helfer gab und gibt es im Zuge der Klettertage. Der Eintritt kostet für Kinder 1,50 Euro pro Station, sechs Euro für fünf Stationen; für Erwachsene 2,50 Euro pro Station, zehn Euro für fünf Stationen.

Aktivreise: Jugendzentrum hat noch Plätze frei

Für die Aktivreise des Jugendzentrums Alte Zwoelf zur Tarnschlucht in Südfrankreich sind noch Plätze frei. Sie findet vom 22. Juli bis 5. August statt. Teilnehmer ab zwölf Jahren übernachten im Zelt mit Vollpension. Die Reise kostet 479 Euro. Das Camp liegt direkt am Fluss Tarn. Outdooraktivitäten, wie Klettern an Felsen und in Höhlen, Kanutouren, GPS-Wanderungen und Touren mit Übernachtungen unter freiem Himmel sind geplant. Im Camp spielen die Teilnehmer Fußball, Tischtennis und Badminton, versuchen sich an der Slackline oder gehen baden. Die Gegend bietet zudem fast unberührte Natur. Seit 13 Jahren bietet das Jugendzentrum die Reise in Kooperation mit dem Awo-Jugendzentrum in Dortmund Derne an. Anmeldung unter Telefon: 0451/281633.

 Irene Burow

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