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Bad Schwartau Alle lieben Herbie
Lokales Bad Schwartau Alle lieben Herbie
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21:03 17.08.2017
Marcel Kindt mit Tochter Leonie aus Bad Schwartau: Er hat einst bei VW gelernt und kennt das Auto in- und auswendig. Quelle: Fotos: Irene Burow
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Bad Schwartau

Das Kultauto – mit bekanntlich eigenem Charakter. „Das kann man wirklich so sagen“, meint Ernst Loewen (64) aus Ravensburg lachend, der gerade in Bad Schwartau zur Reha ist. Und nicht nur er erinnert sich an nasse Füße bei Regen, weil der Unterboden durchgerostet war. „Es ist schon interessant, das Filmauto hier zu sehen.“ Er und seine Frau Elfriede (59) fuhren einen roten Käfer, statt der 53 prangte jedoch ein Kamelkopf auf der Motorhaube.

Ein Käfer auf großer Fahrt durchs LN-Land: Bad Schwartauer erinnern sich.

Für Reiner Lebede (63) aus Heilshoop ist an diesem Tag eine Ausfahrt mit seinem Oldie, Baujahr 1969, Pflicht. Er stellt ihn einfach neben Herbie. „Die Eltern besuchen“ nennt er das. „Das Schöne ist, dass fast jeder eigene Erfahrungen mit dem Auto gemacht hat, als Eigentümer, Mitfahrer oder als Kind bei Papa mit im Auto“, sagt Lebede.

„Man war froh und stolz, damals überhaupt ein Auto gehabt zu haben“, sagt der Einheimische Peter Fierol (70). Frisch verliebt hat er einst mit seiner Frau Christa (64) stille Ecken bei Ahrensbök gesucht. Sie haben schwarz-weiß-Aufnahmen von 1967 dabei. Genau wie Fritz Koch (79) aus Zarpen. Eine historische Aufnahme zeigt ihn in jungen Jahren in Uniform auf der Fähre nach Fehmarn – mit Käfer.

Die Brücke über den Sund gab es damals noch nicht. Gekostet hatte ihn das Fahrzeug 1000 Mark, diente auch als Transportmittel für Soldaten von Lübeck nach Putlos zur Kaserne. Gestern ist er mit einem seiner Oldies in Bad Schwartau. Er nennt es „Spielzeugauto“: Es ist aus so vielen verschiedenen Teilen zusammengebaut, dass es „die Marke gar nicht gibt“, so Koch. Grundlage für die Zulassung war das Fahrgestell von Mercedes, Typ Stuttgart, aus dem Jahr 1930. Hinzu kamen Lampen von einem alten Magirus-Laster, Triebwerk von Mercedes, „ein Haufen Aluminiumblech“, Blinker vom Käfer, Instrumente vom Alfa Romeo. Ein alter Sattler hat die Ledereinrichtung gestaltet; Servolenkung, Bremsverstärker und 170 PS hat das Unikat unter anderem.

Ein wertvolles Stück trägt Reinhold Popp (68) aus Bad Schwartau bei sich. Er ist stolzer Besitzer einer Uhr von VW, die er 1954 geschenkt bekam. Der Vorbesitzer hat sie von dem Automobilhersteller bekommen, als er mit dem eigenen Käfer 100000 Kilometer gefahren war. „Ich musste damit noch nie zum Uhrmacher“, sagt er. Er zeigt zum Beweis die Rückseite mit VW-Gravur, bevor er unter die Motorhaube von Herbie schaut. Und natürlich hat auch er eine Geschichte zum eigenen Käfer parat: „1970 habe ich einen gekauft, allerdings in Rotbraun. Ich habe ihn ein halbes Jahr gefahren, dann wurde er mir in Lübeck kaputtgefahren – er war Schrott“, sagt er, heute kann er darüber lachen.

Der Bad Schwartauer Marcel Kindt (44) hat einst bei VW gelernt und kennt das Auto dadurch in- und auswendig. Da lässt er es sich nicht nehmen, mit Tochter Leonie (9) ein Foto von Herbie zu machen.

Werner Roschkowski (78) aus Sereetz fuhr 1960 mit seinem Käfer ohne Autobahn über den alten Brennerpass bis nach Neapel. Er erinnert sich auch an eine witzige Anekdote am Lübecker Hauptbahnhof: Dort war ihm mal der Fenstergriff seines Käfers abgebrochen – da gab es einen Strafzettel. „Schließlich war das Auto nicht mehr einbruchsicher“, berichtet er schmunzelnd. Und es bleibt nicht bei Herbie:

Zwischenzeitlich gesellt sich gestern zufällig noch Herbert Walter (63) auf dem Edeka-Parkplatz mit Kleinbus dazu. Er hat seinen Hausmeisterservice in Bad Schwartau „Herbie’s“ genannt, in Anlehnung an seinem Vornamen. Doch natürlich: Auch er war früher Besitzer eines kultigen Käfers.

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Fotos: www.ln-online.de/fotos Video: www.LN-online.de/video

 Irene Burow

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