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Bad Schwartau Alles muss raus: Schlussverkauf lockt Kunden
Lokales Bad Schwartau Alles muss raus: Schlussverkauf lockt Kunden
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20:57 01.02.2018
Verkäuferin Anja Bremer sortiert im Kaufhaus Matzen reduzierte Oberteile, damit die Kunden wieder stöbern können. Quelle: Fotos: Dresing

Der englische Begriff Sale, also der Saisonschlussverkauf, soll die Menschen in die Geschäfte locken. In Bad Schwartau ist das kaum zu übersehen: In Schaufenstern hängen rote Poster, in den Geschäften sind ganze Regale und Kleiderständer mit dem Prozente-Symbol gekennzeichnet.

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Wer durch die Innenstadt schlendert, kommt an ihnen nicht vorbei: große Schilder, die für purzelnde Preise werben. Die Winterkleidung muss raus aus den Regalen, der Schlussverkauf geht in die heiße Phase. Die Händler sind zufrieden, beklagen aber die ganzjährige Rabattschlacht.

Das Kaufhaus Matzen wirbt mit einem Rabatt von bis zu 70 Prozent. Weiß auf rot steht es auf Aufstellern und Plakaten. „Man muss den Kunden Appetit machen, sie in den Laden zu ziehen“, sagt MatzenMitarbeiter Christian Östrich. Kaufhausleiter Lars Matzen zeigt sich zufrieden mit dem Verkauf: „Der Sale wird eigentlich immer gut angenommen, da er auch sehr aggressiv beworben wird. Auch in diesem Jahr war das so.“

In dem Kaufhaus sortiert Verkäuferin Anja Bremer die reduzierte Ware. „Viele Kunden gehen zuerst zu den heruntergesetzten Stücken“, verrät sie. „Dort stöbern sie und freuen sich, wenn sie ein Schnäppchen gefunden haben.“

Alles muss raus: So wird Platz gemacht für die neue Frühjahrsmode. Lars Matzen: „Der Sale ist wichtig, damit wir uns von der bald nicht mehr aktuellen Ware trennen können zum Saisonwechsel.“ Früher habe man viel Ware eingelagert für das nächste Jahr. „Das tun wir heute nicht mehr.“

Trotz ganzjähriger Aktionen werde der Schlussverkauf immer noch gerne von Kunden genutzt, sagt Karen Törker. „Der Sale hat immer noch eine große Bedeutung.“ Die Inhaberin von Milano in der Lübecker Straße hat ihre Schaufenster ebenfalls auffällig gestaltet. „Wir werden mehr wahrgenommen.“ Ein positiver Nebeneffekt: Die Kunden shoppen nicht nur reduzierte Artikel, sondern auch die neue Frühjahrskollektion.

Silvia Sievers, Inhaberin von Fashion Corner in der Markttwiete, hingegen sagt, dass oftmals nur Rabatte die Kunden in die Geschäfte ziehen. „Das ist ein grundsätzliches Problem für uns Händler. Wir können ja nicht das ganze Jahr mit Rabatt verkaufen.“ Die Konkurrenz aus dem Internet sei groß, in den Innenstädten stünden immer mehr Läden leer. „Zum Glück haben wir unsere treuen Stammkunden“, sagt Silvia Sievers.

Michael Magull, Leiter der Sportabteilung im Schuhhaus Klindwort, würde sich freuen, wenn der zeitlich begrenzte Saisonschlussverkauf zurückkehrte. „Aber um gegen die Internet-Shops bestehen zu können, müssen wir zwischendurch immer wieder rabattieren“, sagt er. Zudem gebe es heute nicht mehr nur zwei Kollektionen im Jahr – eine für den Herbst und Winter, eine für den Frühling und Sommer.

So müssen immer wieder auch zwischendurch die Preise gesenkt werden, auch um das Lager für neue Modelle freizubekommen. „Aber ansonsten können wir uns nicht beklagen“, sagt Magull. „Wir haben viele Stammkunden, die die Beratung vor Ort schätzen.“

Den Winterschlussverkauf gibt es nicht mehr

Bis 2004 war der Schlussverkauf gesetzlich geregelt und auf jährlich zwei Perioden begrenzt: im Winter die letzte Januar- und die erste Februarwoche, im Sommer die letzte Juli- und die erste Augustwoche. Seitdem sind die Händler jedoch frei darin, die Preise auch mehrmals flächendeckend zu reduzieren.

Die Schlussverkäufe hatten eine Dauer von je zwölf Werktagen und waren beschränkt auf saisonabhängige Waren wie Textilien, Bekleidungsgegenstände, Schuhwaren, Lederwaren und Sportartikel. Schon 1909 wurden Saisonschlussverkäufe erstmals reglementiert.

Jan Dresing

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