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Bad Schwartau Am Zob lauern viele Hindernisse auf dem Weg zum Bus
Lokales Bad Schwartau Am Zob lauern viele Hindernisse auf dem Weg zum Bus
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18:18 15.08.2015
Benita Weiß und Gertrud Herrmann (r.) sind sich einig: Die Bussteige am Zob in Bad Schwartau sind mit einem Rollator nur schwierig zu erreichen. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

So richtig gewöhnt hat sich Benita Weiß (80) noch nicht an ihren Rollator. „Den habe ich ganz neu“, sagt die Seniorin. Doch die Bad Schwartauerin merkt schnell, dass der Zob in Bad Schwartau alles andere als barrierefrei ist. „Die hohen Kantsteine sind schon ein Problem“, stimmt Gertrud Herrmann aus Hamberge zu. Sie hat ebenfalls Probleme, mit ihrem Rollator den Platz zu queren, um zu den Bussteigen zu kommen. „Als der Platz gebaut wurde, haben die Leute wohl noch nicht so viel an das Thema Barierrefreiheit gedacht. Aber die Menschen werden immer älter“, sagt Herrmann, die ihr Alter nicht verraten mag, mit einem freundlichen Lächeln. Grundsätzlich komme sie in Bad Schwartau trotz der Hindernisse gut zurecht. „Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit.“

Dass die Situation am Zob verändert werden muss, darin sind sich Politik, Verwaltung und Experten einig. Unlängst hat der Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umwelt einem WBS-Antrag einstimmig zugestimmt, einen barrierefreien Zob mit elektronischer Buslinienanzeige zu schaffen. „An einem behindertengerechten Umbau führt kein Weg vorbei“, sagt auch der Beauftragte für Menschen mit Behinderung Rainer Jürgens. „Die Herstellung der möglichst weitreichenden Barrierefreiheit ist nicht nur für behinderte Menschen, sondern auch für ältere Menschen oder Personen mit Kinderwagen bedeutsam. Das gilt auch für hör- oder sehgeschädigte Menschen“, wirbt Reimer Fuhrmann (WBS) für einen Umbau.

Auch Bürgermeister Gerd Schuberth sieht Handlungsbedarf. „Wir wollen natürlich den ÖPNV stärken. Dazu gehört auch, dass der Zob für alle gut erreichbar ist“, so Schuberth. Die Verwaltung habe bereits Kontakt mit dem Stadtverkehr Lübeck aufgenommen. „Wir wünschen uns natürlich auch eine moderne Fahrplaninformation“, so Schuberth. Die wünscht sich auch Axel Kreutzfeldt vom Kieler Büro „architektur ohne barrieren“. Moderne Informationssysteme seien nicht nur dafür da, um den Zob aufzuwerten, sondern seien auch ein wichtiger Baustein für einen behindertengerechten Platz. Kreutzfeldt, der auch mit der barrierefreien Umgestaltung der Markttwiete befasst war, wird sich nun in Kürze den Zob vornehmen. „Ich werde mich dort demnächst zu einem Ortstermin mit Vertretern des Stadtverkehrs treffen“, so Kreutzfeldt, der zu den möglichen Kosten des Umbaus noch nichts sagen möchte. „Das ganze steckt ja noch in den Kinderschuhen“, so der Architekt. Bürgermeister Schuberth weiß, dass der Umbau mit Sicherheit einen guten sechsstelligen Betrag kosten werde. Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke stellt schon einmal klar: „Die Kosten müssen die Aufgabenträger des ÖPNV übernehmen. Das sind in diesem Fall die Stadt Bad Schwartau und der Kreis Ostholstein.“

City-Umbau startet
3,5 Million Euro rund kostet der Umbau der Bad Schwartauer Innenstadt. Am Montag, 24. August, soll der Umbau, der nach vier Bauabschnitten im Jahr 2017 abgeschlossen sein soll, auch sichtbar beginnen. In die Maßnahme integriert werden auch Arbeiten an der Kanalisation. Der erste Bauabschnitt umfasst den Bereich Markttwiete zur Rathausgasse sowie den Neubau der Regenwasser-Kanalisation in der Rathausgasse.

Sebastian Prey

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