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Bad Schwartau Andacht auf dem Markt: Das hätte Luther wohl gefallen
Lokales Bad Schwartau Andacht auf dem Markt: Das hätte Luther wohl gefallen
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18:34 01.11.2017
Zwischen Marktbude, Rathaus und Marktbühne: Knapp 500 Gläubige kommen zur ökumenischen Andacht am Reformationstag. Quelle: Fotos: S.prey
Bad Schwartau

Das hätte Luther wohl auch gefallen. Vor dem Rathaus heißt Pastor Matthias Kiehn die evangelische Flagge. Zwischen Kindereisenbahn, Getränke- und Obststand versammeln sich die Menschen auf rustikalen Bier- statt Kirchenbänken. Gläubige aus allen Teilen und unterschiedlichen Kirchengemeinden der Stadt kommen zusammen, um zu singen, zu beten und ganz unkonventionell unter freiem Himmel und in großer Gemeinschaft sich zum Glauben mit dem Vaterunser zu bekennen. Der Gospelchor Spirit of Joy unter der Leitung von Nathanel Kläs von der Martin-Luther-Gemeinde singt christliche Lieder auf Englisch. Hand in Hand agieren die Pastoren Klaus Bergmann (Martin-Luther-Kirche), Thorsten May (Kreuzkirche), Bente Küster und Andreas Rohwer (Christuskirche), Gesa Paschen und Anne Rahe (Cleverbrück) sowie Matthias Kiehn (Rensefeld) auf der Marktbühne. Ihre Botschaft: Die Reformation, die Erneuerung des Glaubens geht frei von Angst und Zwängen immer weiter.

Zum 500. Reformationsjubiläum haben die fünf Kirchengemeinden Bad Schwartaus eine ökumenische Andacht auf dem Markt gefeiert. Fast 500 Menschen folgten der Einladung. Eine Resonanz, die selbst die Organisatoren überraschte – die vorbereiteten Liederzettel und die „Lutherherzen“ reichten nicht aus.

Lutherherzen

Die Andacht stand thematisch ganz im Zeichen des Herzstücks des christlichen Glaubens, das Martin Luther neu entdeckte. „Lutherherzen“ verteilte unter anderem auch Pastor Thorsten May an Margareta und Dieter Scheel.

Dass Gefühl der Gemeinschaft wächst bei der Andacht. Selbst der einsetzende Nieselregen kann der Stimmung auf dem Markt nichts anhaben. Pastor Andreas Rohwer erinnert an eine These Luthers, dass das ganze Leben Buße sei. „Gott schenkt uns sein Heil, seine Anerkennung“, sagt Rohwer. Frei übersetzt bedeutet das: „Du bist nicht okay, aber das ist auch okay.“ Und so großzügig wird auch einem früheren Kirchenmitglied gewährt, kirchenkritische Handzettel zu verteilen. Darin werden unter anderem prekäre Beschäftigungsverhältnisse der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) angeprangert.

Mit dem gemeinsamen Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ kommt auch der ökumenische Gedanke zum Tragen. Pastor Thorsten May: „Das ökumenische Engagement dient auch der Welt, damit die Welt glaubt.“

Und über ein Stück Glauben zum Anfassen darf sich dann zumindest auch die Hälfte der Zuhörer freuen. Kleine rote Herzen aus Ton mit einem Kreuz werden während der Andacht verteilt. „Jesus Christus ist das Herzstück unseres Glaubens“, sagt Pastor Bergmann, der von der Resonanz auf dem Markt ganz beeindruckt ist. An seiner vorherigen Wirkungsstätte in Wolfsburg (120000 Einwohner) habe es auch hin und wieder ökumenische Veranstaltungen gegeben, aber die seien bei weitem nicht so gut besucht gewesen. Er lobt: „Das Miteinander und die Zusammenarbeit mit den Pastorenkollegen ist in Bad Schwartau schon ganz besonders.“

Sebastian Prey

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