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Bad Schwartau „Andere haben einen Hund, ich hab’ ein Schwein“
Lokales Bad Schwartau „Andere haben einen Hund, ich hab’ ein Schwein“
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00:46 05.06.2016
Haben viel Freude zusammen: Minischwein „Prinzessin Lillifee“ und Gina Pump (17). Quelle: Irene Burow

Diese beiden verbringen gern viel Zeit zusammen: Gina Pump aus Bad Schwartau hat ein besonderes Haustier. „Andere haben eine Katze oder einen Hund, ich hab ein Schwein“, sagt die 17-Jährige wie selbstverständlich. Und es klingt so, als wäre für sie auch nie etwas anderes infrage gekommen. Ihre tierische Begleiterin nennt sie „Prinzessin Lillifee“, in Anlehnung an die gleichnamige Zeichentrickserie.

„Das hat in Bad Schwartau bestimmt kein anderer.“Gina Pump, Minischwein-Besitzerin

Das mit dem Schwein kam so: Vor zwei Jahren hat Gina bei Nachbarn Geburtstag gefeiert. Das gegrillte Spanferkel nebenan hat sie nicht angerührt, denn Fleisch steht bei ihr nur ganz selten auf dem Speiseplan. „Sieht aus wie ein Minischwein“, warf jemand in die Runde – und dieser Gedanke blieb bei Gina hängen. Das will sie – nur lebend. Ein Leben retten sozusagen. Ich habe meine Eltern wochenlang genervt“, lacht sie. Denn ihr war schon klar, üblich ist das nicht. „Wir sind ja kein Bauernhof.“ Doch sie blieb beharrlich und schließlich wurde bei einer Zucht in Mecklenburg-Vorpommern ein Tier ausgesucht.

Seitdem sind die Schülerin und das Minischwein ein Herz und eine Seele. „Wir machen viel zusammen“, sagt sie. Im großen Garten hat das Tier ein kleines Gehege, geht aber jeden Tag mehrmals auf dem 1200 Quadratmeter großen Gelände der Familie spazieren. Es wird gebadet oder bekommt Streicheleinheiten. Beim Kraulen fällt sie dann gern zur Seite um. „Das macht sie aber nur bei mir, weil sie besonderes Vertrauen hat“, erklärt Gina. Bei anderen Menschen wäre das Minischwein skeptischer. „Aber alle finden es cool. Das hat in Bad Schwartau bestimmt kein anderer.“

Freunde und Nachbarn kommen oft zum Gucken. Sie war mit ihrem Haustier auch schon im Pflegeheim zu Besuch. Und wenn es in der Schule zum Beispiel um Massentierhaltung geht – dann fängt sie an zu erzählen. „Für die Stadt ist das ja eher untypisch, etwas über das Leben mit so einem Tier zu wissen.“ Wenn Gina in der Schule ist, kümmert sich ihre Oma Ruth. um „Prinzessin Lillifee“.„Sie macht einmal am Tag einen schicken bunten Teller fertig mit Bananenstückchen, Äpfeln, Gurke und Käse. Dazu gibt es immer frisches Wasser“, beschreibt sie den Aufwand. Außerdem gibt es bestimmtes Trockenfutter. Zur Pflege gehört auch, das Schwein regelmäßig zu bürsten; einmal im Jahr kommt der Tierarzt und checkt die Gesundheit.

Bis vor zwei Monaten hat das borstige Tier noch ab den Abendstunden im Haus gewohnt und mit im Bett geschlafen. „Auch wenn man es nicht glauben mag, sie ist sauberer als ein Hund oder andere Tiere.

Und schläft genauso lange wie Menschen.“ Jetzt ist „Prinzessin Lillifee“ mit rund 35 Kilogramm inzwischen zu schwer. Es ist Schluss mit Mini: „Sie ist viel größer geworden, als ich dachte“, sagt Gina. Seit Kurzem lebt die „Prinzessin“ also nur noch im Garten. Doch der Schweineliebe tat das keinen Abbruch. Im Sommer soll sie eine große Gartenhütte bekommen.

Von Irene Burow

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