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Bad Schwartau Annas Herz schlägt für Prosa
Lokales Bad Schwartau Annas Herz schlägt für Prosa
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20:30 19.04.2017
Aus rund 500 Texten zum Thema „Nichts“, die in diesem Jahr für den überregionalen Schreibwettbewerb eingereicht wurden, sind zwölf Einsendungen für den Literaturpreis nominiert – darunter Annas. Quelle: Fotos: Julia Zabrocki

Drei Seiten. Drei Seiten in anderthalbfachem Zeilenabstand, Schriftgröße zwölf. Drei Seiten zum Thema „Nichts“. Mehr darf es nicht sein, um den eigenen Text zur Teilnahme einsenden zu dürfen.

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Zwölfjährige aus Groß Parin ist für Jugend-Literaturpreis „Theo“ nominiert.

Bereits zum vierten Mal nimmt Anna-Ilayda Kluth, die im vorigen Jahr von Berlin nach Groß Parin gezogen ist, dieses Jahr am Berlin-Brandenburgischen Preis für Junge Literatur namens „Theo“

teil. Mit zwölf Jahren fast schon keine große Sache mehr für die junge Autorin. 2014 machte eine Grundschullehrerin, damals noch in Berlin, die achtjährige Anna auf den Wettbewerb aufmerksam, der sich in jenem Jahr mit dem Thema „Stufen“ befasste. „Meine Geschichte handelte von einem geheimnisvollen Turm in einem Dorf. Niemand, der hineinging, kam unverändert wieder heraus“, erinnert sie sich. Schon beim ersten Versuch gewann sie mit dieser Geschichte den „Junior-Theo“, der jährlich an Teilnehmer unter zehn Jahren vergeben wird. In den folgenden Jahren schrieb sie immer wieder eine Geschichte für den Wettbewerb und gehört in diesem Jahr unter die Nominierten in der Altersgruppe von zehn bis zwölf Jahren.

Wie sie auf die Ideen zu ihren Geschichten kommt, weiß Anna am Ende manchmal selbst nicht mehr so genau. Viele Geschichten wachsen aus spontanen Einfällen, manchmal auch aus Schreibspielen oder einfachen Alltagsszenen. Hin und wieder widmet sie sich gern Fantasythemen, aber da ist Vorsicht geboten. „Das wird so schnell klischeehaft“, sagt Anna. „In einer Schreibwerkstatt habe ich mit einer Freundin mal eine Geschichte geschrieben, in der wir möglichst viele der Klischees eingebaut haben. Das Ergebnis war dann sehr lustig.“

Aber eines ist klar, Wörter sind der Schülerin des Leibniz Gymnasiums schon früh eine große Freude, erst übers Vorlesen, dann auch durch eigenes Lesen. In der ersten Klasse schrieb sie ihr erstes kleines Buch. „Das war noch sehr unzusammenhängend“, sagt Anna und erzählt dann doch mit einem Schmunzeln die Geschichte kurz nach, in der eine Gruppe von Kindern in eine Dinosaurierwelt fallen und nur durch einen Sieg im Fußball gegen einen Tyrannosaurus am Ende nach Hause zurückkehren können.

Heute schreibt sie fleißig, liest aber auch gern die verschiedensten Bücher, besonders gern Harry Potter und die Bücher von Cornelia Funke. Und wenn sie mal nicht liest und schreibt, zeichnet sie.

Seit neuestem hat ein Saxophon den Weg in ihre Hände gefunden. Das Üben sei am Anfang noch etwas „quietschig“, erzählt sie lächelnd, ist aber zuversichtlich, dass sich das mit einigem Üben ändert.

Aber wie geht es denn nun im Wettbewerb weiter? Als eine von zwölf Nominierten für die fünf Kategorien des Berliner Berlin-Brandenburgischen Preises für Junge Literatur ging es Anfang April erst einmal nach Berlin zum Nominiertentreffen. Zwei Tage, in denen sich alle Teilnehmer kennenlernen und in gemütlicher Runde unter Gleichgesinnten über ihre Texte sprechen können. Am 23. April geht es dann zum Endausscheid. Hier werden in einer großen öffentlichen Lesung alle Texte vorgetragen und am Ende die Preise verliehen. „Es ist immer interessant, wie derjenige, der den Text geschrieben hat, liest. Jeder interpretiert es beim Lesen schließlich ein bisschen anders“, meint die gut vorbereitete Anna. Am Ende erhalten die Gewinner eine Urkunde und die Teilnahme an einer der Literaturwochen des Vereins Schreibende Schüler. Da wird dann eine Woche fleißig geschrieben, sich ausgetauscht und vor allem Spaß gehabt. In vielen kleinen Workshops können die Schreiberlinge verschiedener Altersgruppen hier in Schreibspielen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Wenn sich der ganze Trubel wieder etwas gelegt hat, hätte Anna auch Lust, in der Schule einen kleinen Schreibzirkel mit anderen Schreibbegeisterten zu gründen. Wie genau, weiß sie noch nicht, würde sich aber über Mitstreiter und Gleichgesinnte freuen, um sich auch in der Schule mit Freunden kreativen Schreibspielen zu widmen. Denn Ideen hat die junge Autorin genug.

Der Preis

Seit 2008 ruft der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg mit dem Verein Schreibende Schüler Jugendliche bis 18 Jahre jährlich zur Teilnahme am „Theo – Berlin-Brandenburgischer Preis für Junge Literatur“ auf, um die Begeisterung für Literatur, Schreiben und Kreativität zu fördern.

„Theo“ ist benannt nach dem deutschen Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898). Der Preis wird zum „Welttag des Buches“ am 23. April verliehen. Unzählige Einsendungen treffen jedes Jahr bei den Schreibenden Schülern ein. Nach genauem Abwägen wählen sie zwölf schreibbegabte Schüler, unterteilt nach Altersklassen, für die Endausscheidung aus. Neun Nominierte im Bereich Prosa und drei Nominierte im Bereich Lyrik lesen ihre Geschichten und Gedichte vor Publikum vor. Anschließend zeichnet eine Jury, bestehend aus Autoren, Buchhändlern und Siegern des Vorjahres, die Gewinner aus.

Jedes Jahr steht der Wettbewerb unter einem Motto. Es soll als Inspiration für Geschichten und Gedichte dienen. Die Mottos der vergangenen Jahre: „Staub“, „10 Sekunden“, „Stufen“, „Verwurzelt“, „Maschinen“, „Kopfüber“, „Umwege“, „Hinter’m Fenster“ und „Drahtseil“.

Infos: www.schreibende-schueler.de; www.berlinerbuchhandel.de/de/ 184203

Julia Zabrocki

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