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Bad Schwartau Anwohner fordern: Zurück zur Poller-Regelung
Lokales Bad Schwartau Anwohner fordern: Zurück zur Poller-Regelung
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20:25 17.06.2016
Anwohner im Gertrud-Groth-Ring ärgern sich über Raser und fordern die Rückkehr zur Poller-Regelung. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Ein Mercedes mit Lübecker Kennzeichen rollt durch den Gertrud-Groth-Ring in Stockelsdorf. Ein Ehepaar spaziert auf der Spielstraße. Der Mercedes möchte vorbei, hupt und fährt immer dichter auf. Die Fußgängerin ist aufgebracht und schlägt aufs Autodach. Es kommt zum Wortgefecht. „Die Nerven liegen blank. Die Situation in der Straße hat sich deutlich verschärft“, sagt Andreas Buschmann. Der 62-Jährige ist Anwohner im Gertrud-Groth-Ring und kämpft mit einem Großteil der Nachbarschaft für die Rückkehr zur Poller-Regelung. Am Dienstag, 21. Juni, wird der Ausschuss Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit ab 17 Uhr darüber beraten. Die Vorlage der Verwaltung empfiehlt allerdings, keinen Poller mehr in der Straße aufzustellen.

Im Gertrud-Groth-Ring wurde vor einem Jahr versuchsweise ein Poller entfernt – Die Bewohner der Siedlung sind empört, dass die Verwaltung die Regelung so beibehalten will.

Sitzung am Dienstag

16 Tagesordnungspunkte stehen am Dienstag, 21. Juni, auf dem Programm des Ausschusses Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit der Gemeinde Stockelsdorf. Neben dem Verkehrsentwicklungsplan wird unter anderem auch über die Wochenmarktsatzung gesprochen. Beginn ist um 17 Uhr im Rathaus.

„Diese Empfehlung ist nicht nachvollziehbar“, sagt Michael Roschanski (58), der sogleich an einen Unfall im Februar dieses Jahres erinnert. Wegen überhöhter Geschwindigkeit sei ein Anhänger in seinem Gartenzaun gelandet. Grundsätzlich sei auch nicht die Zahl der Autos das Problem. „Hier wird gerast. An das vorgeschriebene Schritttempo halten sich nur wenige“, sagt Roschanski. Das bestätigt Anwohner Matthias Wiggers (48). „Die Abkürzung durch den Gertrud-Groth-Ring bringt ja nur etwas, wenn schneller als erlaubt gefahren wird“, sagt der Vater von zwei Kindern (8 und 13 Jahre).

Im Zuge des Verkehrsentwicklungsplans für Stockelsdorf hat der Planer die Aufhebung der Sperrung im Gertrud-Groth-Ring, Le-Portel-Ring und zwischen Teichstraße/Hermannstraße empfohlen. Aufgrund von Anwohner-Protesten verständigte sich die Politik zunächst darauf, die Poller nur versuchsweise für ein Jahr zu entfernen, die Verkehrsentwicklung zu beobachten und danach neu zu bewerten. Das hat die Verwaltung nun getan. Demnach fahren im Schnitt 100 Fahrzeuge in 24 Stunden durch den Gertrud-Groth-Ring. Das entspricht 4,2 Fahrzeuge pro Stunde. „Aufgrund der Mess- und Zählergebnisse schlägt die Verwaltung vor, bei der Straßenverkehrsbehörde in Eutin keinen Antrag auf Aufstellung der im Mai 2015 entfernten Poller zu stellen“ heißt es in der Verwaltungsvorlage für die Ausschusssitzung am Dienstag. Auch Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann sieht keinen Grund zur Poller-Rückkehr. „Die Straße ist verkehrsberuhigt und hat damit schon viele Vorteile“, so Rahlf-Behrmann. Der Verkehr habe sich über die Jahre in Stockelsdorf verändert und müsse ganz einfach besser verteilt werden.

Das sehen die Anwohner im Gertrud-Groth-Ring anders. „Verkehre müssen gebündelt werden“, sagt Buschmann, der die Zahlen der Verwaltung für nicht aussagekräftig hält. „Die Messungen haben in den Ferien stattgefunden.“

Sebastian Prey

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