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Bad Schwartau Anwohner wollen bei der Schmiedekoppel mitreden
Lokales Bad Schwartau Anwohner wollen bei der Schmiedekoppel mitreden
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12:33 01.10.2016
Dieser visualisierte Vorschlag des Planungsbüros BCS für das Gebiet Schmiedekoppel findet keine Zustimmung. Die Gebäude sind zu hoch und auch der geplante Nahversorger sei überflüssig. Quelle: Visualisierung: BCS

Die Stimmung in der Krummlandhalle ist von Beginn an leicht gereizt. Das Team vom Lübecker Planungsbüro BCS hat ihre Präsentation noch gar nicht abgeschlossen, da wird schon Kritik laut. Die rund 100 Zuhörer in der Krummlandhalle brennen förmlich darauf, Stellung zu beziehen. Die angedachte zehnminütige Pause „zum Sackenlassen“, die Moderatorin und Planerin Kerstin Langmaack vorschlägt, will keiner haben. Das Thema Nachverdichtung und Modernisierung des Wohnquartiers Schmiedekoppel macht vielen Menschen Angst. „Was Sie jetzt präsentiert haben, erinnert mich mehr an eine Trabantenstadt“, sagt Pastorin Anne Rahe, die sich auch Sorgen macht um die Mietpreise. „Können die Menschen, die dort jetzt wohnen, auch nach der Modernisierung noch die Miete zahlen?“ Jessica Westphal ist direkt betroffen. Die 37-Jährige gibt ein klares Bekenntnis zu ihrem Stadtteil Cleverbrück ab. „Ich liebe diesen bunten Stadtteil. Auf den Plänen sehe ich aber mein Zuhause nicht. Da steht jetzt ein Nahversorger. Wird mein Zuhause abgerissen“, fragt Jessica Westphal sichtlich emotional aufgewühlt.

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Rund 100 Interessierte diskutierten über die Schmiedekoppel.

Eine konkrete Antwort bekommt Westphal nicht. Zu den Mietpreisen ist ebenfalls nichts zu hören. Auch zur Zahl der zusätzlichen Wohnungen, die die zwei Investorengruppen an der Schmiedekoppel anpeilen, gibt es nichts Konkretes. Rudolf Meisterjahn mahnt wesentliche Informationen an. „Als Grundlage werden genaue Zahlen zu den aktuellen und geplanten Wohnungen benötigt. Nur so kann man die Leute mitnehmen. Auch das Umfeld muss verbessert werden. Was nützen E-Bike-Ladestationen, wenn es keine Radwege gibt“, so Meisterjahn. Routiniert steckt Moderatorin Kerstin Langmaack die vielen Kritikpunkte ein. „Das ist genau das, was wir hören wollen. Wir wollen doch, dass die Wünsche und Anregung der Bürger bei den Planungen mit einfließen“, sagt sie am Ende eines „ergiebigen Abends“.

Das Resultat haben Stephanie Eilers und Anika Slawski von BCS zusammengefasst: Viele bunte Zettel kleben auf zwei Pinnwänden. Die Botschaft ist klar: Die Häuser dürfen höchstens zwei Stockwerke plus Staffelgeschoss haben. Pläne, die vier- oder fünfgeschossige Bauten haben, sorgen für großen Unmut. Abgelehnt wird auch ein Nahversorgungszentrum. Ganz oben auf der Wunschliste steht hingegen, dass der soziale Aspekt bei den Mietpreisen berücksichtigt werden muss. Ferner müsse der tatsächliche Bedarf an Parkplätzen berücksichtigt und der Baumbestand erhalten bleiben.

Das erste Bürger-Kolloquium zur Schmiedekoppel hat eines deutlich gemacht. Die Cleverbrücker wollen mitreden. Trotz der vielen Kritikpunkte an Politik und Verwaltung zeigt sich Andreas Marks zufrieden. „Das hat mir hier heute Abend gefallen. Ich freue mich schon auf den weiteren Beteiligungsprozess“, so der Vorsitzende des Bauausschusses. Katrin Langmaack sieht es ähnlich. „Im November geht es weiter. Ich bin mir sicher, dass viele wiederkommen und sich weiter an den Planungen beteiligen werden“, so die Planerin, die auch im Wort steht, mit konkreten Zahlen aufzuwarten. Getagt wird dann vermutlich in der Sporthalle der Grundschule Cleverbrück – auf Wunsch der Bürger.

Bürgerbeteiligung geht weiter

Für die Nachverdichtung und Modernisierung des Wohngebiets Schmiedekoppel soll ein neuer B-Plan, der die Rahmenbedingung festlegt, aufgestellt werden. Im Vorfeld wurde das Lübecker Planungsbüro BCS damit beauftragt, einen Masterplan mit den Bürgern zu entwickeln. Im November steht ein weiteres Kolloquium an. Die Ergebnisse fließen in den Masterplan als Grundlage für den neuen B-Plan ein.

 Sebastian Prey

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