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Bad Schwartau Auf der Suche nach Holzkeulen und Ochsenzungen
Lokales Bad Schwartau Auf der Suche nach Holzkeulen und Ochsenzungen
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20:19 13.09.2013
Gabriele Reimers und Petra Krüger präsentieren Joachim Riedel ihren Fund: „Krause Glucke“ heißt der Speisepilz. Quelle: Fotos: Kayser

Die Suche verlief erfolgreicher als gedacht. „Trockenes Wetter mögen Pilze nicht“, erklärte Joachim Riedel, der deshalb mit einer eher geringen Ausbeute rechnete. Doch offenbar hatten die Regengüsse der vergangenen Tage Wirkung gezeigt: Die Körbe der Teilnehmer, die mit dem Stockelsdorfer Pilzexperten auf die Pirsch gingen, füllten sich schnell.

Etwa 20 Kinder und Erwachsene hatten das Angebot der Bad Schwartauer Volkshochschule (VHS) gebucht. Nach einer kurzen Einweisung zogen sie los, bewaffnet mit Messern und Taschen, um im Riesebusch Jagd auf ihr Mittagessen zu machen.

Eine halbe Stunde später hatten die Schwestern Gabriele Reimers und Petra Krüger ihre Mahlzeit schon im Korb: etwa ein Pfund „Krause Glucke“, laut Pilzbuch ein hervorragender Speisepilz. Bis zu 14

Kilo schwer kann ein Exemplar werden. Die Pilze haben im jungen Zustand eine weißliche Färbung und riechen etwas nach Kiefernnadelöl — kein Wunder, schließlich wächst die „Krause Glucke“

schwerpunktmäßig im Kiefernwald, seltener auch an Fichten oder Lärchen.

Ein Pilz, der auch nicht alle Tage im hiesigen Forst gefunden wird, ist der Leberreischling, auch „Ochsenzunge“ genannt. Von dieser Sorte präsentierten die Pilzsucher gleich mehrere Exemplare. An alten, kranken Eichen oder an morschen Baumwurzeln kann man diesen Pilz finden, der fast wie eine Leber aussieht. Im jungen Zustand ist er essbar, allerdings muss man ihn vorher abkochen, damit er die Gerbsäure verliert. Als einen guten Speisepilz könne man den Leberreischling jedoch nicht bewerten, stellt Joachim Riedel klar.

Auch den Riesenporling am Stamm einer Buche ließen die Pilzsammler zurück. Zwar ist dieser Pilz im jungen Zustand essbar, das gefundene Exemplar war aber schon älter und damit nicht mehr genießbar.

Ein weiterer Baumpilz erregte das Interesse der Teilnehmer: ein Fenchelporling, der nach Fenchel riecht. Gegessen werden sollte er aber nicht.

Als sich schließlich alle Teilnehmer an der Waldhütte im Ehrenhain wieder trafen, konnte Joachim Riedel eine beachtliche Ausbeute begutachten. Da lag der Kartoffelbovist neben der Stinkmorchel, der Wurzelschleim-Rübling neben der „Holzkeule“, und sogar ein kleiner Pfifferling hatte sich unter seine Artgenossen gemischt. Am Ende war nicht nur das Mittagessen gesichert, sondern die Teilnehmer hatten auch gelernt, wie sie essbare und giftige Pilze unterscheiden können. Und auch eine wichtige Regel unter Pilzsammlern hatten sie im Laufe des Tages verinnerlicht: „Man nimmt nur junge Exemplare mit“, so Fachmann Joachim Riedel, „denn alte Pilze verlieren an Geschmack.“

Pilze in Deutschland
Speisepilze können in deutschen Wäldern das ganze Jahr über gesammelt werden. Die ergiebigste Jahreszeit dafür ist die sogenannte „Pilzsaison“ von August bis Ende Oktober. In dieser Zeit bilden die bekanntesten essbaren Arten ihre Fruchtkörper aus.

Begünstigend sind hinreichende Wärme und mäßige Feuchtigkeit, bei trockener Hitze oder kühler Nässe ist mit wenigen Funden zu rechnen. Genaue Kenntnisse über Aussehen der Pilze sind essentiell, da sich Speise- und Giftpilze nicht in einem allgemeinen Kriterium unterscheiden lassen.

Gert Kayser

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