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Bad Schwartau Aus für Monkey Moves: Kletterhalle schließt
Lokales Bad Schwartau Aus für Monkey Moves: Kletterhalle schließt
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11:04 01.04.2016
Der direkte Nachbar rechts von der Kletterhalle ist die Firma Visiconsult, die vor einem Jahr eine neue Produktionshalle eingeweiht hat.
Stockelsdorf

Die Tage der Kletterhalle Monkey Moves in Stockelsdorf sind gezählt. Die Einrichtung muss schließen. Am 30. April kann am Brandenbrooker Weg zum letzten Mal der Stockelsdorfer Berg erklommen werden. Das hat die Kletterhalle auf der Facebook-Seite Dies und Das das aus Stockelsdorf bekanntgegeben.

Nur noch bis Ende April kann in der Kletterhalle in Stockelsdorf geklettert werden. Dann wird die Halle wegen Insolvenz geschlossen. Quelle: Fotos: Dd

„So eine Gelegenheit lassen wir natürlich nicht verstreichen.“Hajo Schulenburg, Visiconsult-Chef

Inhaberin Silvia Scheel hat Insolvenz angemeldet. Wie aus dem Mitarbeiterkreis zu vernehmen ist, haben die drei festangestellten Mitarbeiter bereits vor Ostern ihre Kündigung erhalten. Demnach habe es zwei Investoren gegeben, die den Fortbestand der Kletterhalle trotz der offenbaren Zahlungsschwierigkeiten zwar hätten sichern können. Doch von den beiden Investoren habe die Bank keinen akzeptiert. Angeblich favorisiere die Bank einen anderen Investor, der kein Interesse am Klettern habe. Dieser Investor ist der direkte Nachbar: das Unternehmen Visiconsult.

Die Kletterhallen-Betreiberin äußert bei Facebook das persönliche Bedauern darüber, „dass sich die Bank gegen ein Unternehmen ausgesprochen hat, das ständig steigende Umsätze erreicht“. Für eine persönliche Stellungnahme sei Silvia Scheel jedoch auch in den kommenden Tagen nicht erreichbar, so einer ihrer Mitarbeiter. „Besonders schade ist es“, erklärt dieser, „dass das regelmäßige Training für die 80 Trainings-Kids dann vorbei sein wird“. Einmal pro Woche kämen diese Kinder zum Klettertraining.

Bereits seit Herbst des vergangenen Jahres soll ein Insolvenzverwalter mit der Kletterhalle befasst sein. Es gab bundesweit eine Ausschreibung für potenzielle Investoren, die eingeladen wurden, Gebote für die Halle abzugeben. Ein Gebot kommt vom direkten Nachbarn: der Firma Visiconsult GmbH. „Wir wussten zunächst gar nicht, dass die Kletterhalle insolvent ist und dass ein Käufer dafür gesucht wird“, erklärt Hajo Schulenburg, Firmengründer von Visiconsult, gegenüber den LN. Visiconsult sei diesbezüglich Anfang 2016 angeschrieben worden. Und eine Firma, die auf dem Gebiet der Röntgen-Sicherheitstechnik zu den Global-Playern gehört und sich seit Jahren auf Wachstumskurs befindet, „lässt so eine Gelegenheit natürlich nicht verstreichen“, erklärt Hajo Schulenburg, der eine Produktionsstättenerweiterung im Auge hat. Nach LN-Informationen soll das Unternehmen Visiconsult das bislang höchste von allen Angeboten für die Halle abgegeben haben. Noch sei aber nichts in trockenen Tüchern, so Schulenburg, erst in den kommenden Tagen erwarte der Visiconsult-Chef eine Entscheidung. „Für Stockelsdorf wäre das gut“, erklärt Schulenburg, „denn wir zahlen relativ viele Steuern und wir schaffen sicher auch mehr Arbeitsplätze, als die Kletterhalle“. Rund 700000 Euro müsste Visiconsult laut Schulenburg in den Umbau der Halle investieren, fünf weitere Mitarbeiter könnten dann eingestellt werden.

Die Kletterhalle ist ein Dorado für Sportfreunde, die oft viele Kilometer anreisen. Im Sommer 2012 war Eröffnung. Mit Monkey Moves hatte sich die Inhaberin Silvia Scheel, selbst eine leidenschaftliche Kletterin, einen Traum erfüllt und ihr Hobby zum Beruf gemacht. Bis zu 14 Meter hoch sind die Wände hier. Allein in der Abteilung, in der in Seilen geklettert wird, stehen 700 Quadratmeter Kletterfläche zur Verfügung. Dazu kommen noch einmal 130 Quadratmeter zum Freiklettern, dem sogenannten Bouldern. Neben dem „Berg“ gibt es im Monkey Moves eine Zuschauertribüne, ein Bistro, einen Seminarraum und Duschen. Alles in allem also eine Kletterhalle, die in der Region allein schon aufgrund ihrer Dimension ihresgleichen sucht, denn sie gilt als eine der größten in ganz Norddeutschland.

Dass Visiconsult einer der Mitbieter sein würde, das habe Hajo Schulenburg Silvia Scheel vorab persönlich gesagt — und auch, dass er es bedauere, dass mit dem Ende der Kletterhalle Monkey Moves der Lebenstraum von Silvia Scheel geplatzt sei.

Von Doreen Dankert

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