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Bad Schwartau Autobahn 1 gesperrt für Großkontrolle
Lokales Bad Schwartau Autobahn 1 gesperrt für Großkontrolle
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23:12 04.10.2017
Ein Auto nach dem anderen wurde in die Parkbuchten gewinkt, Fahrer und Fahrzeuge genau unter die Lupe genommen. Quelle: Fotos: Peyronnet

Der Wolkenbruch war heftig, sehr heftig. Im Interesse der Beamten, aber auch der Reisenden war ein Weitermachen unmöglich, sagten Bundespolizeisprecher Gerhard Stelke und sein Kollege Claus-Peter Minkwitz vom Hauptzollamt Kiel. Bei einem Wetter, bei dem man das Autofenster nicht mal einen winzigen Schlitz weit aufmachen mag, ließen sich Fahrzeug- und Ausweispapiere nicht mehr ansehen, ohne dass sie völlig aufgeweicht wären.

Ein Blick aufs Regenradar zeigte, dass sich die unzumutbaren Zustände bei der Kontrolle nicht ändern würden. Es blieb nur der Abbruch der Aktion.

40 Gepäckstücke wurden im Rahmen der Kontrolle durch die mobile Röntgenanlage des Zoll geschleust, ohne Ergebnis, alles in Ordnung. Unerlaubte Migration wurde nicht festgestellt, es gab aber eine Vielzahl von sogenannten Aufenthaltsermittlungen.

Videotipp

Ein Video von der Kontrolle sehen Sie auf www.LN-online.de/

video

Das hielt die Polizisten und Zöllner zunächst noch nicht davon ab, ihren Job zu tun. Die knapp 50 Beamten arbeiten zusammen, sind aber für unterschiedliche Delikte zuständig. Die Bundespolizei kümmert sich um Migration und Ausländerfragen, der Zoll um Drogen und alles, was mit dem Warenverkehr zu tun, unter anderem Zigaretten, Alkohol und Waffen, die Landespolizei um betrunkene Autofahrer, Verkehrsverstöße und nicht fahrtüchtige Autos. Oder solche, die nicht bezahlt oder gestohlen sind.

Mit einem solchen Fall hatten es die Beamten gestern zu tun. Der silberne Skoda mit den norwegischen Kennzeichen sieht gut aus. Aber die, die darin saßen, hätten ihn nicht haben dürfen. Das Auto war als gestohlen gemeldet. Nach einigem Hin und Her, bei dem der Fahrer erzählte, den Leasingvertrag für den Skoda vor einer Woche telefonisch verlängert zu haben, stand fest: Das Auto bleibt da. Ein Abschlepper brachte es nach Oldenburg, die Insassen, darunter kleine Kinder, brachten die Beamten ebenfalls dorthin. Niemand konnte und wollte sie im Dunkeln auf einem vom Regen gefluteten Rastplatz stehen lassen.

Ein Auto nach dem anderen rollte über den Parkplatz, etliche konnten sofort auf die Autobahn zurückkehren. Polizei- und Zollbeamte, darunter viele alte Hasen, haben ein Gespür dafür, bei wem es sich lohnt, ihn näher zu betrachten. Ein solcher erfahrener Beamter ist Zollobersekretär Detlef Jaax vom Zoll in Heiligenhafen. Der Kleinbus mit slowakischem Kennzeichen, voller Männer und mit Gepäck bis unters Dach, ist für ihn nichts ungewöhnliches. „Das sind Handwerker, die sind hier viel unterwegs, um in Skandinavien zu arbeiten.“

Dass das auch ganz anders sein kann, erlebten Bundespolizisten am Dienstag in Puttgarden. Sie hatten einen völlig überladenen Kleintransporter gestoppt. Obwohl das Fahrzeug nur drei Sitzplätze hatte, kletterten nach und nach 19 Erwachsene aus dem Transporter. Die Beamten waren „leicht fassungslos, als sie das Fahrzeuginnere überprüften“, hieß es. Der Transporter war mit einer Fähre aus Dänemark nach Deutschland gekommen.

Nach „eindringlicher Belehrung“ brachten die Beamten 16 Personen zum Bahnhof Puttgarden, wo sie ihre Reise mit dem Zug fortsetzten. Die drei anderen durften mit dem Auto weiterfahren.

So einen Fall hatten die Beamten der Kontrolle gestern Abend nicht. Ihnen bleibt der Einsatz vor allem wegen des heftigen Wolkenbruchs in Erinnerung.

Susanne Peyronnet

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