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Bad Schwartau Bad Schwartau: Beschicker wehren sich gegen zu häufige Verlegung des Wochenmarktes
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau: Beschicker wehren sich gegen zu häufige Verlegung des Wochenmarktes
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10:02 08.11.2018
Andreas Boomers und alle anderen Marktbeschicker sammeln Unterschriften. Quelle: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Mittwochs und sonnabends findet auf dem Markt in Bad Schwartau der Wochenmarkt statt. So ist das seit mehr als 20 Jahren. 22 Marktbeschicker – im Sommer einige mehr – bieten dann dort ihre Waren an: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Blumen und Gewürze. „Wir sind einer von fünf Nahversorgern in Bad Schwartau“, stellt Andreas Boomers fest, der mit seinem Gewürz-Stand auf dem Wochenmarkt vertreten ist.

Doch immer wieder müssen die Marktkaufleute ausweichen, können ihre Stände gar nicht oder nur eingeschränkt auf dem Markt aufbauen. „Bislang gibt es jedes Jahr zwei Verlegungen – wegen Familienfest und Schützenfest – und zwei Kompromisslösungen – beim Oktoberfest und zum Weihnachtsmarkt“, erklärt Andreas Boomers, „damit können wir leben.“ Seit einem Schreiben von der Stadt, in dem die Verwaltung ankündigt, dass die Stadt beabsichtige, das kulturelle Angebot auszuweiten, fürchten die Marktkaufleute jedoch, dass weitere Verlegungen auf sie zukommen. „Aus unserer Sicht ist das Maß aber erschöpft“, betont Andreas Boomers. Daher sammeln die Marktkaufleute noch bis zum 17. November Unterschriften. Damit fordern sie den Bürgermeister auf, die Nutzung des Marktes während der Wochenmarktzeiten ausschließlich dem Wochenmarkt vorzubehalten. Mehr als 600 Wochenmarktbesucher haben bereits unterschrieben. „Die Kunden wünschen sich genau wie wir Planungssicherheit“, sagt Andreas Boomers. Je häufiger der Wochenmarkt verlegt werde, desto mehr würden Kunden sich abwenden – das zeige das Beispiel anderer Städte im Umkreis, so Boomers, der sich zudem auf die Wochenmarktsatzung beruft.

Die Wochenmarktsatzung ist 1996 in Kraft getreten. Damals wurde der Wochenmarkt vom Parkplatz am Eutiner Ring auf den Markt verlegt – „gegen unseren Widerstand“, wie sich Boomers erinnert, die Marktkaufleute hätten genau die Konflikte mit Weihnachtsmarkt und anderen Festen befürchtet. Um diese Sorgen zu entkräften, sei die Satzung ausgearbeitet worden. Darin steht, dass der Wochenmarkt auf dem Marktplatz stattfindet. Hinderungsgründe wie Bauarbeiten könnten zur zeitweiligen Verlegung führen. In Paragraf 4, auf den sich die Stadt jetzt berufe, sei zwar festgehalten, dass es kein Anrecht auf einen festen Platz gebe, „aber das bezieht sich auf einzelne Händler und ihre Stände, nicht auf den gesamten Wochenmarkt“, erläutert Boomers seine Sicht.

Andreas Boomers und seine Kollegen hoffen, die Stadt mit der Unterschriftenaktion auf ihre Belange aufmerksam machen zu können. „Wer hier nicht einkauft, hat für unsere Situation vielleicht kein Verständnis“, sagt er. Die Stadt solle den Wochenmarkt endlich als Nahversorger wahrnehmen, der ein Recht hat, seine Kunden zu versorgen, „und uns nicht wie einen Wanderzirkus behandeln“.

Ilka Mertz

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