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Bad Schwartau Bad Schwartau: Kommt ein Senioren-Mitmach-Zentrum in die Markttwiete?
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau: Kommt ein Senioren-Mitmach-Zentrum in die Markttwiete?
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17:02 11.01.2019
Gunnar Thies (Mitte) spendet dem Gemeinnützigen Bürgerverein Bad Schwartau, dessen Mitglied der Eigentümer des Hauses Markttwiete 3 (im Hintergrund) ist, 5000 Euro; die Vorstandsmitglieder Klaus Nentwig (l.) und Henning Beck danken. Quelle: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Es ist wahrlich kein neues Problem in Bad Schwartau: der Leerstand von Einzelhandelsflächen im Zentrum. Vor allem in der Lübecker Straße stehen zahlreiche Ladenflächen leer, doch auch in der Markttwiete gibt es Flächen, die schon lange ungenutzt sind. Besonders oft genannt und besonders bösartig häufig als „Schandfleck“ betitelt: das erste Obergeschoss des großen Gebäudes mit der Nummer 3. Während im Erdgeschoss in einem Drogeriemarkt und einer Bäckerei-Filiale munteres Treiben herrscht, steht das erste Obergeschoss schon seit Jahren leer. „Die vor 15 Jahren dort entwickelte Königswegpassage konnte sich trotz Rolltreppe, Aufzugs- und Treppenanlagen nicht auf dem Markt durchsetzen“, sagt nun auch Gunnar Thies, seit 25 Jahren Eigentümer der Immobilie im Herzen Bad Schwartaus. Der Grund: „Einzelhandelsflächen im Obergeschoss werden in Großstädten nur unzureichend angenommen“, so Thies.

Nun will der Rechtsanwalt sich aktiver als bislang daran beteiligen, die Bad Schwartauer Innenstadt zu beleben. „Die positive Entwicklung der Innenstadt ermutigt mich jetzt auch“, so seine Begründung. Erster Schritt: Gunnar Thies hat dem Gemeinnützigen Bürgerverein, dessen Mitglied er seit Jahren ist, eine Spende von 5000 Euro zukommen lassen. „Die Spende ist zweckfrei, was uns natürlich besonders freut“, sagt Klaus Nentwig, Vorsitzender des Bürgervereins, einzige Auflage sei, dass etwas für die Innenstadtbelebung getan werden soll. „Da wird uns schon was einfallen“, so Nentwig. Doch Gunnar Thies möchte noch mehr tun: Er will endlich wieder Leben in seine Immobilie bringen. „Wir möchten mit dem Gebäude gerne bleiben, also müssen wir uns was einfallen lassen“, sagt er. Seine Idee: „ein Senioren-Mitmach-Zentrum“.

Was genau er darunter versteht? Im ersten Obergeschoss soll auf 650 Quadratmetern ein Zentrum für Senioren entstehen mit Café und Tanzflächen, Physiotherapie, Logopädie, Friseur, Fußpflege und ähnlichen Anbietern. „Gerade die älteren Mitbürgern, die mehr als ein Drittel von Bad Schwartaus Bevölkerung ausmachen“, haben die Zeit, die Innenstadt auch vormittags zu beleben“, erklärt er. Ihm schwebe ein Treffpunkt vor, wo die Senioren sich eben nicht nur etwas vorsetzen lassen, sondern wo sie selbst aktiv werden: „Sie sollen selber einen Kuchen backen und dann gemeinsam essen“, erklärt er. Mit Rolltreppe und Fahrstuhl sei das Obergeschoss bereits barrierefrei angebunden, also bestens für ein solches Zentrum geeignet. In vielen größeren Städten gebe es derartige Zentren bereits, er wolle in den kommenden Monaten prüfen, ob es sich im kleineren Stil auch in Bad Schwartau realisieren lasse, so Thies.

Bei Thomas Buchholz, Vorsitzender der Aktivgruppe Handel und Gewerbe (AHG), kommt die Idee außerordentlich gut an: „Das wäre ein klasse Projekt, um die Fläche wiederzubeleben“, findet er. Aus seiner Sicht sei das Projekt durchaus umsetzbar und könne langfristig „in unserer Drei-Generationen-Stadt“ bestehen. Wichtig sei eine sehr gute Qualität, „denn Bad Schwartau hat das Potenzial“, so Buchholz. Dann sei das Zentrum eine Bereicherung für die Stadt.

Auch Bürgermeister Uwe Brinkmann findet: „Ein solches Zentrum würde sehr gut ins Stadtbild passen.“ Daher stehe die Stadt einer Fortentwicklung und Belebung bei gleichzeitiger Fassadenerneuerung sehr positiv gegenüber. Während die Umsetzung des Senioren-Zentrums noch vage in der Zukunft liegt, sind andere Pläne schon konkreter. Im Sommer will Gunnar Thies die Fassade seiner Immobilie neu lackieren lassen, an der Farbe wird sich vermutlich nicht viel ändern: „Die Farbgebung wurde seinerzeit von einem Architekten festgelegt, der Mitglied in der Akademie der Künste war“, erläutert der Eigentümer. Im Zuge dieser Erneuerung soll aber dann auch der runde Treppenvorbau verschönert und besser in die neue Nutzung integriert werden.

Bürgermeister Uwe Brinkmann verspricht: „Wir unterstützen die Eigentümer sehr gerne.“

Ilka Mertz

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