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Bad Schwartau Bad Schwartau will fahrradfreundliche Stadt werden
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartau will fahrradfreundliche Stadt werden
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09:05 07.11.2013
Reimer Fuhrmann (72, links) und Gerhard Jansen (71) von der Wählergemeinschaft Bad Schwartau wünschen sich, auch nach der Innenstadt-Umgestaltung die Markttwiete mit dem Fahrrad befahren zu dürfen. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Reimer Fuhrmann ist täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Um die 3000 Kilometer pro Jahr radelt der 72-Jährige durch Bad Schwartau und Umgebung. Schon im Kommunalwahlkampf hat der Vertreter der Wählergemeinschaft Bad Schwartau (WBS) angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl ein Konzept für ein fahrradfreundliches Bad Schwartau zu entwickeln. Jetzt hat Fuhrmann sein Wahlversprechen eingelöst und gemeinsam mit Rudolf Meisterjahn ein 15-seitiges Konzept für ein besseres und vor allen Dingen sichereres Fahrradfahren in Bad Schwartau vorgelegt. Schon im Vorfeld haben die Grünen Zustimmung signalisiert. Aber auch von SPD und CDU gibt es Lob für sein Konzept. Einstimmig wurde jüngst beschlossen, dass das WBS-Papier auch in den Verkehrsentwicklungsplan einfließen soll.

„Bad Schwartau ist eine Stadt, die sich geradezu fürs Fahrradfahren anbietet. Das, was in Buxtehude, Stade und Oldenburg möglich ist, können wir auch“, so Fuhrmann. Doch die Infrastruktur sei nicht so, dass sich Radfahrer wirklich überall wohl und sicher fühlen können. So sind die Radwege teilweise in einem schlechten Zustand: Gullideckel, durch Baumwurzeln aufgeplatzte Wege, gepflasterte Kreuzungseinmündungen und viel zu hohe Fahrbahnkanten machen das Radeln nicht attraktiv. Verbesserungswürdig sind laut Fuhrmann grundsätzlich die Zufahrten in die Stadt. Die Erreichbarkeit von Süden (an der L 309), von Südwesten aus Stockelsdorf kommend (L 230), von Norden aus Ratekau kommend (L309), oder von Osten aus Sereetz über die Kaltenhöfer Straße kommend ist aus Sicht Fuhrmanns erheblich verbesserungswürdig. „Lediglich der Radweg von Pohnsdorf bietet eine sichere Radwegeverbindung zu den Schulen“, so Fuhrmann. Er schlägt unter anderem als Sofortmaßnahmen vor, in der Carl-Diem-Straße und vor allem an der L 309 (Riesebusch) einen markierten Schutzstreifen auf der Fahrbahn für Radfahrer einzurichten. Für mehr Sicherheit in diesem Bereich soll zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für Autofahrer sorgen.

Auch eine Aufhebung des Radweg-Benutzerzwanges in der Eutiner Straße stadtauswärts auf der linken Seite mache Sinn. Er plädiert in diesem Bereich auch für einen kombinierten Rad- und Fußweg auf der rechten Fahrbahnseite.

Von der Bauverwaltung erntet das Fuhrmann-Papier grundsätzlich Zustimmung: „Viele Punkte sprechen uns aus dem Herzen“, sagt Amtsleiter Maik Lindemann. Er sehe bei diversen Änderungsvorschlägen allerdings Schwierigkeiten, weil diese Landes- oder Kreisstraßen beträfen und die Stadt dort nicht in Eigenregie Maßnahmen ergreifen könne.

Lindemann mahnt, zunächst den Verkehrsentwicklungsplan zu erstellen, damit ein Gesamtkonzept vorliege. Greife man an einer Stelle in den Verkehr ein, habe das Auswirkungen an anderer Stelle. „Wenn alles gut geht, können wir dieses Jahr noch mit der Datenerhebung beginnen“, kündigt der Amtsleiter an. Zwar werde das endgültige Resultat erst in ein bis zwei Jahren vorliegen. Es gebe aber die Möglichkeit, das Thema Radwege als erstes zu bearbeiten und Maßnahmen, die in dieser Hinsicht beschlossen werden, Priorität einzuräumen.

Fuhrmann will so lange dennoch nicht warten: „Wir brauchen jetzt eine Lösung“, fordert er, „nicht erst in einigen Jahren.“ Unterstützung bekommt er von Vertretern der übrigen Fraktionen. Der Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz hat die Verwaltung inzwischen beauftragt, zu prüfen, ob einige der vorgeschlagenen Maßnahmen bereits im Vorfeld durchgeführt werden können. Finanzielle Mittel dafür sollen gegebenenfalls außerplanmäßig im Haushalt bereitgestellt werden. Ausschussvorsitzende Ellen Reil (Grüne): „Es ist wichtig, das Thema Radwege stärker in den Fokus zu rücken.“ Auch, wenn einige Vorschläge vielleicht nicht eins zu eins umgesetzt werden könnten — „passieren muss auf jeden Fall etwas“.

Damit noch mehr Bad Schwartauer aufs Fahrrad umsatteln, muss es laut Fuhrmann aber auch mehr Abstellmöglichkeiten geben. „Auch nach der Umgestaltung der Markttwiete muss es dort ausreichend Fahrradständer geben“, fordert Fuhrmann, der sich auch für das Befahren der Fußgängerzone stark macht. „Das setzt natürlich auch ein vernünftiges Miteinander von Fußgängern und Radfahrern voraus“, so Fuhrmann, der aber auch weiß, dass gerade diese Position für viele Diskussionen sorgen wird.

J. Binder und S. Prey

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