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Bad Schwartauer will Weltregatta in den Norden holen

Bad Schwartau Bad Schwartauer will Weltregatta in den Norden holen

Hans-Harald Schack hat selbst am „Clipper Round The World Race“ teilgenommen — Einen Stopp in Lübeck oder Kiel hält er für möglich und sucht Sponsoren.

2014 segelte Hans-Harald Schack drei Monate auf der „Switzerland“. Die Reise führte von China über San Francisco, Panama und Jamaika nach New York. Die Stopps der Etappen variieren jedoch von Rennen zu Rennen.

Quelle: Fotos: Clipper Race/schack*

Bad Schwartau. Es ist eine der größten Herausforderungen der Welt und eine Belastungsprobe wie kaum eine andere: Beim „Clipper Round The World Race“ segeln Amateure um den Globus. Der Bad Schwartauer Hans-Harald Schack hat vor zwei Jahren an dem Ausnahme-Wettbewerb teilgenommen. Jetzt will er das Segel-Event in den Norden holen.

LN-Bild

Hans-Harald Schack hat selbst am „Clipper Round The World Race“ teilgenommen — Einen Stopp in Lübeck oder Kiel hält er für möglich und sucht Sponsoren.

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„Das letzte Stück der achten Etappe führt momentan von New York über Den Helder in den Niederlanden zurück zum Startpunkt London. Den Helder will aber nicht mehr mitmachen — da hatte ich die Idee mit Deutschland“, sagt der 61-Jährige. „Hamburg oder Bremen bieten sich natürlich an. Aber das Rennen über Lübeck, Kiel oder Rostock zu führen ist genauso gut möglich. Für Schiffe dieser Größe bedeutet der Weg durch das Kattegat und den Nord-Ostsee-Kanal nur einen Umweg von kaum mehr als ein bis zwei Tagen.“

Jetzt ist Schack, der als Journalist und durch jahrzehntelange Segelerfahrung international vernetzt ist, auf der Suche nach Sponsoren — Städten oder auch Unternehmen. San Francisco ist zum Beispiel dabei, London, Finnland, Seattle, Qingdao in China oder Brest in Frankreich sowie die britische Regierung. „Lübeck wäre für mich natürlich ein Heimspiel“, schmunzelt er. Nach den Sponsoren werden die Schiffe benannt und die Standorte werden Anlaufstelle der Crews.

„Für deutsche Firmen wäre das eine grandiose Gelegenheit“, sagt er. Sponsoren hätten durch den Zwischenstopp der Delegationen schon Millionenverträge an Land gezogen, weiß er. Kontakte nach China zu knüpfen sei zum Beispiel nicht einfach. „Ich wurde in China mehrfach angesprochen, Kontakte nach Deutschland herzustellen“, sagt Hans-Harald Schack.

Im Moment hat er Vorträge geplant, um die Idee zu verbreiten — beim deutsch-britischen Yachtclub in Berlin oder auch bei der deutsch-britischen Handelskammer in Hamburg. Kürzlich hat er auch in Bad Schwartau über seine Erlebnisse berichtet. Der gelernte Redakteur war lange für eine große deutsche Zeitung tätig und schreibt seit vielen Jahren für Segelzeitschriften. Als eine neue Schiffsgeneration in London vorgestellt wurde, war er von dem Rennen begeistert.

„Ich habe mich normal beworben, um die Regatta für eine Etappe zu begleiten“, erinnert er sich an den Anfang. Er wurde ausgewählt, hat in seiner freien Zeit 15 Artikel verfasst und einen Blog mit 60 Beiträgen. Die Veranstalter waren so angetan, dass er eine zweite Etappe mitsegeln durfte. Insgesamt war er in 2014 drei Monate auf der „Switzerland“ unterwegs, hat inklusive Training 12000 Seemeilen absolviert und zehn Kilo verloren. Die Reise führte von China über San Francisco, Panama und Jamaika nach New York. „Ein Referent hat mal gesagt: ,Wir machen euch nass, kalt und müde, nehmen euch jede Menge Geld ab und es gibt schlechtes Essen‘“, erinnert sich der Bad Schwartauer.

„Doch im Gegenzug erhält man ein Schiff im Wert von einer Million und die Option, die Strecke heil zu überstehen“, sagt er. „Die Leute finden, das ist ein fairer Deal.“ Warum tut man sich das an? „Es ist das große Abenteuer“, sagt Schack. Die beste Segelausbildung, die er erlebt hat. Das dreiwöchige Training vor dem Rennen sei „vollgestopft bis zur letzten Sekunde“. Es ist die einzige Regatta, die nicht von Profis sondern von Amateuren auf Rennyachten gesegelt wird. Nur die Skipper sind Profis.

An den Schoten schuften Professoren und Friseurinnen, „Taxifahrer neben Geschäftsführern, Hausfrauen neben Bankern und Ingenieure neben Rugby-Spielern“, schreiben die Veranstalter. Die Kosten beginnen etwa in der Höhe eines Neuwagens. Die Leute verwenden dafür Abfindungen, lösen Lebensversicherungen auf.

„Man hat sein ganzen Leben etwas davon“, sagt Schack. Schließlich spricht er aus Erfahrung: „Als Journalist kommt man naturgemäß viel herum, aber das war eine der besten Unternehmungen meines Lebens.“

Das Rennen

Das Clipper Race ist von der britischen Segler-Legende Sir Robin Knox-Johnston ins Leben gerufen worden. Das aktuelle Rennen hat vor zwei Woche begonnen. Die Boote befinden sich derzeit mitten auf dem Pazifik.

670 Teilnehmer aus 40 Nationen sind beim Rennen vor zwei Jahren angetreten. Sie werden nach einem strengen Recruiting-Verfahren ausgewählt und absolvieren vor dem Start straffes Segel-Training.

Sie segeln bei dem Rennen auf zwölf identischen Yachten und können 40000 Seemeilen in elf Monaten zurücklegen. Sie steuern 16 Städte auf sechs Kontinenten an. Manche Teilnehmer sind beim ganzen Rennen dabei, andere nur auf Etappen. Start ist in London.

Die Schiffe — „Clipper 70“ — sind 23 Meter lang. Die volle Weltumsegelung kostet aktuell 45200 Pfund (58000 Euro) inklusive Verpflegung an Bord, jedoch ohne Reisekosten und Landaufenthalte. 5000 Kalorien verbrennt ein Crewmitglied etwa pro Tag.

• Internet:

www.clipperroundtheworld.com

Von Irene Burow

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