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Bad Schwartau Bad Schwartaus Flüchtlingshilfe macht Schule
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartaus Flüchtlingshilfe macht Schule
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20:58 03.06.2016
Mohammed Burhan (30) zeigt den Friedrich-List-Schülern sein Zuhause in der Kaltenhöfer Straße. Quelle: Fotos: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Rund 80 Frauen und Männer engagieren sich in Bad Schwartau in der Flüchtlingshilfe. Für die Koordination zeichnet die Lebenshilfe Ostholstein und der Kinderschutzbund Ostholstein im Auftrag der Stadt Bad Schwartau verantwortlich.

Die Qualifizierung für haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sowie andere Projekte der Lebenshilfe und des Kindschutzbundes finden bundesweit Beachtung.

Das Team um Lena Middendorf macht nicht einfach nur einen Job. Die hiesige Flüchtlingshilfe hat mittlerweile Vorbildcharakter für andere Städte und Kommunen. Unlängst war eine Delegation von der Universität Frankfurt/Oder da, die im ganzen Bundesgebiet „best practice“-Beispiele besucht und alle Ergebnisse zusammenträgt. „Klar, das macht uns auch ein wenig stolz“, sagt Lena Middendorf, die selbst von der Entwicklung in Bad Schwartau angetan ist.

Jetzt waren Schüler des 13. Jahrgangs der Friedrich-List-Schule aus Lübeck zu Besuch bei der Lebenshilfe in Bad Schwartau. „Dass uns auch Gruppen aus der großen Nachbarstadt besuchen, freut uns“, sagt Middendorf, die allerdings weiß, dass es auch einfacher ist, in einem kleineren Rahmen zu arbeiten. „Der Zusammenhalt in Bad Schwartau ist ungemein größer“, so Middendorf, die mit ihrem Team haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer qualifiziert. Und das mit Erfolg. „Unsere 80 Helfer sind kontinuierlich dabei.“

Die Schüler haben im Rahmen der Projekttage zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ die Koordinierungszentrale für die Flüchtlingshilfe besucht. Dabei kamen nicht nur Fragen zur Integrationsarbeit auf. „Gibt es auch Hass gegen die Helfer?“, wollte Robert Wutzel wissen. Lena Middendorf wusste tatsächlich von zwei älteren Damen zu berichten, die zwar gern helfen, aber auch sagten, dass ihre Nachbarn davon nichts wissen dürften. Beeindruckt haben die Klasse von Ursula Herre auch die Flucht-Berichte von Ali Eid, Amer Khartabil und Mohammed Burhan aus Syrien und Irak. „Es ist schon etwas anderes, wenn man so hautnah davon hört und nicht aus den Medien“, so Stefan Münder, der bislang wenig direkten Kontakt zu Flüchtlingen hatte.

Spannend und aufschlussreich für die Schüler war auch ein anschließender Besuch in der Flüchtlingsunterkunft an der Kaltenhöfer Straße. „Willkommen in meinem schönen Zuhause“, begrüßte Mohammed Burhan die Gruppe. Der 30-jährige Iraker lebt seit Herbst vorigen Jahres in Bad Schwartau und ist mittlerweile selbst schon ein Bestandteil des Helferteams bei der Lebenshilfe. Unlängst hat er sich gemeinsam mit anderen Flüchtlingen bei dem Projekt „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“ schulen lassen.

Sebastian Prey

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