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Bad Schwartau Bahn lenkt ein: Beschrankte Übergänge werden beseitigt
Lokales Bad Schwartau Bahn lenkt ein: Beschrankte Übergänge werden beseitigt
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16:36 30.04.2016
Der Bahnübergang an der Kaltenhöfer Straße ist ein Nadelöhr. Das hat mittlerweile auch die Deutsche Bahn erkannt. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Der Bahnübergang an der Kaltenhöfer Straße ist seit Jahrzehnten nicht nur ein Ärgernis. Die häufigen Schließzeiten der Schrankenanlage kosten viel Zeit und sind zudem bei Einsatzfahrten für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst eine unberechenbare und damit auch gefährliche Größe. Das kann auch die Deutsche Bahn nicht mehr leugnen und macht jetzt erstmals Vorschläge, die beschrankten Bahnübergänge in der Ortsdurchfahrt zu beseitigen. Für die Kaltenhöfer Straße gibt es laut Bahn zwei mögliche Varianten: Eine Gleiserhöhung mit Unterführung der Straße oder eine Straßenbrücke mit unveränderter Gleishöhe. Die von Bad Schwartau favorisierte „Kaltenhof-Brücke“ mit Tieferlegung der Gleise und einem Trog werde von der Bahn als zu teure „Luxus-Variante“ gesehen. Der Bahnübergang Elisabethstraße soll nach dem Neubau von Straßen ersatzlos aufgehoben werden.

Rund 128 Züge sind derzeit täglich auf der Strecke unterwegs. Im Zuge der Schienenanbindung für die Feste Fehmarnbeltquerung werden bis zu 258 Züge prognostiziert. „Rein theoretisch könnte die Schließdauer pro Stunde dann bei 45 Minuten liegen“, berichtete jetzt Bernhard Schmidt aus der Bauverwaltung im Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz. Ob dieser Prognose spricht die Bahn laut Schmidt selbst von einer „wesentlichen Veränderung bei der Ortsdurchfahrt Bad Schwartau“. Somit seien die entsprechenden Vorschriften des Bundes-Immissionschutzgesetzes anzuwenden.

Soweit die gute Nachricht, die Schmidt verkünden konnte. Allerdings seien die Verhandlungen mit der Bahn über die Folgen der Hinterlandanbindung noch gespickt mit vielen Hindernissen. So müsste aus Sicht der Bahn die Stadt Bad Schwartau ein Drittel der Kosten für das Kreuzungsbauwerk an der Kaltenhöfer Straße tragen. Von Seiten der Bahn könne ja schließlich alles so bleiben, wie es ist. Weitere Knackpunkte dürften die Themen Lärmschutzwände und die Auswirkungen von Erschütterungen für rund 100 Gebäude entlang der Ortsdurchfahrt sein. „Entscheidend ist dabei auch auf welcher Grundlage verhandelt und von welcher Vorbelastung ausgegangen wird“, erklärte Schmidt. So wolle die Bahn beispielsweise Güterverkehre, die seit fast 20 Jahren auf der Strecke nicht mehr verkehren als Vorbelastung in die Bewertung einfließen lassen, um so Maßnahmen gegen Lärm und Erschütterungen möglichst gering zu halten.

Einstimmig votierte der Ausschuss für den Vorschlag, ein Rechtsgutachten in Auftrag zu geben, um prüfen zu lassen, ob bis zu 20 Jahre alte Abwägungskriterien als Grundlage dienen dürfen. Schmidt erhielt für seine Ausführungen Applaus und Anerkennung. „Ich bin erschüttert, was ich da gehört habe“, sagte Heinz-Dieter Steigert (SPD). „Uns bleibt nur, das Beste rauszuholen“, erklärte Inga Stammer (CDU) und Andreas Marks (WBS) bemerkte: „Es bewegt sich etwas, aber ich favorisiere weiter die Absenkungs-Variante für die Kaltenhöfer Straße.“

Kameras am Bahnhof

Einstimmig hat der Ausschuss sich für die Neuanschaffung von hochwertigen HD-Kameras am Bad Schwartauer Bahnhof ausgesprochen. Der Antrag der Verwaltung wurde sogar noch um einen Vorschlag von Lüder Garms (Bündnis 90/Die Grünen) ergänzt. Garms regte an, die Überwachung des Bahnhofs nicht nur auf die beiden Eingangsbereiche und die Bahnhofshalle zu beschränken. „Es wäre sicherlich auch sinnvoll, die beiden Unterführungen im Bahnhof gleich mit zu überwachen“, erklärte Garms.

Die neue Technik soll laut Ordnungsamtschef Bernd Kubsch so schnell wie möglich installiert werden. Die bisherigen Kameras waren überaltert und auch gar nicht mehr angeschaltet.

Von Sebastian Prey

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