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Bad Schwartau Belastungstest für die Platanen in der Markttwiete
Lokales Bad Schwartau Belastungstest für die Platanen in der Markttwiete
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20:28 31.05.2016
Mit einer Seilwinde wird der Platanen-Belastungstest vorgenommen.

Svenning Holz macht zunächst kein Geheimnis aus seinen Notizen. Der 39-jährige Landschaftsingenieur und Baumexperte von der Pinneberger Firma Thomsen führt Protokoll. Er zeichnet alle Daten genau auf, die die Elastometer (misst die Dehnung der Randfaser) und Incliometer (misst die Neigung des Wurzeltellers), wenn sein Kollege mit einer Seilwinde vorsichtig an der Platane zieht. „Der Test wird nicht ausgereizt. Wir wollen den Baum ja nicht verletzen, sondern nur die Reaktionen ermitteln. Mit Hilfe der Messdaten und den Eckdaten wie Stammumfang, Höhe und Kronen-Durchmesser können wir später am Computer verlässliche Ergebnisse ermitteln, die Aussagekraft zu Orkanlast und Belastbarkeit des Baumes haben“, erklärt Holz. Bei der Platane in Höhe des Eiscafés „Eisberger“ in der Markttwiete wird die angegurtete Platane mit maximal 400 Kliogramm gezogen. „Das ist nicht viel, aber der Stamm ist auch nicht sonderlich dick“, erklärt Holz.

Gestern wurden exemplarisch einige Bäume eingehend mit einem Zugtest untersucht, um die Standfestigkeit zu ermitteln – Ein Saugbagger legte die Wurzeln frei.

Ein paar Meter weiter kommt ein großer Sauger zum Einsatz. Vor dem Eingang zur Passage Twiete wird bei einer Platane das Wurzelwerk mit einem Sauger freigelegt. „Das ist eine ganz schonende Methode.

So wird das Wurzelwerk nicht verletzt“, sagt Carolin Welchert aus dem Bauamt. Bei der Freilegung werden die Wurzeln nicht beschädigt, aber eines wird auch für das nicht geschulte Auge sichtbar: Das Wurzelwerk ist bereits stark verletzt. Die Experten wollen zu dem Befund keine Stellungnahme abgeben. Auch der nächste Zugtest an einer Platane direkt am Eingang zur Markttwiete wird nicht weiter kommentiert. „Die Ergebnisse bekommt zuerst der Auftraggeber“, sagt Holz und verweist zudem noch auf ausstehende Berechnungen, die erst ein konkretes Ergebnis ausmachen. Ob der wohl doch überraschenden Datenlage kommt der Saugbagger noch unplanmäßig zusätzlich an der „Eisberger“-Platane zum Einsatz. „Da gab es bislang keine Baumaßnahmen“, begründet Welchert die zusätzliche Untersuchung. Das Ergebnis: Die Wurzeln sind dort nicht beschädigt, aber sie haben sich in nur 35 Zentimeter Tiefe in die Fläche ausgebreitet. Das bedeutet für die Umgestaltung enorme Probleme, denn der Aufbau für die neue Markttwiete beträgt 45 Zentimeter.

Bereits am morgigen Donnerstag sollen erste vorläufige Ergebnisse der Untersuchungen den Mitgliedern des Ausschusses für Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz in der Sitzung ab 18 Uhr in der Gaststätte Pariner Berg mitgeteilt werden. „Bis die endgültigen Ergebnisse vorliegen, wird es aber noch ein wenig dauern“, so Welchert.

Entsprechend bleibt auch die Zukunft der Platanen in der City weiter ungewiss. Der Streit um die Platanen ist jüngst erneut in der Stadt entfacht, weil die Baufirma angekündigt hat, keine Gewährleistung für die Pflasterung zu übernehmen, denn das Wurzelwerk der Platanen im Untergrund wirkt sich so störend aus, dass über kurz oder lang mit Verschiebungen der Steine gerechnet werden müsse. Zudem haben die Leute vom Bau Bedenken zur Standsicherheit der Platanen in der Markttwiete angemeldet.

Sebastian Prey

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