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Belt-Projekt nimmt weitere Hürde

Berlin/Eutin Belt-Projekt nimmt weitere Hürde

Am Mittwoch will das Bundeskabinett den Bundesverkehrswegeplan 2030 beschließen. Mit auf der Liste der rund 1000 Verkehrsprojekte, in die der Bund in den nächsten 14 Jahren insgesamt 269,6 Milliarden Euro investieren will, steht die Schienenanbindung des geplanten Fehmarnbelttunnels.

So könnte auf deutscher Seite das Belttunnel-Bauwerk neben dem Fähranleger von oben aussehen.

Quelle: Femern A/S (hfr)

Berlin/Eutin.  Auf knapp unter 1,52 Milliarden Euro veranschlagt Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Neu- und Ausbau der 152 Kilometer langen Strecke zwischen Hamburg und Puttgarden, wobei das Geld ganz überwiegend in Ostholstein verbaut werden soll.

Sechs Wochen lang, vom 21. März bis 2. Mai, konnte die Öffentlichkeit Stellung nehmen zum neuen Verkehrswegeplan. Fast 40 000 Bürger, Kommunen und Organisationen nutzten diese erstmals gegebene Möglichkeit. Etwa 1000 Anregungen griff das Ministerium auf. Welche das sind, das will Dobrindt aber erst nach dem Kabinettsbeschluss veröffentlichen. Verraten hat er bislang nur, dass vor allem Schienenprojekte weiter gestärkt werden. Nach Informationen der LN wurden in erster Linie in Nordrhein-Westfalen Schienenprojekte mit neuer Priorität versehen.

Bei der Planung der Hinterlandanbindung des Belttunnels gibt es offenbar keine Änderungen mit finanziellen Auswirkungen. Das ergibt sich jedenfalls aus dem Referentenentwurf für die Kabinettssitzung, den das Bundesverkehrsministerium den anderen Ressorts im Vorfeld der Sitzung zur Abstimmung zugeleitet hat und der den LN vorliegt.

Danach sind in den gut 1,5 Milliarden Euro Projektkosten ein zweigleisiger, elektrifizierter Ausbau der Strecke zwischen Bad Schwartau und Ratekau sowie zwischen Göhl und Puttgarden vorgesehen.

Zwischen Ratekau und Göhl soll eine neue Trasse gebaut werden. Die gesamte Strecke ist auf Tempo 160 ausgelegt und maximale Güterzuglängen von 835 Meter. So sollen die Überholgleise zwischen Hamburg-Wandsbek und Puttgarden auf 850 Meter Nutzlänge erweitert werden. Die angesetzte Summe von 1,52 Milliarden Euro beinhaltet ebenfalls eine zweigleisige Fehmarnsundquerung mit Umfahrung von Großenbrode und elektrifizierter Stichstrecke nach Burg. Auch nach Neustadt soll eine neue eingleisige Stichstrecke führen.

Begründet wird die Notwendigkeit für die neue Eisenbahnstrecke unter anderem mit den Verpflichtungen aus dem 2008 unterzeichneten Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark, mit einer Fahrzeitverkürzung um 16 Minuten im Personenverkehr und mit niedrigeren Transportkosten im Güterverkehr, sei doch Route nach Schweden über Fehmarn um 140 Kilometer kürzer als über Flensburg und Jütland. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis wird mit 1,7 angegeben. Das heißt: Es wird davon ausgegangen, dass jede investierte Million einen Nutzen von 1,7 Millionen Euro bringt.

Neue Bahnhöfe oder Haltepunkte sind nach dem Referentenentwurf in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug, Lensahn, Oldenburg und Großenbrode vorgesehen. Der Kreis Ostholstein hatte in seiner Stellungnahme moniert, die Verkehrsstation Ratekau fehle. Zudem sei die Auflistung der Kosten von 1,52 Milliarden Euro nicht nachvollziehbar. Kritisiert wurde ebenso die Güterzug-Prognose für 2030.

Sie geht von 49 Güterzügen täglich aus, während Tunnelbauer Femern A/S mit über 70 Güterzügen kalkuliert. Der Planer im Bundesverkehrsministerium rechnen bisher damit, dass es im wesentlichen bei einer Verlagerung des Güterverkehrs von der Jütland- auf die Fehmarn-Route bleibt. Die Jütlandroute über Flensburg wird demnach 45 Güterzüge bis 2030 verlieren. Möglicherweise gibt es nach der Kabinettsentscheidung neue Zahlen.

Im Detail nachlesen lässt sich der bisherige Planungsstand im Internet unter www.bvwp2030.de. Ob Straße, Schiene oder Wasserstraße: Für jedes Verkehrsprojekt hat Dobrindts Ministerium ein Dossier erstellt, abrufbar über das Projektinformationssystem „Prins“.

Oweriens Appell: Sich einbringen!

Der Bürgermeister von Scharbeutz, Volker Owerien, ruft alle Einwohner und Betriebe in der Gemeinde dazu auf, sich kritisch mit der so genannten Hinterlandanbindung auseinanderzusetzen. „Weisen Sie bitte auf die künftigen Beeinträchtigungen hin, auf die künftige Verlärmung, Erschütterungen und Luftverschmutzungen/Feinstaub, auf den Verlust der Erholungsqualität der Außenwohnbereiche und der Erholungsgebiete, auf den Wertverlust ihres Grundstücks sowie Einbußen bei Vermietung beziehungsweise Verkauf von Ferienwohnungen“, schreibt der Bürgermeister in einer Pressemitteilung. Anlass ist das Änderungsverfahren der Planfeststellung der Beltquerung. Die Planänderungsunterlagen liegen noch bis zum 12. August im Bauamt der Gemeinde öffentlich aus. Bis zum 26. August können Betroffenheiten vorgetragen werden. „Nutzen Sie dieses Verfahren als Chance der Beteiligung und bringen Sie weitere Argumente ein“, appelliert Owerien. Am 4.

August findet für den Bereich Scharbeutz im Rathaus Ratekau ab 19.30 Uhr eine Info-Veranstaltung mit einer von den Gemeinde beauftragten Rechtsanwältin statt, am 10. August in der Touristinformation Sierksdorf ab 19 Uhr.

 Arnold Petersen

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