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Bad Schwartau Benefizkino für herzkranke Kinder aus Afghanistan
Lokales Bad Schwartau Benefizkino für herzkranke Kinder aus Afghanistan
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08:59 27.01.2016
Dr. Werner Henschel (Mitte) untersucht mit Prof. Dr. Friedrich-Christian Rieß und Ärztin Wagma Amin den kleinen Sahel. Quelle: Fotos: Hfr, Meyer

Es gibt in Afghanistan zahlreiche Kinder, die an lebensbedrohlichen Herzerkrankungen leiden. Doch in ihrem Heimatland fehlt es an medizinischen Möglichkeiten, um ihnen zu helfen. Viele betroffene Kinder hat das Team des Projekts „Herzbrücke“ der Albertinen-Stiftung aus Hamburg von Afghanistan in die Hansestadt geholt und operiert. Zwischen 12500 und 20000 Euro kostet ein Eingriff in der Regel. Dafür braucht die Stiftung Gelder. Bei einem Benefizkino am Sonntag, 14. Februar, möchten Lars-Roman Paech, Inhaber des Movie Star Kinos, und das Team des Kommunalen Kinos (Koki) Bad Schwartau Spenden für die Stiftung sammeln. Gezeigt wird der Film „Drachenläufer“.

„Es ist eine schwierige Situation gerade für kranke Kinder in so einem Krisengebiet“, sagt Dr. Sabine Pfeiffer, Geschäftsführerin der Albertinen-Stiftung. Auf einer Warteliste lassen sich die kleinen Patienten registrieren. Zwei Mal im Jahr wird acht bis zehn Kindern die lebensrettende Operation in Hamburg ermöglicht — das nächste Mal im April. Die Patienten sind in der Regel zwischen 5 und 14 Jahre alt. „Wir wollen sie mit einem guten Gefühl später wieder nach Hause schicken. Denn je älter die Kinder sind, desto mehr nehmen sie die Wohlstandsgesellschaft hier wahr“, so Pfeiffer. Das sei ein sensibles Parkett.

„Für uns ist es wichtig, dass wir vorab relativ sichere Diagnosen aus Afghanistan bekommen.“ Zum einen um die Operationskosten einschätzen zu können, zum anderen um abzuwägen, ob überhaupt noch geholfen werden kann. „Dafür hat unsere Stiftung vor Ort Ärzte weitergebildet.“ 131 herzkranke Kinder konnten erfolgreich operiert werden. „Eines ist leider verstorben und eines mussten wir zurückschicken — wir konnten nicht helfen, eine Woche später ist das Kind im Beisein seiner Familie gestorben“, sagt Dr. Sabine Pfeiffer.

Die kleinen Patienten fliegen zusammen mit dem Team der Herzbrücke ohne ihre Eltern nach Hamburg. Dort verbringen sie zunächst drei Wochen Eingewöhnungszeit bei ihren Gasteltern. In dieser Zeit werden die Kinder komplett durchgecheckt. Brauchen sie eine Brille? Sind die Zähne in Ordnung? „Gerade bei den Zähnen ist es wichtig, dass vor so einer OP keine Bakterienherde da sind“, so Pfeiffer.

In Kooperation mit dem Albertinen-Krankenhaus, wo die meisten Operationen durchgeführt werden, und dem Universitätsklinikum Eppendorf werden die Kinder von Herzchirurg Prof. Dr. Friedrich-Christian Rieß, medizinischer Leiter der „Herzbrücke“, operiert. „Er, aber auch das gesamte Team, engagiert sich über das Maß“, sagt Pfeiffer. „Er war selbst sechs Mal Gastvater, vor allem bei schwierigen Fällen, die mehr Betreuung brauchten.“ Etwa fünf Wochen bleiben die Kinder nach dem Eingriff bei der Gastfamilie, Nachkontrollen werden gemacht. „Meistens sind sie danach fit.“ Viele von ihnen werden zurück im Heimatland weiter von den ehemaligen Gasteltern unterstützt. „Sie finanzieren oft die Bildung als Paten — das kostet etwa 50 Euro im Monat.“

Lars-Roman Paech hat die Kinder mit dem Team der „Herzbrücke“ am Flughafen in Dubai auf dem Weg nach Hamburg getroffen. „Ich musste einfach fragen, was die machen“, sagt der Kino-Inhaber. „Mich hat das dann so betroffen gemacht.“ Er beschließt, zu helfen. In Absprache mit dem Koki soll die „Herzbrücke“ Anlass der nächsten Benefizveranstaltung sein. „Zwei Vertreter der Stiftung werden über die Arbeit berichten und es wird einen kurzen Film dazu geben“, sagt Jörn Krause, Vorsitzender des Koki. „Dann zeigen wir den Kinofilm ,Drachenläufer‘ — der handelt von zwei befreundeten Jungen, die in Kabul aufwachsen. Danach ist Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen. Dabei wollen wir Spenden sammeln.“ Die Veranstalter hoffen auf rege Teilnahme. Paech:„Ganz Lübeck kann kommen — keiner wird abgewiesen, wir können alle Säle nutzen.“

Hier gibt‘s Karten
Los geht‘s am 14. Februar ab 11.30 Uhr im Movie Star, Eutiner Ring 14. Der Eintritt kostet zehn Euro pro Person. Im Preis inbegriffen sind ein Getränk und Snacks, die vom Kino gesponsert werden. Der Erlös kommt der Herzbrücke zugute. Karten können ab Donnerstag, 28. Januar, im Movie Star erworben werden.

Kim Meyer

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