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Bad Schwartau Beschwerlicher Weg zum Aktionsplan Inklusion
Lokales Bad Schwartau Beschwerlicher Weg zum Aktionsplan Inklusion
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18:14 20.05.2016
Expertin Petra Mälk begleitet Klaus Adler im „Altersanzug“ beim Treppensteigen. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Bei dem Thema Inklusion helfen schon lange keine Ausreden mehr. „Inklusion ist ein Menschenrecht. Die entsprechende UN-Konvention hat Deutschland 2009 unterzeichnet. Inklusion ist also geltendes Recht“, sagt Lena Middendorf von der Lebenshilfe Ostholstein. Middendorf begleitet das Inklusions-Projekt „Ostholstein – erlebbar für alle“. Dass dabei nicht nur bauliche Barrieren zu beseitigen sind, zeigt jetzt die Resonanz für die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung eines „Aktionplanes Inklusion“ in der Stadt Bad Schwartau. Gerade einmal 20 Interessierte kamen in die Mensa der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule. „Das ist schon enttäuschend“, räumte Bürgermeister Gerd Schuberth bei der Begrüßung ein. Zumal sich auch die Politik rar machte. Nur eine handvoll Stadtvertreter, die gesondert eingeladen wurden, war gekommen. Identische Veranstaltungen in den Nachbargemeinden waren wesentlich besser besucht. „Gemessen an der Einwohnerzahl ist dieser Abend schon ernüchternd. In Timmendorfer Strand hatten wir rund 70 Teilnehmer“, so Middendorf, die aber auch gleich eine positive Richtung vorgab. „Die, die gekommen sind, sind auf alle Fälle die Richtigen.“

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Lena Middendorf von der Lebenshilfe Ostholstein.

Bürgerbefragung

Um das Thema Inklusion in Bad Schwartau auf breitere Füße zu stellen, wird nun über eine Bürgerbefragung nachgedacht. Dabei soll nicht nur geklärt werden, wie barrierefrei Bad Schwartau schon ist. Lena Middendorf: „Wir wollen natürlich auch wissen, wo es Handlungsbedarf gibt.“

Unter den Teilnehmern waren auch einige Experten wie Heinz Koch, der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen in Stockelsdorf, oder Klaus Adler aus dem entsprechenden Beirat des Kreises Ostholstein. Adler nutzte die Gelegenheit, einen „Altersanzug“ anzulegen, der simuliert, wie man sich im hohen Alter fühlt. „Da ist ja jeder Schritt beschwerlich“, berichtet der 72-Jährige nach seinem kleinen Treppengang mit Bleiweste, Halskrause, Gehörschutz und sichtfeldeinschränkender Brille. „Das ist jetzt natürlich ein extremer Wechsel. In Natura sind die altersbedingten Einschränkungen ein schleichender Prozess“, so Middendorf, die auch von den Erfahrungen aus anderen Gemeinden, die an dem Projekt „Ostholstein – erlebbar für alle“ teilnehmen, berichtete. Dabei seien unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt worden. So wird in Fehmarn an einem rollstuhlgerechten Sportplatz gearbeitet und in Ratekau wird in Kürze ein Aktionsplan Inklusion verabschiedet, um mit vielen Änderungen die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu verbessern. „Davon ist man in Bad Schwartau noch weit entfernt“, so Middendorf, die aber die Hoffnung für die größte Stadt im Kreis nicht aufgegeben hat. „Der Abend war nicht vergebens. Wir haben sechs Plakate mit Verbesserungsvorschlägen erarbeitet.“

Sebastian Prey

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