Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Besondere Handwerkskunst auf dem Martinsmarkt
Lokales Bad Schwartau Besondere Handwerkskunst auf dem Martinsmarkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:38 13.11.2016
Renate Franke aus Lübeck fertigt schon seit 21 Jahren Scherenschnitte. Beliebt waren gestern Stadt-Silhouetten von Lübeck. Quelle: Fotos: Irene Burow

„In Bad Schwartau ist die Atmosphäre sehr familiär. Alle kennen sich, und die Standgebühren bewegen sich auch im Rahmen“, lobt Nicole Hellhund aus Stockelsdorf. Sie gehört zu den vielen Kunsthandwerkern, die sich in ihrer Freizeit einem besonderen Hobby widmen und auf Märkten ihre kreativen Ideen feilbieten. Gestern war großer Martinsmarkt in der Bad Schwartauer Krummlandhalle und der angrenzenden Mensa in der Schulstraße. Tabea Bremer (l.) aus Lübeck stöbert zwischen den genähten Schätzen von Nicole Hellhund. Die Handtaschen gefallen ihr, Hingucker sind zudem kleine Kosmetiktaschen, auf denen Wörter wie „Frauengedöns“, „Lieblingsmensch“ oder „Schwesterherz“ gestickt stehen.

In der Krummlandhalle und der benachbarten Mensa herrschte gestern munteres Treiben – Verkäufer stimmten auf Weihnachten ein.

Besucherin Kerstin Köster aus Bad Oldesloe sucht nach ersten Weihnachtsgeschenken. Am Stand von Dagmar Musfeldt aus Lübeck hält sie Ausschau nach einer Muschel-Kette für die Freundin ihres Sohnes.

„Sie mag sowas. Ich finde diesen Schmuck außergewöhnlich“, sagt sie. Die Kunsthandwerkerin arbeitet mit Muscheln, seit sie eine besonders schöne, dunkle in Portugal gefunden hat. 2007 hat sie ihre Kunst zum ersten Mal auf einem Basar gezeigt. Sammelte sie das Naturmaterial zunächst noch selbst, bringen inzwischen Freunde und Familienmitglieder immer neue Muscheln mit – aus Neuseeland, Florida, Mexiko, Thailand, weltweit. „Es ist jedes Mal spannend, wenn ich sie aufschneide“, sagt Dagmar Musfeldt. Und dann fängt sie an zu flexen, schleifen und bohren, bis ihr die Ketten, Ohrringe, Ringe oder Armbänder gefallen. Auch Korallen, Bernsteine und Ammoniten verarbeitet sie.

Charles Thomas aus Sereetz hat sich hingegen in seiner Freizeit den Kerzen verschrieben. „Man braucht für die Herstellung viel Geduld“, sagt er. Denn nur bei richtiger Konsistenz des Wachses entstehen die Formen so, wie er sie haben will. Zum Beispiel als Glühbirne oder Pyramide. Innen sei der Wachs einfarbig, doch außen bunt. „Wenn die Kerzen herunterbrennen, leuchten sie dadurch besonders“, sagt er.

Am Martinsmarkt haben sich neben Vertretern der Partnerstädte Bad Doberan, Villemoisson-sur-Orge und Czaplinek auch Organisationen und Verbände beteiligt. Im Sinne des Heiligen Martin kommen die Standgebühren und Spenden den Bedürftigen zu Gute. Diese Tradition wird seit mehr als 30 Jahren gepflegt: Diesmal gehen die Erlöse an das Weihnachtshilfswerk.

 Irene Burow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige