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Bad Schwartau Braucht Bad Schwartau wirklich noch zwei Gymnasien?
Lokales Bad Schwartau Braucht Bad Schwartau wirklich noch zwei Gymnasien?
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08:59 30.11.2015
Das Leibniz-Gymnasium (aktuell etwa 770 Schüler) wurde in weiten Teilen schon saniert. Quelle: Fotos: Wegner/prey
Bad Schwartau

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mehr als 50 Prozent aller Kinder, die das Gymnasium am Mühlenberg und das Leibniz-Gymnasium besuchen, kommen von einer Grundschule außerhalb von Bad Schwartau. „Rein theoretisch würde ein dreizügiges Gymnasium ausreichen, wenn man die Zahl der Einpendler auf Null setzt und nur noch die ‘eigenen‘ Kinder beschult“, berichtete Anja Reinemann-Matatko von der Projektgruppe „Bildung + Region“ jetzt im Ausschuss für Bildung und Jugend. Mit dieser Aussage überraschte jetzt die Expertin ohne aber eine konkrete Empfehlung für die künftige Schullandschaft in Bad Schwartau zu geben. Schließlich ist der Erhalt der beiden gymnasialen Schulstandorte auch eine mögliche Variante, denn die Schülerzahlen inklusive Einpendler werden vermutlich künftig stabil bleiben.

66 Minuten lang präsentierte Reinemann-Matatko die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für Bad Schwartau und beeindruckte die Politiker mit einem Feuerwerk an Zahlen, um die Veränderungen bei den Schülerzahlen und und Hintergründe zu erläutern. „Der Vortrag war sehr beeindruckend. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Zahlen so spannend sein können“, sagte Hans-Peter Pahlke (SPD). Konrad Rahe von den Grünen schwärmte gar: „So ein konzentriertes Referat habe ich noch nie erlebt.“ Die Präsentation zeigte aber auch, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Schullandschaft in Bad Schwartau zu gestalten. „Als Schulträger gibt es auch die Möglichkeit, die Zügigkeit zu begrenzen. Das ist ein absolut legitimes Mittel, um die Zahl der Einpendler auch zu begrenzen“, erklärte Reinemann-Matatko.

Und damit liegt nun der Ball bei der Politik, die jetzt in der Angelegenheit auch Tempo aufnehmen will. „Wir sollten so schnell wie möglich und wie bereits beschlossen einen interfraktionellen Arbeitskreis einberufen“, schlug Andrea Zacharias von der WBS vor. Angesichts der vielen Mädchen und Jungen aus Stockelsdorf, Ratekau, Ahrensbök und Lübeck, die eines der hiesigen Gymnasien besuchen, regte Ellen Brümmer (CDU) an, mit diesen Kommunen Gespräche zu führen, um sie entsprechend an den finanziellen Lasten zu beteiligen. Denn die können gewaltig sein. Am Leibniz-Gymnasium steht aktuell noch die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume für rund 3,5 Millionen aus. Sollten Fördermittel vom Bund in Höhe von 1,6 Millionen Euro fließen, wird die Sanierung mit Sicherheit in Angriff genommen. Ohne Förderbescheid steht diese Sanierung allerdings weiter auf der Kippe. Das Gymnasium am Mühlenberg ist sogar ein kompletter Sanierungsfall. Um das marode Gebäude an der Ludwig-Jahn-Straße auf Vordermann zu bringen oder komplett neu zu bauen, wäre ein zweistelliger Millionbetrag erforderlich. „Wir haben da schon etwas für die unterschiedlichsten Varianten durchgerechnet, aber die Zahlen sind noch sehr vage, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen“, erklärte die Referentin Reinemann-Matatko. Die Kostenschätzungen für die unterschiedlichsten Varianten von Sanierung beider Gymnasien, Neubau eines neuen Schulzentrums oder die Konzentration auf einen bestehenden Standort ohne Kinder von außerhalb sollen aber beim ersten Treffen des interfraktionellen Arbeitskreises am 16. Dezember vorliegen und den Politikern bei der Entscheidung helfen. Der Ausschussvorsitzende Carsten Dyck (CDU): „Eine Sache nehmen wir aber heute schon alle mit. Unsere Schulen müssen beide sehr gut sein, sonst würden nicht so viele Schüler von außerhalb kommen.“

Sebastian Prey

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