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Bad Schwartau Bürgerverein erwirbt neues Kunstwerk für die Stadt
Lokales Bad Schwartau Bürgerverein erwirbt neues Kunstwerk für die Stadt
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09:00 29.10.2018
Der Gemeinnützige Bürgerverein Bad Schwartau hat eine weitere Skulptur des Künstlers Paul Peterich erworben: die Bacchantin aus dem Jahr 1935 Quelle: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Noch fristet die Schönheit ein Schattendasein in einem Keller, nur für einen Fototermin wird sie kurz ans Licht geholt. Doch für die dauerhafte Dunkelheit ist sie schlichtweg zu schade: die „Bacchantin“ von Paul Peterich – neueste Errungenschaft des Gemeinnützigen Bürgervereins Bad Schwartau.

1,20 Meter groß ist die tanzende, junge Frau und damit „die größte Skulptur von Peterich, die wir je hatten“, erklärt Vorstandsmitglied Henning Beck, der das Werk zusammen mit dem Vorsitzenden Klaus Nentwig bewundert. Auf Zehenspitzen zum Sprung ansetzend, das linke Bein schon in der Luft, zeugt die „Bacchantin“ von übersprudelnder Lebensfreude. Die Arme anmutig in die Höhe gereckt, Bänder, die ihren Körper umspielen, ein gewinnendes Lächeln im feinen Gesicht: Keine Frage, sie ist eine Schönheit – und sich dessen auch bewusst. Im Laufe der Jahre, von denen sie einige im Freien verbracht hat, hat die metallene Figur Patina angesetzt, von der einstigen Vergoldung ist nur noch wenig zu sehen, doch ihrem Reiz tut das keinen Abbruch.

Doch woher stammt das hübsche Mädchen überhaupt? Aus Bautzen. Von einer dort lebenden Frau erhielt Henning Beck vor einigen Monaten einen Anruf. Die „Bacchantin“ stand jahrelang zusammen mit anderen Kunstwerken im Garten ihres Vaters, eines Buchhändlers. Nach dessen Tod wollten die acht Erben die Werke verkaufen. „Die Dame hat herausgefunden, dass wir uns für Werke von Paul Peterich interessieren und uns kontaktiert“, erläutert Beck. Anfangs habe es massive Zweifel gegeben, ob es tatsächlich um einen Original-Peterich handeln könnte, doch die Zweifel wurden nach und nach beseitigt. „Im Fuß der Skulptur gibt es eine Signatur, die haben wir mit der auf anderen Kunstwerken in unserem Museum verglichen“, sagt Henning Beck, auch der ehemalige Museumsleiter Viktor Kaczkowski habe die Echtheit bestätigt. Endgültige Gewissheit gab dann ein Gespräch mit Paul Peterichs Enkel George Peterich, der auf den Bermudas lebt: „Er hat ein Foto aus Familienbesitz, auf dem eben diese Figur als Kleinplastik zu sehen ist“, berichtet Klaus Nentwig.

Die Zweifel waren also ausgeräumt, für 6000 Euro wechselte die „Bacchantin“ in den Besitz des Gemeinnützigen Bürgervereins. In Bad Schwartau, der Geburtsstadt ihres Schöpfers, ist sie also schon mal. Nun wird noch ein geeigneter Standort gesucht. Den Verantwortlichen des Bürgervereins ist es wichtig, die Kunstwerke – auch die, die im nun geschlossenen Museum stehen – öffentlich zugänglich zu machen. Aufgrund ihres Zustands kann die „Bacchantin“ derzeit nicht draußen stehen, vielleicht könne man mal einen Abdruck machen, der dann draußen steht, überlegen Hennign Beck und Klaus Nentwig laut. Doch das Original brauche einen geschützten Platz.

Ilka Mertz

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