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Bad Schwartau Bundesministerin in Stockelsdorf
Lokales Bad Schwartau Bundesministerin in Stockelsdorf
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20:38 07.04.2017
Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles. Quelle: Foto: Ibu

Einer freute sich ganz besonders auf den Besuch von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Stockelsdorfer Herrenhaus: Jens Andermann, der erst kürzlich zum SPD-Ortsvorsitzenden gewählt worden war. Und so sagte er gestern nach nur wenigen Tagen im Amt: „Es ist eine Freude für mich, hier meine oberste Chefin begrüßen zu dürfen“ – und das in zweifacher Hinsicht, denn Andermann ist beruflich mit der Arbeitsagentur verbunden.

Andrea Nahles war auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn nach Stockelsdorf gekommen, um über das Thema „Zusammen stark – Gute Arbeit, sichere Rente!“ zu sprechen. Und um die Werbetrommel für die Partei zu rühren für die Landtagswahl im Mai und die Bundestagswahl im September. Sie räumte nicht nur gängige Parolen aus dem Weg mit „Ausländer sind keine Gefahr für Arbeitsplätze, sie sind eine Bestandsgarantie für innovative Unternehmen“ oder darüber, wie Technik die menschliche Arbeitskraft ersetzt: „Es wird immer apokalyptisch argumentiert. Dass uns irgendwann die Arbeit ausgeht, ist Quatsch.“ Auch Altersarmut sei „nicht so krass, wie es erzählt wird. Drei Prozent der Menschen über 65 Jahre leben zwar von Grundsicherung. Aber auch 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben in solchen Familien.“ Ihr Hauptanliegen sei es, die Kinderarmut zu reduzieren. „Keine Rentnergeneration ist so gut versorgt, wie die heutige“, so die Bundesministerin.

Selbstbewusst resümierte das Polit-Trio, vervollständigt durch die Landtagsabgeordnete Sandra Redmann, was geschafft wurde in den vergangenen Jahren – die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren zum Beispiel, eine verbesserte Erwerbsminderungsrente oder die Mütterrente. Bei der Aufzählung fehle nur die Solidarrente, die vor allem Frauen und Alleinerziehenden helfen soll, die trotz langer Arbeit von Altersarmut bedroht sind. „Trotz Koalitionsvertrag blockiert die CDU das Vorhaben“, so Nahles. „Aber man muss nicht jeden Kompromiss auf den letzten Drücker finden, nur um für Stimmen zu werben. Da warte ich lieber, bis Martin Schulz Kanzler ist und dann machen wir das im nächsten Jahr ganz in Ruhe.“

Der Terminkalender der Ministerin ist straff, so kam sie gestern vom DGB Neumünster nach Stockelsdorf und fuhr schließlich weiter nach Lübeck ins Gewerkschaftshaus und abends nach Geesthacht (Herzogtum Lauenburg), um Nina Scheer im Landtagswahlkampf zu unterstützen.

 ibu

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