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Bad Schwartau Christian Wilcken ist neuer Dorfvorsteher von Klein Parin
Lokales Bad Schwartau Christian Wilcken ist neuer Dorfvorsteher von Klein Parin
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16:59 06.11.2018
Christian Wilcken (33) ist seit Herbst 2018 Dorfvorsteher von Klein Parin.  Quelle: Doreen Dankert
Klein Parin

Dass er einmal Dorfvorsteher seines Heimatdorfes Klein Parin werden würde, das hatte Christian Wilcken überhaupt nicht auf seinem Zettel. Und erst recht nicht, dass er bei Amtsantritt einer der jüngsten Dorfvorsteher sein würde, die die zehn Dorfschaften der Großgemeinde zu bieten hat. 33 Jahre alt ist Christian Wilcken. „Das ist wirklich sehr jung“, sagt Hauptamtsleiter Axel Kerbstadt, der die Entwicklung - auch die personelle – der Gemeinde Stockelsdorf in den vergangenen Jahrzehnten sehr gut im Blick hat.

Auch Christian Wilcken, in Lübeck geboren und in Klein Parin aufgewachsen, weiß, dass er sowas wie ein Jungspund unter den Dorfvorstehern ist. Aber er traut es sich zu. Der Steuerberater, der eigentlich nur für die Zeit des Studiums aus Ostholstein weg war in Kiel, dann zunächst nach Bad Schwartau und vor vier Jahren wieder nach Klein Parin zurückgekommen ist. Jetzt will er „sein Dorf“ als Dorfvorsteher mitgestalten.

Christian Wilcken hat auch schon konkrete Ideen, wo er den Schwerpunkt in seinem Wirken als Dorfvorsteher setzen will. „Ich will versuchen, das Leben auf dem Dorf für junge Familien noch attraktiver zu machen“, erklärt Wilcken, „denn das Leben bietet viel mehr Ruhe und erzeugt viel weniger Stress.“ Außerdem sei die Gemeinschaft auf dem Dorf, das Miteinander ganz anders als in einer Stadt. „Wenn ich mal ein bisschen Zucker brauche, dann gehe ich hier zum Nachbarn und klopfe da mal an“, erklärt der Dorfvorsteher, „aber in einer großen Stadt, da wissen ja viele nicht einmal, wie ihre Nachbarn heißen.“

Dass das Leben auf dem Land so langsam, aber sicher von immer mehr Familien entdeckt wird, das hat Christian Wilcken auch schon für Klein Parin festgestellt. Allein in den vergangenen vier Jahren ist die Einwohnerzahl durch 13 Geburten gestiegen – zwei davon gehören übrigens zur Familie des neuen Dorfvorstehers, der ein verheirateter Vater einer vierköpfige Familie ist.

Auf der Agenda von Christian Wilcken steht deshalb unter anderem, den Spielplatz im Dorf „upzugraden“. „Das wäre sehr wünschenswert“, betont Wilcken, „und dieser Punkt liegt mir sehr am Herzen.“ Genau wie die Wiederbelebung des Laternenumzugs in Klein Parin, der in diesem Jahr nach über zehn Jahren Pause am 4. November zum ersten Mal mit Gitarrenmusik wieder stattgefunden hat. Und das Dorffest soll künftig wieder ein Kinderfest sein. „Mangels Kinder ist das vor vielen Jahren irgendwann mal vom Kinderfest zum Dorffest geworden“, erinnert sich Wilcken, der das nun wieder ändern möchte.

Auch dass Klein Parin noch ein wenig wächst mit einem Neubaugebiet, das kann sich Christian Wilcken gut vorstellen. „Spruchreif ist da aber noch gar nichts“, sagt Wilcken, „aber vorstellbar schon.“ Allerdings handelt es sich bei einem Neubaugebiet in der Größenordnung von Klein Parin – wenn überhaupt – vielleicht um sechs oder sieben Grundstücke. Verdoppeln werde sich die Einwohnerzahl von Klein Parin ganz sicher nicht, so Christian Wilcken, „das hier wird immer ein kleines Dorf bleiben“. Das kleinste von allen in der Großgemeinde. Und das am höchsten gelegene. „Wenn man hier rund um Klein Parin als Jogger unterwegs ist und fünf Kilometer läuft“, sagt Wilcken, „dann ist das so, als würde man auf glatter Strecke zehn Kilometer laufen – so anstrengend ist das Joggen hier wegen der vielen Steigungen.“ Und Christian Wilcken weiß, wovon er spricht, den er gehört zu den Klein Pariner Joggern. Als Ausgleich zu seinem Büro-Job in seiner Steuerkanzlei in Bad Schwartau – und auch, um als passionierter Jäger fit zu sein für die Jagd in den Revieren Klein Parin und Sarkwitz.

Nicht wenige Pläne, die Christian Wilcken hat. Doch nicht nur er auch sein Vorgänger im Amt, Dirk Eigen, der 24 Jahre an der Spitze von Klein Parin stand, traut ihm „auf jeden Fall“ zu, dass er die Belange der kleinsten Dorfschaft mit aktuell 169 Einwohnern in der Großgemeinde zu vertreten weiß. Immerhin hat Dirk Eigen im Vorfeld der jüngsten Dorfschaftsversammlung Christian Wilcken angesprochen darauf, ob er sich vorstellen könne, für das Amt des Dorfvorstehers zu kandidieren. Dirk Eigen betrachtet den Wechsel, der nicht nur an der Spitze, sondern fast im ganzen Dorfvorstand stattgefunden hat, (vier von fünf Mitgliedern sind neu) als eine Zäsur. „Und das ist auch richtig so und gut so, dass jetzt jüngere Leute das übernehmen“, erklärt Eigen, der das Engagement der Klein Pariner lobt, von sich auch was bewegen zu wollen.

Doreen Dankert

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