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Das fast vergessene Kulturdenkmal

Bad Schwartau Das fast vergessene Kulturdenkmal

Am Sonntag ist Tag des Offenen Denkmals. Am Ehrenhain gibt es eine Führung zur Vergangenheit und Zukunft.

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Die Gedenksteine am Ehrenhain sind teilweise stark mit Moos besetzt. Zudem sind die Namen auf den Steinen kaum noch lesbar.

Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Bad Schwartau. Kaum beachtet liegt der Bad Schwartauer Ehrenhain seit Jahren im Dornröschenschlaf. Das soll sich nun ändern. Am Sonntag, 8. September, ist Tag des offenen Denkmals und im Zuge dieses Ereignisses gibt es eine Führung durch die Gedenkstätte unter der Leitung von Bauamtsmitarbeiterin Carolin Welchert. Die gesamte Anlage soll dann im kommenden Jahr größtenteils restauriert und damit zu alter Schönheit gebracht werden. So wie früher, als der Name „Spiegel des Himmels“ noch zu der inzwischen verwilderten Wasseranlage gepasst hat. Welchert betont, dass bei den Restaurierungsarbeiten Denkmalschutz eindeutig vor Naturschutz stehe.

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Die Gedenksteine am Ehrenhain sind teilweise stark mit Moos besetzt. Zudem sind die Namen auf den Steinen kaum noch lesbar.

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Der 1918 von Harry Maasz entworfene Ehrenhain besteht aus zwei Hauptelementen, die bei der Wiederherstellung in den Originalzustand besondere Zuwendung brauchen. „Der erste Block für die Arbeiten sind die Gedenksteine“, erklärt Welchert. Damit verweist sie auf die über 100 Steine, die auf einer Rasenfläche gegenüber des Wassers stehen. Die Namen sind teilweise kaum mehr zu erkennen, die Steine sind rissig und stellenweise mit Moos bewachsen.

Die zweite große Baustelle des Ehrenhaines ist die Wasserfläche an sich. „Die Hainbuchenhecke rundherum muss gestutzt werden“, so Welchert. Das ist allerdings eine vergleichsweise einfache Aufgabe.

Im weiteren Verlauf der Sanierungen muss das fast vollständig verlandete Becken komplett von einem Bagger ausgehoben werden. „Dann kann auch eine Uferbefestigung angelegt werden, die natürlicher aussieht als das Holz, was wir aktuell haben. Die Pflanzen im Becken werden wir aber auf lange Sicht immer wieder unter Kontrolle halten müssen“, vermutet Welchert. Aktuell werden Angebote von drei Landschaftsarchitekten eingeholt. Schlussendlich sollen gelbe Azaleen um das Becken herum den alten Glanz vervollständigen.

Für die gesamte Unternehmung sind bis jetzt Kosten von rund 90 000 Euro veranschlagt worden, über die Hälfte davon werden aus Fördergeldern gedeckt. Bis die schon seit Jahren geplante Sanierung des Ehrenhains abgeschlossen ist, werden die Kosten aber noch steigen. „Die eigentliche Sanierung steht erst ganz am Ende. Der Planungsprozess ist langwierig“, erklärt Welchert. „Immerhin ist der naturschutzfachliche Wert des Beckens durch die Verlandung gesunken, so haben wir die notwendigen Genehmigungen schneller bekommen.“

So originalgetreu die Restaurierung im Endeffekt auch werden soll, eine Neuerung wird es geben: Am Eingang zur Gedenkstätte ist ein Informationsschild geplant, das die Besucher sowohl über den Zweck des Haines als auch den Architekten Harry Maasz informieren soll. „Die ganze Thematik des Ersten Weltkrieges kehrt wieder ins Bewusstsein zurück, vor allem Schulklassen sind öfter an dem Ehrenhain interessiert“, berichtet Welchert. So sollen die Schüler auch maßgeblich zum Inhalt der Informationstafel beitragen. „Die Bevölkerung soll die Tafel letztendlich lesen, also ist es nur sinnvoll, sie auch mit einzubeziehen.“

Am Sonntag beginnt um 10.30 Uhr die Wanderung durch die Gedenkstätte im Riesebusch an der B 207 kurz vor dem Abzweig nach Sereetz mit Erläuterungen zur Anlage, der geplanten Sanierung und zu Harry Maasz. Die Teilnahme ist kostenlos.

Tag des offenen Denkmals — das Programm
Ostholstein — Am Tag des offenen Denkmals gibt es im Kreis Ostholstein viel zu sehen. Diverse besondere Gebäude öffnen am Sonntag, 8. September, ihre Türen unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“. Besucher können spannende Einblicke erhalten; die Denkmale laden zur Betrachtung, zum Nachdenken oder zur Diskussion ein.

Fachklinik Heiligenhafen: Die ehemalige Kasernenanlage in der Friedrich-Ebert-Straße wurde in der Zeit von 1936 bis 1938 für die Luftwaffenersatzabteilung des ehemaligen Reichsluftfahrtministeriums errichtet. Um 14 Uhr startet eine etwa 90-minütige Führung über das Gelände unter der Leitung von Klaus Nehring. Die Teilnehmer treffen sich am Veranstaltungspavillon am Binnensee in Heiligenhafen. Der Saal des Wirtschaftsgebäudes (Haus 25) ist zudem von 14 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet.

Basilika in Altenkrempe: Für Besucher geöffnet ist die Kirche am Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Um 10.15 Uhr wird ein Gottesdienst gefeiert, bei gutem Wetter führt Stephan Vieregge im Anschluss Interessierte auf den Kirchturm. Um 11.30 Uhr gibt das Jagdhornbläserkorps Freischütz Eutin ein Konzert; um 12 und 15 Uhr starten Führungen mit Gisela Künkel. Um 16.30 Uhr singt der Shanty-Chor „Eutiner Wind“.

Kapelle in Bliesdorf: Dort ist die Ausstellung „Kunst zwischen den Meeren“ zu sehen und Musik von Orgel und Querflöte zu hören. Außerdem wird Kaffee und Kuchen angeboten.

Interessierte Besucher sind von 15 bis 17 Uhr willkommen. Entworfen wurde die in den Jahren 1965 und 1966 erbaute Kapelle vom Kirchenarchitekten Otto Andersen.

Vicelin-Kirche in Oldenburg: Das neuzeitliche Kirchengebäude der katholischen Gemeinde St. Vicelin in Oldenburg (Neustädter Straße 2) ist am kommenden Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Um 11 Uhr findet ein Gottesdienst statt, für die Musik sorgt die Organistin der Kirchengemeinde, Dorothea Schumacher. Um 14 Uhr bietet der Architekt Klaus Dörnen eine Führung an.

Feldsteinkirche in Gleschendorf: Besucher können sich hier von 12 bis 16 Uhr umschauen. Ab 12.30 Uhr bietet Roland Strawe auf Wunsch Führungen an. An einer Kaffeetafel können sich die Gäste stärken.

Feldsteinkirche in Ratekau: Geöffnet ist von 11 bis 17 Uhr. Um 11.15 Uhr beginnt eine Führung mit Michael Dittmann, außerdem ist ein Konzert geplant.

Der Architekt
1880 wurde der Landschaftsgärtner Harry Maasz in Cloppenburg geboren. 1946 verstarb er in Lübeck. Nach einer Gartenbaulehre in Stadthagen und einem Volontariat in Bremen studierte Maasz ab 1901 an der Königlich Preußischen Gärtnerlehranstalt in Wildpark bei Potsdam. Von 1912 bis 1922 war er Leiter des Gartenamtes der Stadt Lübeck. Ab 1922 hatte er dort sein eigenes Atelier. Der Bad Schwartauer Ehrenhain von 1918 zählt zu seinen frühesten Werken. Weitere bekannte Arbeiten von Maasz sind unter anderem der Lübecker Schulgarten, der See im Bad Schwartauer Kurpark und der Ehrenfriedhof in Lübeck.

Flemming Witt

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