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„Das schwierigste Jahr meiner Amtszeit“

Stockelsdorf „Das schwierigste Jahr meiner Amtszeit“

Stockelsdorfs Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann zieht im LN-Interview eine Bilanz für das Jahr 2015.

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Da fällt Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (62) das Strahlen nicht schwer. Im neuen Sitzungssaal mit Blick auf die Stockelsdorfer Kirche fühlt sich die Verwaltungschefin richtig wohl.

Quelle: Sebastian Prey

LN: Seit 17 Jahren sind Sie Bürgermeisterin in Stockelsdorf. Wie bewerten Sie das letzte Jahr?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Keine Frage, das abgelaufene Amtsjahr war mit Sicherheit bisher mein schwierigstes und wurde durch das Thema Flüchtlinge besonders geprägt. Das Jahr war entsprechend intensiv, aber auch gut.

LN: Das heißt auf einer Skala von eins bis zehn Punkten?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Ich würde uns wieder acht Punkte geben. Wir haben viele Dinge gut hinbekommen, auf die wir auch stolz sein können.

LN: An was denken Sie da?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Die Unterbringung der Flüchtlinge ist und war eine große Herausforderung, die wir gut hinbekommen haben. Die Mitarbeiter in der Verwaltung haben wirklich toll gearbeitet und viele Überstunden auf sich genommen. Zudem haben die Stockelsdorfer gezeigt, was Willkommenskultur heißt. Ohne die großartige Hilfe der vielen Freiwilligen und des Arbeitskreises wäre das nicht möglich gewesen.

LN: Haben Sie Bedenken, dass die Stimmung ob der großen Belastung kippen könnte?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Natürlich besteht die Gefahr. Wir haben bislang einen Spagat machen müssen, um alles bewältigen zu können. Das ist kein Dauerzustand. Entsprechend haben wir ja jetzt auch den Stellenplan erweitert, um für Entlastung zu sorgen. Eine sozialpädagogische Kraft soll künftig helfen, die Integration besser zu steuern. Wohnraumbeschaffung und Deutschkurse organisieren, reicht halt auf Dauer nicht. Wir müssen auch an der Integration arbeiten. Vielleicht leben Ende 2016 ja schon 600 Flüchtlinge in Stockelsdorf.

LN: Dann reicht das Personal ja auch wieder nicht aus.

Brigitte Rahlf-Behrmann: Dann muss halt wieder aufgestockt werden. Es ist und bleibt ein spannender Prozess. Keiner kann genau sagen, was auf uns noch zukommt.

LN: Fühlen Sie sich eigentlich von Land und Bund beim Thema Flüchtlinge im Stich gelassen?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Im Grunde ist Asylpolitik Aufgabe des Bundes und der Länder. Die Kommunen sollten eigentlich nur unterstützen. Momentan ist die Lage aber eine ganz andere.

LN: Sie meinen, die Kommunen bleiben am Ende auf den Kosten sitzen?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Das kann ich noch nicht genau sagen. Wir versuchen gerade zu ermitteln, wie hoch denn unsere tatsächlichen Kosten sind und was wir an Kostenerstattung zu erwarten haben.

Ab März soll es 2000 Euro als Pauschalbetrag pro Flüchtling geben. Ich bezweifle, dass wir damit am Ende hinkommen. Die zusätzlichen Personalkosten werden wir wohl alleine tragen müssen.

LN: Muss man sich Sorgen um die Stockelsdorfer Finanzen machen?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Wir haben eine aktuelle Verschuldung von 1,5 Millionen Euro. Das ist für eine Kommune wie Stockelsdorf fast nichts. Auch die geplante Neuverschuldung von rund 4,6 Millionen Euro bleibt noch im Rahmen. Das sind ja auch Mittel, die wir teilweise wieder durch Mieten einnehmen werden. Was die Finanzen angeht, bleibe ich also relativ gelassen.

LN: Aber einige Projekte, wie der Ausbau der Ahrensböker Straße werden wieder zeitlich nach hinten verschoben. Und wie sieht es mit dem Feuerwehr-Neubau aus?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Die Ahrensböker Straße wird tatsächlich geschoben, aber wir wollen auch die Zeit nutzen, um Zuschüsse einzuwerben. Am Feuerwehr-Neubau sind wir dran. In 2016 sollen sämtliche Planungsleistungen erbracht werden. 2017/2018 steht dann der Neubau an.

LN: Und die Umgestaltung des Herrengartenparks?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Da wird es zunächst nur Veränderungen im kleinen Rahmen geben. Andere Infrastruktur-Projekte haben da Priorität. Wir brauchen zum Beispiel zusätzliche Plätze in der Kinderbetreuung und die kommen auch. Der Betreuungsbedarf ist gestiegen. In 2016 entstehen jeweils drei neue Kita-Gruppen in dem früheren Almer-Gebäude, in der Einrichtung Himmelblau und eine Krippengruppe in der Gemeinschaftsschule.

LN: Gab es 2015 denn auch Erfolgsmeldungen?

Brigitte Rahlf-Behrmann (strahlt): Die Fertigstellung und Einweihung des Rathausanbaus war der schönste Tag. Mit dem neuen Sitzungssaal verfügen wir nun auch über einen repräsentativen Raum, der überall gut ankommt. Die Stimmen der Kritiker sind vollkommen verstummt. Die Investition war richtig und gut. Auch die Polizei ist froh über ihre neue Unterkunft. Mit der Fertigstellung der zwei Kunstrasenplätze beim ATSV am Rensefelder Weg und dem neuen Radweg zwischen Dissau und Curau sind uns zwei weitere große Würfe in 2015 gelungen.

LN: Wenn Stockelsdorf auch künftig solche Investitionen wuppen möchte, wäre es nicht schlecht, über zusätzliche Einnahmen aus einem Windpark zu verfügen. Wie stehen die Chancen?

Brigitte Rahlf-Behrmann: In Sachen Windpark wage ich keine Prognosen mehr. Die Chancen sind aber auf alle Fälle gestiegen. Die Flugsicherungs-Problematik ist vom Tisch, aber das Genehmigungsverfahren läuft noch.

LN: Was haben Sie sich persönlich für das neue Jahr vorgenommen?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Mehr Zeit mit meinem Mann zu verbringen. Das haben wir uns beide fest vorgenommen. Im Sommer wollen wir gemeinsam mit dem Wohnmobil eine Rundreise durch die Provence und Italien unternehmen.

LN: Sie sind 17 Jahre als Bürgermeisterin aktiv — haben Sie noch Freude daran?

Brigitte Rahlf-Behrmann: Auf alle Fälle. Es ist phasenweise schon sehr anstrengend, aber die Freude überwiegt eindeutig. Die Zusammenarbeit mit der Politik ist gut. Wir kämpfen hier nicht gegen Windmühlen, sondern haben schon gemeinsam viel auf den Weg gebracht. Das bringt Spaß.

Interview: Sebastian Prey

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