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Bad Schwartau Dem Stockelsdorfer Bahnhof auf der Spur
Lokales Bad Schwartau Dem Stockelsdorfer Bahnhof auf der Spur
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13:10 07.01.2018
Daniel Kahns mit seinen Söhnen Jason (13) und Collin (9), Spurensuche Bahnhof Stockelsdorf Quelle: Sebastian Prey
Stockelsdorf

Am Brandenbrooker Weg steht das alte Bahnvorsteher-Haus. Gegenüber beginnt die Straße Am Bahndamm, und die Felder in der Umgebung sind zum Teil noch mit alten Schienen eingezäunt. Viel mehr gibt es nicht, was an Eisenbahn denken lässt. Dabei gab es sogar einen Bahnhof in Stockelsdorf.

Daniel Kahns (39) begibt sich derzeit mit seinen Söhnen Collin (9) und Jason (13) auf Spurensuche. Die Modelleisenbahner wollen nämlich eine Anlage bauen, die an den Bahnhof Stockelsdorf erinnert.

„Darüber Informationen zu bekommen, ist fast unmöglich“, weiß Kahns, der sich schon länger mit dem Gedanken befasst, mehr über die Bahnstrecke zu erfahren, die einst durch Stockelsdorf verlief.

„Seit Jahren beschäftige ich mich mit dieser Strecke und bin auf der Suche nach Bildern und Geschichten. Nur leider ist die Strecke nicht ,geliebt’ gewesen, und es besteht nicht viel Dokumentation dazu“, erklärt Kahns, der gelernter Eisenbahner ist, aber mittlerweile als Fahrlehrer arbeitet.

„Ich habe aber immer noch Eisenbahn im Blut. Ich bin damit sogar aufgewachsen. Mein Vater war Lokführer“, berichtet Kahns, der mit seinen Jungs bei den Eisenbahnfreunden Bad Schwartau aktiv ist. In dem Verein gibt es zwar auch jede Menge Experten, aber das Wissen über die Lübeck-Segeberger Eisenbahn (LSE) ist auch bei diesen sehr begrenzt.

In einem Jahrbuch der Eisenbahngeschichte aus dem Jahre 1990 hat Kahns nun einige Bilder von der Strecke und dem Bahnhofsgebäude Stockelsdorf entdeckt. Ein entsprechendes Modell im Maßstab 1:87 aus Kunststoff hat das Kahns-Trio schon erbaut. Doch die Modelleisenbahner wollen mehr, um möglichst originalgetreu die frühere Szenerie nachzubauen und um möglicherweise auch eine Chronik zu erstellen.

„Der Bahnhof bestand nicht nur aus einem Empfangsgebäude, sondern auch aus zwei Weichen, einem Güterschuppen und einem beschrankten Bahnübergang an der ehemaligen B 206“, sagt Kahns, der hofft, dass sich durch den Bericht in den LN Menschen melden, die sich noch daran erinnern können, wie die Kleinbahn zwischen Lübeck und Bad Segeberg im Einsatz war. „Idealerweise kommen wir so vielleicht an weitere Fotos heran“, hofft Kahns.

Die Bahnstrecke wurde 1917 eröffnet und steuerte unter anderem die Bahnhöfe Schönböcken, Stockelsdorf, Arfrade, Obernwohlde und im Segebergischen Butterstieg, Strukdorf, Geschendorf, Westerrade und Bad Segeberg an.

 Von Sebastian Prey

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