Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Der fünfte Kandidat: SPD schickt parteilosen Juristen ins Rennen
Lokales Bad Schwartau Der fünfte Kandidat: SPD schickt parteilosen Juristen ins Rennen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 25.01.2016
Der 38-jährige Uwe Brinkmann vor dem Bad Schwartauer Rathaus. Quelle: Fotos: S. Prey
Bad Schwartau

Die Kandidatensuche bei der SPD ist beendet: Dr. Uwe Brinkmann heißt der Bürgermeister-Kandidat der hiesigen SPD. Nach den Einzelbewerbern Michael Neese und Gerd Radisch sowie Ellen Brümmer (CDU) und Steffen Dannenberg (WBS) ist Brinkmann der fünfte Bewerber für den Chefsessel im Bad Schwartauer Rathaus. Gewählt wird am Sonntag, 24. April. Eine eventuelle Stichwahl ist für den 8. Mai vorgesehen.

„Es geht nicht nur um Bekanntheit, sondern um Qualifikation“, sagt Brinkmann selbstbewusst. Er ist bisher der einzige Bewerber von außerhalb. Nun will er binnen drei Monaten so bekannt werden, dass die Bad Schwartauer ihm das Vertrauen schenken. „Keine Frage, das Ziel ist sportlich, aber machbar“, erklärt der promovierte Jurist, der es praktisch fast gewohnt ist, einen Spagat zu machen. Bereits als Student hat er nebenbei politische Erfahrungen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene gesammelt. Er war Mitarbeiter mehrerer Bundestagsabgeordneter sowie Büroleiter des ehemaligen Hamburger Wirtschaftssenators Thomas Mirow im Bürgermeisterwahlkampf. Mit seiner Ehefrau und seinen drei Töchtern (drei, fünf und sechs Jahre) lebt er in Hamburg.

Doch der 38-Jährige ist nicht nur in der Hansestadt zu Hause. Seit knapp zwei Jahren arbeitet der gebürtige Bonner im Bundesministerium für Verteidigung in Berlin. Im Range eines Regierungsdirektors agiert er dort im Bereich „Internationale Beziehungen“ und beschäftigt sich unter anderem mit der Beschaffung von Flugzeugen und Satelliten. „Da bin ich ein Teil eines ganz großen Apparates“, berichtet Brinkmann, der mit seiner Familie gern die Großstadt verlassen und in Bad Schwartau Wurzeln schlagen möchte. „Mich reizt es, konkrete Projekte umzusetzen, deshalb will ich die verantwortungsvolle Position im Rathaus übernehmen und dabei über den Tellerrand hinausschauen.“ Er sei ein überparteilicher Kandidat, der keine Berührungsängste mit anderen demokratischen Parteien habe. „In meinem Freundeskreis ist alles bunt gemischt. Meine Ehefrau ist sogar CDU-Mitglied“, sagt Brinkmann, der Schwartau nicht nur als Brotaufstrich vom Frühstückstisch her kennt. „Ich bin seit meinem vierten Lebensjahr Handballer — der VfL ist mir also auch ein Begriff.“

Als überparteilicher Kandidat hofft er nun auch, von anderen Parteien, die keinen eigenen Kandidaten ins Bürgermeister-Rennen schicken, unterstützt zu werden. Die hiesige SPD hat Brinkmann auf alle Fälle hinter sich. „Er wurde einstimmig von den Mitgliedern gewählt“, berichtet der Ortsvorsitzende Yannick Ashby, der die Parteilosigkeit Brinkmanns nicht als Makel, sondern als Chance sieht. „Uns ist es nur wichtig, dass der Kandidat einen sozialdemokratischen Wertekanon vertritt“, erklärt Ashby. Auch Fraktionschef Hans Tylinski ist von dem 38-Jährigen überzeugt: „Er bringt alles mit, was es für die Position des Bürgermeisters braucht.“

Brinkmann, der auch Fregattenkapitän der Reserve ist, hatte in den vergangenen zehn Jahren seiner beruflichen Laufbahn nach eigenen Angaben schon Führungsverantwortung für bis zu 180 Mitarbeiter sowie Rechtsaufsicht für bis zu 5000 Beschäftigte im Bereich des Personal- und Disziplinarrechts.

Mit Bad Schwartauer Themen hat sich Brinkmann bereits beschäftigt. Er will auf alle Fälle die Schulvielfalt erhalten, eine U3-Kinderbetreuung in dem städtischen Kindergarten anbieten und beim Erwerb des Amtsgerichts Netzwerke nach Kiel und Berlin nutzen. „Dann ist auch eine Förderung im sechsstelligen Bereich möglich“, berichtet Brinkmann, der in den nächsten Monaten viel Präsenz in der Stadt zeigen will. „Als Staatsdiener hat man auch die Möglichkeit, im Zuge des Bürgermeister-Wahlkampfs Sonderurlaub zu bekommen.“

Plagiatsvorwürfe
Wer Dr. Uwe Brinkmann googelt, stößt sofort auf ältere Zeitungsartikel aus dem Jahre 2011. Dabei geht es um Plagiatsvorwürfe in der Doktorarbeit Brinkmanns. Er selbst geht damit auch ganz offen um. „Meine Arbeit hat einer rechtlichen Überprüfung durch ein siebenköpfiges Gremium standgehalten“, sagt der Jurist und verweist dabei auch auf den Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der seinen Titel ebenfalls nach einer Überprüfung behalten durfte. Die Doktorarbeit Brinkmanns hat „Die Harmonisierung des europäischen Rüstungsmarktes im Spannungsfeld zwischen Art. 296 EGV und Art. 17 EUV“ zum Thema.

Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dass man nicht nur im Rheinland richtig Karneval feiern kann, stellt Bad Schwartaus Partnerstadt Bad Doberan Jahr für Jahr eindrucksvoll unter Beweis.

25.01.2016

25 Einsatzkräfte konnten in der Daimlerstraße in der Nacht zu Sonnabend rechtzeitig zwei brennende Fahrzeuge löschen.

25.01.2016

Veranstaltung stand ganz im Zeichen des ersten öffentlichen Auftritts des SPD-Bürgermeister-Kandidaten.

25.01.2016