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Bad Schwartau Der gehetzte Minister: Zwischen Wahlkampf und Syrien-Krise
Lokales Bad Schwartau Der gehetzte Minister: Zwischen Wahlkampf und Syrien-Krise
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21:18 29.08.2013
Immer schnell, schnell: Verteidigungsminister Thomas de Maizière trifft mit einer halbstündigen Verspätung in Bad Schwartau ein. Quelle: Fotos: S. Prey

Noch drei Wochen bis zur Bundestagswahl. Da müssen in den Parteien alle ran. Besonders prominente Köpfe sind gefordert, die Werbetrommel für ihre Partei und Abgeordneten zu rühren. Egal, was in der großen weiten Welt auch passiert. Wahlkampf muss sein. So war jetzt auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière als Wahlkampfhelfer für den hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens in Bad Schwartau unterwegs. Ob der aktuellen Ereignisse in Syrien hat de Maizière sein Wahlhelfer-Programm in Ostholstein kurzfristig verkürzen müssen. Der Termin in der Krummlandhalle blieb dabei aber unberührt.

Die Brassband spielt auf. Mit einer halben Stunde Verspätung betritt der Verteidigungsminister den Veranstaltungssaal. Ein Teil der 130 Besucher steht auch auf, um den Minister mit Applaus zu begrüßen. De Maizière versucht freundlich zu lächeln, schüttelt einige Hände, aber er wirkt alles andere als entspannt. Die Lage in Syrien hat er da wohl noch fest im Kopf. Auf dem Weg von einem Truppenbesuch in Neustadt nach Bad Schwartau soll der Minister mit Berlin und auch einigen europäischen Kollegen telefoniert haben. Die Lage ist ernst und die Miene de Maizières ebenfalls. Als Bürgervorsteherin Birgit Clemens ihn in der Stadt willkommen heißt und ihm eine Geheimwaffe für schwierige Situationen wünscht wie Bad Schwartau sie hat, klatscht der Minister in die Hände. „Die Brassband ist die Geheimwaffe in unserer Stadt. Sie ist überall dabei und sorgt für gute Stimmung“, so Clemens.

Sichtlich angespannt geht dann der Minister aufs Podium. Mit betretener und gedämpfter Stimme erklärt er: „Ich bitte um Verständnis, dass ich zum Thema Syrien hier und heute nichts sagen kann.“ In der Krummlandhalle macht sich sogleich betroffene Stille breit. Der Verteidigungsminister versucht, auf andere Gedanken zu kommen. Er lobt Ingo Gädechens als einen verlässlichen Partner im Verteidigungsausschuss und hebt seine fröhliche Art hervor. „In der Politik gibt es so viele verkniffene und frustrierte Gesichter. Auf einen wie Gädechens zu treffen, tut gut“, sagt de Maizière, der langsam aber sicher auf Wahlkampf-Modus umschaltet. Er spricht über die Schwierigkeit, die Bundeswehr so strategisch auszurichten, um der neuen Rolle Deutschlands in der Welt auch gerecht zu werden.

„Eine Sonderrolle aufgrund unserer Geschichte gibt es nicht mehr. Das heißt aber auch nicht, dass wir uns überall einmischen müssen“, sagt der Minister unverfänglich. Die Partei- und auch die aktuelle Weltpolitik lässt er hinter sich. 40 Minuten lang und er merkt am Ende seines Vortrags: „Das war jetzt irgendwie keine Wahlkampfrede.“ Er entschuldigt sich dabei bei Gädechens, der das auch mit einem freundlichen Lächeln wegsteckt. Schließlich gibt‘s viel Applaus.

Vier, fünf Fragen lässt de Maizière noch aus dem Publikum zu. Er warnt noch schnell vor Rot-Grün, wirbt für seine Partei als verlässlichen Partner, bekommt Marzipan von Maximilian (9) aus Timmendorfer Strand und macht noch schnell mit Gädechens und seinem Junge Union Team auf dem Schulhof ein Gruppenfoto, bevor er dann in der schweren gepanzerte Audi A 8 Limousine verschwindet und sofort zum Telefon greift.

Sebastian Prey

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