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Bad Schwartau Der letzte Bissen
Lokales Bad Schwartau Der letzte Bissen
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21:35 30.11.2016
Von Stefanie Ender
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Neulich im Supermarkt an der Fleischtheke: „Entenbraten, Gänsekeule und Hühnerfrikassee, die kommen bei mir nicht mehr auf den Tisch“, empört sich eine Frau mit vollem Gemüsekorb. Ihr Mann ist sichtlich nervös in Vorausahnung eines vegetarischen Weihnachtens. Eine zweite Dame wirft ein, dass sie ohnehin nur noch vegan esse. Alle sind sich einig, dem H5N8-Virus damit zu entkommen. Und das, obwohl niemand je bewiesen hat, dass gekochtes Geflügelfleisch den tödlichen Erreger auf den Menschen überträgt.

Die Panikmache ist perfekt. Alle reden von der Vogelgrippe, Einzelne hören nur Tod, schimpfen über zu wenig Kontrolle im Hühnerstall und boykottieren mit Vegetarismus. Andere folgen. Was kommt als Nächstes? Wollen wir etwa den Hühnerschlachter von nebenan als Präsidenten unserer selbsternannten Geflügelphobierepublik wählen? Kommt für mich gar nicht in Frage. Ich habe heute Morgen rohes Ei gegessen, nur um zu sehen, wie es schmeckt. Und nun habe ich keine Bauchschmerzen, und sicher stehe ich morgen wieder aufrecht mit beiden Beinen im Leben. Ich stelle mir das schockierte Gesicht der Frau mit dem Gemüsekorb vor.

Wer auf jeder Welle der hippen Foodindustrie mitreiten will, soll es tun, braucht aber einen toleranten Magen. Denn die Essenstrendsetter sagen jedes halbe Jahr etwas Neues. Einmal ist Fisch schlecht, dann tierisches Eiweiß generell, später wieder vegan sein. Ein Hurra auf die Askese und die selbstgerechte Weltverbesserlüge. Ich jedenfalls werde mir heute Abend das Hühnchen Vindaloo beim Inder um die Ecke wie gewohnt schmecken lassen. Am Ende müssen wir alle ins Gras beißen. Und das wird uns bestimmt nicht schmecken.

LN

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