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Bad Schwartau Deutlich weniger Flüchtlinge auf der Zuweisungsliste
Lokales Bad Schwartau Deutlich weniger Flüchtlinge auf der Zuweisungsliste
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15:16 05.02.2016
In Stockelsdorf sind bereits Container aufgestellt worden, in Bad Schwartau sind sie bestellt. Quelle: Fotos: Dd, Sep
Entspannung in der Flüchtlingsfrage? Jein. Mehrere Bürgermeister des Kreises berichten von deutlich geringeren Zuweisungen an neuen Flüchtlingen für das erste Quartal 2016. Bis zu einem Drittel niedriger ist die Zahl derer, die kurzfristig unterzubringen und zu betreuen sind. Der Kreis bestätigt diesen Trend, will aber keine konkreten Zahlen nennen, so Kreissprecherin Anja Sierks-Pfaff.

Der Verteilschlüssel

Die Sollaufnahmequote bezeichnet die Zahl der neu zugewiesenen Flüchtlinge. Ihre tatsächliche Zahl weicht zum Teil deutlich davon ab.

Bad Schwartau: 398 (2015), 224 (2016)

Stockelsdorf: 334 (2015), 187 (2016) Die Einwohnerzahl ist maßgeblich für die jeweilige Zuweisungsquote.

Den LN liegt der Verteilschlüssel vor. Danach nennt die sogenannte Sollaufnahmequote 2016 für Ostholstein 2244 Flüchtlinge, im vergangenen Jahr waren es 4000. Am Ende wird es aber wieder auf die 4000 hinauslaufen, denn aus dem Vorjahr sind rein rechnerisch 1756 zugewiesene Flüchtlinge noch nicht angekommen. Sierks-Pfaff begründet die geringere Quote damit, dass das Land die Menschen länger in seinen Erstaufnahme-Einrichtungen behalte. Die dadurch deutlich verringerte Zuweisung solle die Gemeinden entlasten.

„Die ursprünglich befürchtete Zahl für 2016 ist nicht eingetreten. Der maximale Druck ist dadurch erst mal geringer“, sagt Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU). Laut Verteilschlüssel mussten in der Stadt 2015 genau 398 Flüchtlinge aufgenommen werden, in diesem Jahr sind es 224. Doch die Zahl täuscht: „Nur weil es eine leichte Entspannung gegeben hat, können wir von unseren Planungen nicht abrücken.“ Durch einen Überhang des vergangenen Jahres müsse noch immer für 400 Menschen eine Bleibe gefunden werden. Die Container sind bestellt, sie werden in Langenfelde Nord aufgestellt, eine deutlich kleinere Anzahl in der Kaltenhöfer Straße.

In der Gemeinde Stockelsdorf lag die Sollzahl 2015 bei 334, für 2016 stehen in der Theorie 187 auf der Liste des Kreises. Aktueller Stand der Dinge ist jedoch, so die Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos), dass in diesem Jahr insgesamt 339 Flüchtlinge aufzunehmen sind. „Ein paar sind schon angekommen“, so die Bürgermeisterin, „und wir bekommen jede Woche neue hinzu“. Auch wenn derzeit der Strom an Flüchtlingen etwas weniger stark ist: „Zu sagen, wie sich die Zahlen tatsächlich entwickeln“, so Rahlf-Behrmann, „das ist, als würde man in die Glaskugel gucken. Das weiß

keiner so genau“. In Stockelsdorf jedenfalls strebe man eine Eins-zu-eins-Betreuung der Flüchtlinge durch ehrenamtliche Helfer an, damit die Integration schnell und gut gelinge.

Während die Gemeinden versuchen, alle ihnen zugeteilten Flüchtlinge unterzubringen und zu betreuen, baut das Land die Erstaufnahmeeinrichtungen weiter aus. Auf dem Truppenübungsplatz Putlos stehen 1440 Plätze zur Verfügung — derzeit sind aber nicht einmal 500 davon belegt. Landesweit sind es insgesamt 12210 Plätze in 13 Einrichtungen. Rund 55000 Flüchtlinge sind 2015 in Schleswig-Holstein eingetroffen. Bis vergangenen Montag waren es seit Jahresbeginn 2204. sas/ibu/DD

Stockelsdorf strebt 1:1-Betreuung an

Auch 2016 wird wieder eine große Zahl von Flüchtlingen in Stockelsdorf erwartet. Insgesamt sind in diesem Kalenderjahr 339 unterzubringen, 20 davon sind schon da. Das teilte die Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann mit. 250 Flüchtlinge wurden bis Ende 2015 bereits untergebracht. Um die Flüchtlinge, die bereits da sind, zu betreuen, wurde vor rund eineinhalb Jahren der Arbeitskreis Willkommenskultur gegründet. Angesiedelt ist dieser Arbeitskreis beim DRK Stockelsdorf. Auf ehrenamtlicher Basis helfen hier zurzeit 15 Flüchtlingsbegleiter. Dazu kommen noch einmal drei Helfer, die als Koordinatoren für die Flüchtlingshelfer tätig sind: Sieglinde Glaesner, Bärbel Krüger und Erika Fichtner-Ehrlich.

Doch die Zahl der freiwilligen Helfer reicht offenbar nicht aus, deswegen werben Verwaltung und das DRK um neue Mitstreiter. Am Montag, 15. Februar, soll es deswegen dazu im Sitzungssaal des Rathauses um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung für aktuelle und künftige Helfer geben.

„Mit der Zahl der ankommenden Flüchtlinge“, so Rahlf-Behrmann, „müssen auch die Strukturen der Betreuung angepasst werden“. Man habe festgestellt, dass hoher Informationsbedarf besteht. Bei den Flüchtlingen sowieso, aber auch bei den Helfern ist das der Fall. Zudem soll es künftig regelmäßige Treffen der Helfer geben, „denn der Erfahrungsaustausch unter ihnen ist auch sehr gewünscht“, erklärt Sieglinde Glaesner.

„Das angestrebte Ziel für Stockelsdorf sei eine 1:1-Betreuung der Flüchtlinge“, so die Bürgermeisterin, die sehr wohl wisse, dass das ein sehr ehrgeiziges Ziel ist. „Das ist das Beste, was wir erreichen können.“

Infos über Flüchtlingshelfer und deren Aufgaben gibt es im Internet unter www.stockelsdorf.de, unter dem Link Aktuelles, Stichwort Migration.

DD
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