Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Die Entscheidung ist gefallen: So sieht bald die Markttwiete aus
Lokales Bad Schwartau Die Entscheidung ist gefallen: So sieht bald die Markttwiete aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:19 20.09.2013
Die Markttwiete der Zukunft: einige Platanen bleiben erhalten, dazu kommen inselförmige Hochbeete. Quelle: Zeichnung: TGP

Die Stadtvertretung hat sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Entsprechend ging auch der jahrelange Findungprozess nach der besten Variante für die Umgestaltung der Markttwiete mit einer leidenschaftlichen Debatte zu Ende. Mit Stimmen der CDU, FDP und auch Teilen der WBS wird nun die Vorschlagsvariante B des Planungsbüros TGP umgesetzt. „Es gab drei Vorschläge. Zwei mit exponierten Haltungen und eine Kompromisslösung“, erklärte CDU-Fraktionschefin Ellen Brümmer, die ganz in grün gekleidet auch keinen Hehl daraus machte, dass in ihrer Fraktion die Variante für eine komplette Neugestaltung ohne Platanen durchaus viele Befürworter gefunden hat. „Wir investieren Millionen und dafür benötigen wir eine breite Akzeptanz der Bürger. Diese Akzeptanz ist bei der Variante B am größten, das hat die Auswertung bei der Telefonbefragung ergeben“, so Brümmer.

Doch genau diese Telefonbefragung an der 1586 Bad Schwartauer teilgenommen haben, ist aus Sicht der SPD nicht das richtige Bewertungsinstrument. „Wenn man alles zusammenrechnet, die Unterschriftenliste der Bürgerinitiative zum Erhalt der Platanen und die Einträge im Info-Container, ist klar, dass die Bürger die Variante A wünschen. Die Menschen wollen die Platanen erhalten“, argumentierte Uwe Beckmann und bekam dabei auch Unterstützung von Kathrin Faasch. „Uns geht es ganz klar darum, möglichst viele Bäume zu erhalten“, so die Grüne. Björn Frohne (SPD) bewertete die Kompromiss-Lösung eher als eine „abgespeckte C-Variante“ und Peter Seedorf (CDU) sieht B eher als „guten Mittelweg“.

Bei der Wählergemeinschaft Bad Schwartau (WBS) wurde bis zuletzt das Ergebnis kontrovers diskutiert. Fraktionschef Jörg-Reiner Zacharias: „Wir haben uns ein klareres Ergebnis bei der Bürgerbefragung erhofft. Die Variante B hat aber bei den Bürgern die größte Akzeptanz.“ Parteikollege Reimer Fuhrmann hat für das Ergebnis der Telefonbefragung gar kein Verständnis. „Ich verwahre mich gegen diese Art der Befragung. Die Befragung nach einer Zweitstimme war so nicht beschlossen“, monierte Fuhrmann, der dann auch nicht für die Variante B votierte.

Am Ende der Debatte stand aber ein klares Votum. Mit 17:12-Stimmen wurde die Verwaltungsvorlage mit der Variante B auf den Weg gebracht. Bürgermeister Gerd Schuberth: „Ich freue mich, dass eine Entscheidung gefallen ist und wir im nächsten Jahr mit der Umsetzung beginnen können. Keine Frage, die Lösung ist ein Kompromiss.“

Und vermutlich ist diese Entscheidung auch nicht der endgültige Schlussstrich. Denn möglicherweise wird jetzt noch ein Bürgerbegehren angestrebt. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht, aber wir werden weiterkämpfen“, so Bärbel Kessler von der Bürgerinitiative „Rettet die Platanen“.

Varianten & Ergebnis
3 barrierefrei Varianten standen zur Wahl: Variante A ist die Umgestaltung der Markttwiete mit Erhalt möglichst aller Platanen. Variante C sieht eine Neugestaltung ohne Platanen und mit neuen Bäumen vor. Variante B sieht einen Umbau vor, bei dem einige Platanen erhalten bleiben.

1658 Bad Schwartauer wurden am Telefon befragt. Variante C nannten 628 von ihnen (37,9 %) als Favoriten, Variante A 506 (30,5 %) und Variante B 449 (27,1 %). 75 (4,5 %) wollten sich nicht entscheiden. Verteilt man die Zweitstimmen der B-Wähler auf die Entwürfe A und C, liegt Variante C bei 838 Stimmen (50,5 %), A bei 682 (41,1 %). Wertet man Erst- und Zweitstimmen gleich, so kommt Variante A auf 810 Stimmen, B auf 1091 und C auf 966.

Bitterer Beigeschmack
Glückwunsch, Bad Schwartau! Die großangelegte Bürgerbeteiligung mit Info-Container, Foren und Workshops war vorbildhaft. Die Stadtvertretung hat nun entschieden. Die Richtung für die City-Umgestaltung steht. Eigentlich müssten jetzt alle voller Vorfreude sein. Ein neues Kapitel beginnt, die Stadt bekommt eine schöne neue Einkaufsmeile und will so Ikea und anderen Märkten auf der Grünen Wiese Paroli bieten.

Doch die Freude hält sich in Grenzen. Die Politik hat sich für einen Kompromiss mit bitterem Beigeschmack entschieden. Die Stadtvertretung hat die Variante gewählt, die die wenigsten Bürger favorisiert haben. So das Ergebnis der großangelegten Telefonbefragung. Auch viele Stadtvertreter, die für diese Variante gestimmt haben, sind nicht ihrem Geschmack und Herzen gefolgt. Herausgekommen ist ein Kompromiss, der nicht Fisch, nicht Fleisch ist.

Dafür ist diese Entscheidung eine echte Herausforderung für die Planer, die nun weder die gewachsene Platanen-Strukturen noch ein freies Gestaltungsfeld zur Verfügung haben. Gutes Gelingen!

Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 800 Schüler des GaM kamen gestern zu einem Flashmob zusammen.

20.09.2013

Isle Kassner feiert heute im Dana-Pflegeheim am Wiesengrund ihren 100. Geburtstag.

20.09.2013

Schauspielerin Sabine Petzl und Elfenkind Buki animieren Kinder und Eltern gleichermaßen zum gemeinsamen Lesen.

20.09.2013
Anzeige