Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Die Gasschnüffler: Leckagen auf der Spur
Lokales Bad Schwartau Die Gasschnüffler: Leckagen auf der Spur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:24 02.07.2013
Von Sebastian Prey
Einsatz der Gasschnüffler Axel Herberich (l.) und Andreas Szokoll in der Clever Landstraße. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

„Zehn Meter geradeaus und dann etwa in einem Abstand von eineinhalb Metern die Hauswand entlang“, sagt Axel Herberich. Andreas Szokoll folgt den Angaben seines Lotsen, der am Laptop die Rohrleitungspläne vor sich hat, genau. Szokoll schiebt eine Art Staubsauger vor sich her, trägt eine kleine Pressluftflasche auf dem Rücken, und vor seinem Bauch baumelt ein kleiner Kasten. „Das ist ein FID-Gerät“, verrät Szokoll. Im Klartext: ein Gas-Leck- Suchgerät.

Axel Herberich (55) und Andreas Szokoll (56) sind seit knapp zwei Wochen ein Team. Dabei haben Netzmonteur Herberich und Gasaufspürer Szokoll unterschiedliche Arbeitgeber. Lotse Herberich ist Mitarbeiter der Gemeindewerke Stockelsdorf, Szokoll ist Mitarbeiter der Stadtwerke Lübeck. Gemeinsam sind sie derzeit die Gasschnüffler von Stockelsdorf. „Das ist so vorgeschrieben in Deutschland.

Die turnusmäßige Überprüfung des Gasnetzes erfolgt durch Externe, damit nichts gemauschelt wird in punkto Sicherheit“, sagt Matthias Lehmann, der bei den Gemeindewerken im technischen Bereich für das Gas- und Wassernetz verantwortlich zeichnet.

Auf der Grünfläche knapp zehn Meter vor einem Mehrfamilienhaus in der Clever Landstraße fängt das FID-Gerät laut an zu piepen. „Hier muss es eine undichte Stelle in der Leitung geben“, sagt Szokoll gelassen. Die Digitalanzeige am FID-Gerät schnellt von 0 auf 7,4 hoch. „Kein dramatischer Wert und keine unmittelbare Gefahr, aber die Leckage sollte lokalisiert und abgedichtet werden“, sagt Szokoll, der noch mit einer Spezialsonde versucht, die undichte Leitung genauer zu lokalisieren. „Ganz genau lässt sich das aber erst feststellen, wenn die Leitung freigelegt wird“, weiß der Gasaufspürer.

Bei ihren rund 70 Kilometer langen Inspektions-Spaziergängen in den letzten zwei Wochen, die das Duo unter anderem auch ins Stockelsdorfer Gewerbegebiet, nach Curau, Klein Parin und Pohnsdorf führte, hat das FID-Gerät 14 Mal Alarm geschlagen. Wenn die kleine Brenngas-Flamme in dem Gerät durch aufgespürtes Gas im „Staubsauger“ den Alarm auslöst, ist aber nicht immer Gefahr in Verzug. „Das ist eher selten der Fall“, berichtet Lehmann. So wie jetzt in der Ahrensböker Straße. In Höhe des Hauses 10 a wurde morgens um 9.30 Uhr ein bedenklicher Wert ermittelt. Um 10 Uhr lag die Meldung bei Lehmann auf dem Tisch, um 10.30 Uhr rückte schon eine Baufirma an und eine Stunde später war die Leckage lokalisiert und kurze Zeit später abgedichtet.

Die aufgespürten Gas-Leckagen werden in drei Kategorien eingestuft. Bei der Kategorie A besteht sofort Handlungsbedarf, bei B sollte binnen der nächsten vier Wochen eine Maßnahme getroffen werden und bei C sollte die Leckage bis zur nächsten Frostperiode behoben werden. Bei den jetzt 14 Gas-Leckagen im Gemeindegebiet handelt es sich größtenteils um Fälle der Kategorie C. „Das Netz ist insgesamt ordentlich in Schuss“, sagt Matthias Lehmann. Der 46-Jährige schätzt, dass sich die Reparaturkosten auf insgesamt 50 000 Euro belaufen werden.

Das Versorgungsnetz
1926 wurde Stockelsdorf an die Stadtgasversorgung von Lübeck angeschlossen. Die Gemeindewerke Stockelsdorf übernahmen 1957 die Gasversorgung in eigener Regie. 2002 erfolgte die Umgründung des Eigenbetriebes der Gemeinde in die Gemeindewerke Stockelsdorf GmbH, die derzeit um die 4200 Kunden versorgt. Das Leitungsnetz ist rund 150 Kilometer lang und besteht größtenteils aus Nieder- und Mitteldruckleitungen sowie einer etwa acht Kilometer langen Hochdruckleitung zur Hauptstation nach Curau.

Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bad Schwartauer Malerin Renate Straatmann präsentiert ab heute Abend im Rathaus ihrer Heimatstadt aktuelle Werke in einer Ausstellung.

02.07.2013

Am Küsterholz werden viele Besucher erwartet.

02.07.2013

Jetzt sind beide den Führerschein los.

Jennifer Binder 02.07.2013
Anzeige