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Bad Schwartau Die Natur zurückerobert
Lokales Bad Schwartau Die Natur zurückerobert
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20:37 26.05.2018
Henrike und Helmut Jordan betreuen mit anderen Nabu-Mitgliedern die Fläche am Kleikamp. Quelle: Fotos: Sebastian Prey
Bad Schwartau

„Das ist wirklich eine Ausgleichsfläche, wie sie im Buche steht“, sagt Henrike Jordan. Die Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Bad Schwartau guckt regelmäßig mit ihrem Mann Helmut Jordan nach dem Rechten auf dem Areal Am Kleikamp, das vor 15 Jahren als Ausgleichsfläche für das angrenzende Neubaugebiet entstanden ist. „Wenn man die Natur auch mal in Ruhe lässt, dann entwickelt sich schon etwas“, sagt Helmut Jordan. Genau das werde auf dem 1,5 Hektar großen Areal mehr und mehr sichtbar. Zwei Gänsepaare haben unlängst am Teich Quartier bezogen und auch schon gebrütet. „Jetzt habe ich erstmals auch ein Teichhuhn entdecken können“, sagt Jordan erfreut. Ähnlich gut ist die Entwicklung bei den Amphibien. „Es gibt hier die verschiedensten Frösche. Wir warten jetzt nur noch drauf, dass sich auch der Laubfrosch hier ansiedelt“, erklärt Helmut Jordan.

Das ist Natur pur: Auf der Streuobstwiese am Kleikamp sind jede Menge Insekten unterwegs. Eine kleine Herde Schafe hält die Wiese kurz. Im Teich haben sich Frösche und Kröten niedergelassen, und in den Trockenholzhaufen suchen Kleinsäuger regelmäßig Schutz.

Das Areal ist mit zwei Zäunen und einem Vogelschutzgehölz gut geschützt. Henrike Jordan: „Das ist mehr als nur ein Windschutz – auch Rehe oder Hunde können da nicht rüber.“ Damit die Wiese kurz gehalten wird, kommen Schafe von einer Curauer Herde als Naturpfleger zum Einsatz. Die Ausgleichsfläche am Kleikamp wird zudem von zahlreichen Obstbäumen geprägt. „Für den nötigen Schnitt sorgt die Stadt Bad Schwartau, die diese Aufgabe an eine Fremdfirma vergeben hat“, berichtet Henrike Jordan. Die Bäume haben sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt und werden wohl auch in diesem Jahr massenhaft Früchte tragen. „Äpfel, Birnen, Kirschen, Quitten und Pflaumen gibt es hier“, schwärmt Henrike Jordan, die sich beim Anblick der Bäume schon auf die Erntezeit freut. „Wir werden wieder einen Tag zum Selberpflücken anbieten“, kündigt Henrike Jordan an. Zum letzten Erntetag im Herbst 2016 auf der Streuobstwiese am Kleikamp konnte das Nabu-Team rund 200 Besucher begrüßen, die sich gegen eine Spende an den Bäumen bedienten. Am Ende hing keine Quitte oder Apfel mehr am Baum. Henrike Jordan: „Das hat Spaß und etwas in die Kasse gebracht.“

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