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Bad Schwartau Die Rahlf-Behrmann-Ära geht zu Ende
Lokales Bad Schwartau Die Rahlf-Behrmann-Ära geht zu Ende
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20:32 16.04.2018
Brigitte Rahlf-Behrmann hat Stockelsdorf 20 Jahre lang geprägt. Gelassen sieht sie jetzt ihrem Ruhestand entgegen. Quelle: Foto: Doreen Dankert

Die großen Schränke in ihrem Büro sind bereits ausgeräumt. „Das ist schon unglaublich, was sich in den 20 Jahren so angesammelt hat“, sagt sie lächelnd, aber auch ein bisschen nachdenklich. Unter anderem war dort ein Stapel Zeitungsartikel über das, was so alles passiert ist in Stockelsdorf. Es sind Artikel, die die Zeit ein bisschen Revue passieren lassen für die Verwaltungschefin. Artikel, die sie erinnern an Gegenwind, an harte Zeiten, an heftigen Widerstand, aber auch an Zuspruch und Unterstützung, überdurchschnittliches Engagement und an viele Erfolge.

Diese Erfolge und die für sie typische, von Respekt, Höflichkeit und Fairness geprägte Art sind es , die letztlich dafür sorgen, dass Brigitte Rahlf-Behrmann ihrer Nachfolgerin große Fußstapfen hinterlässt.

„Es ist wichtig, dass sie ihren Stil findet“, sagt Brigitte Rahlf-Behrmann zur Person ihrer Nachfolgerin Julia Samtleben. Jeder Bürgermeister, der neu ins Amt kommt, müsse für sich seinen Stil finden. Vor 20 Jahren stand bei Brigitte Rahlf-Behrmann diese Frage an.

Die gebürtige Bad Schwartauerin absolvierte nach der Schule eine Verwaltungsausbildung für den gehobenen Dienst, war 18 Jahre lang in der Bad Schwartauer Verwaltung tätig, bevor sie dann 1987 als Büroleitende Beamtin nach Stockelsdorf wechselte. Mit den Jahren sei ihr schnell klargeworden, „dass ich das, was der Bürgermeister macht, auch kann“, erinnert sie sich. Warum dann also nicht für das Amt des Bürgermeisters kandidieren?

Vier Gegenkandidaten bei der ersten Wahl

Gesagt. Getan. Gewonnen. 1998 war das. Vier Gegenkandidaten hatte sie, damals noch Brigitte Rahlf. Alles Männer, darunter auch der damalige Amtsinhaber. „Ich wusste, dass ich es kann“, sagt sie selbstbewusst. Trotzdem brauchte Brigitte Rahlf-Behrmann damals neben ihrem unerschütterlichen Selbstbewusstsein auch eine ordentliche Portion Mut.

Dass Brigitte Rahlf-Behrmann damals weit und breit die einzige weibliche Bewerberin war für ein Bürgermeisteramt, das war die eine Sache, die seinerzeit für Raunen und Staunen gesorgt hat. Und das auch noch als Parteilose. Aber die andere Sache war die, dass sie es sich zugetraut hat, diesen Job hinzukriegen als alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen, die damals sechs und acht Jahre alt waren. Eine Nachmittagsbetreuung wie heute gab es damals nicht in Stockelsdorf. „Das musste alles organisiert werden mit Tagesmüttern“, erzählt die 65-Jährige, „und das hat auch gut geklappt.“ Ihre Mittagspause hat sich die Bürgermeisterin damals so eingerichtet, „dass ich jeden Tag gekocht habe und mit meinen Kindern gegessen habe, wenn sie aus der Schule gekommen sind. Das war mir wichtig“, erklärt sie und fügt hinzu, „und ich bin stolz auf meine Söhne, sie sind gut geworden, haben eine gute Ausbildung und stehen auf eigenen Füßen.“

Dreimal hat Brigitte Rahlf-Behrmann, die seit 16 Jahren in zweiter Ehe verheiratet ist, die Bürgermeisterwahl in Stockelsdorf gewonnen, die erste knapp in einer Stichwahl, die zweite und dritte jeweils haushoch. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, damals, 1998, den Hut in den Ring zu werfen. „Ich bin dankbar dafür, dass ich dreimal gewählt wurde und dass ich immer neue Erfahrungen machen durfte.“

Erfolge sind

Gemeinschaftsleistungen

Wenn sie die sichtbaren Veränderungen und Erfolge aufzählt wie den Kirchenvorplatz, die Kitas, den Rathausanbau oder die Herrengartenverschönerung, dann betont sie, „dass das immer eine Gemeinschaftsleistung von Verwaltung und Politik ist“.

Und wie es mit dem Abschiedsschmerz? „Meine Kollegen werden ich sehr vermissen“, gesteht Brigitte Rahlf-Behrmann, „aber ich freue mich mittlerweile auf den Ruhestand.“ Alles ist geregelt für die Zeit im Rathaus nach ihr.

Ihr Kalender für die erste Woche im Ruhestand ist trotzdem gefüllt: eine Fahrradtour mit der Bürgerstiftung, ein Kursus bei der Volkshochschule und zweimal Sport beim ATSV. Aus dem öffentlichen Leben will sie sich aber nach ihrer Ära erst einmal zurückziehen. Sie will alles loslassen, sagt sie. Loslassen kostet viel mehr mentale Kraft als das Festhalten. Und genau deshalb wird es Brigitte Rahlf-Behrmann gelingen – das Loslassen.

1.

Juni 2018 – das ist das Datum, zu welchem die künftige Bürgermeisterin von Stockelsdorf,

Julia Samtleben (37, SPD), ihr Amt offiziell antreten wird.

In der Zeit vom 23. April bis zum Amtsantritt von Julia Samtleben werden die Bürgermeister-Angelegenheiten geregelt vom ersten stellvertretenden Bürgermeister Andreas Gurth (CDU) und dem zweiten

stellvertretenden

Bürgermeister

Ralf Labeit (SPD). Bis zur konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl am 6. Mai bleiben Gurth, der nicht mehr bei der Wahl antritt, und Labeit laut Gesetz im Amt des Bürgermeister-Stellvertreters. Die konstituierende Sitzzung der Gemeindevertretung wird in Stockelsdorf nicht vor dem

1. Juni stattfinden.

Von Doreen Dankert

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