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Bad Schwartau Die Werksschließungen werden alle Branchen treffen
Lokales Bad Schwartau Die Werksschließungen werden alle Branchen treffen
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20:41 05.04.2016
„Taxi Schöttler“- Chefin Sabine Martinovs verfolgt genau die Entwicklung bei den Schwartauer Werken. Quelle: Fotos: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Das Vorzeige-Unternehmen der Stadt mit Weltruf ist vor dem Absprung. Um weiter expandieren zu können, erwägt die Geschäftsführung der Schwartauer Werke zwei seiner drei Werke außerhalb der Stadtgrenzen zu verlegen. „Den Weggang werden wir hier alle mit Sicherheit spüren“ , sagt Frank Berger. „Wenn eine Firma dieser Größenordnung geht, bleibt das nun einmal nicht ohne Folgen.“ In seinem Restaurant „Olive“ gebe es regelmäßig auch Geschäftsessen. Persönlich mache er sich keine Sorgen. „Bei mir sind es keine zehn Prozent, aber ein Prozent ist ja auch ein Minus“, sagt Berger. „So eine massive Veränderung ziehe eine Menge nach sich.“

Die Entwicklung bei den Schwartauer Werken verfolgen viele Geschäftsleute in der Stadt mit Sorge. Grund: Umsatzeinbußen werden befürchtet.

Auch Friseurmeisterin Tanja Prüssing vom Salon „Kopfsache“ in der Lübecker Straße rechnet damit, Kunden zu verlieren. „Es kommen schon einige von den Schwartauer Werken zu uns“, berichtet Prüssing, die die Entwicklung insgesamt bedauert. „Das ist einfach schade für Bad Schwartau.“

Nicht besonders überrascht ist Norbert Schneider von der Asklepios Klinik Am Kurpark. „Bei der letzten Erweiterung gab es ja schon Probleme. Bad Schwartau stößt jetzt an seine Grenzen“, sagt Schneider. „Für uns hat das natürlich auch Folgen. Es gibt eine Kooperation zwischen dem Bereich Medical Fitness und den Schwartauer Werken. Damit sich ihre Mitarbeiter fit halten und gesund bleiben, übernimmt die Firma einen Teil der monatlichen Beiträge“, erläutert Schneider. Laut Klaus Ullrich von Medical Fitness nutzen rund 20 Mitarbeiter dieses Angebot.

Björn Steinfeldt vom gleichnamigen Einrichtungshaus verfolgt die Entwicklung bei dem Konfitüren-Hersteller mit großem Interesse. „Wir pflegen schon seit Jahrzehnten Geschäftsbeziehungen mit den Schwartauer Werken. Das reicht von Haushaltswaren bis zu unseren Baumarktangeboten. Nun müssen wir sehen, wie es weitergeht“, so Steinfeldt. Sabine Martinovs von der Firma „Taxi Schöttler“ verfolgt mit Spannung den Standort-Poker zwischen Ostholstein, Lübeck und Mecklenburg-Vorpommern. „Wir sind praktisch täglich für die Schwartauer Werke unterwegs. Wir fahren Geschäftsleitung und viele Kunden zum Flughafen. Da hängt für uns schon etwas dran“, so Martinovs, die aber hofft, dass die Schwartauer Werke auch nach einer Teilverlegung ihrer Werke in der Region auf die Schöttler Taxi-Flotte setzt. „Wir kennen die Gepflogenheiten und die Besonderheiten“, so Martinovs. Auch die Firma Webeco, die 2008 nach Selmsdorf umgesiedelt ist, greift weiter auf die Schöttler-Taxis zurück.

Von Sebastian Prey

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