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Die magische Welt der Maya

Stockelsdorf/Mérida Die magische Welt der Maya

Der Stockelsdorfer Patrick Bormann erzählt von seinem Auslandsjahr in Mexiko.

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Stockelsdorf/Mérida. Nirgends kann man die Geheimnisse der ehemaligen Hochkultur des Maya-Volkes so spüren, wie auf Yucatán. An jeder Ecke stößt man auf Mysterien.

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Der Stockelsdorfer Patrick Bormann erzählt von seinem Auslandsjahr in Mexiko.

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Orte wie die Maya-Ruinen „Uxmal“, „Edzná“ und „Chichen Itzá“, das als eines der neuen sieben Weltwunder gilt, zeugen vom Ausmaß dieser Kultur. Riesige Pyramiden, die nach 1000 Jahren immer noch als solche zu erkennen sind, wurden nach den Sternen ausgerichtet und dienten zur Huldigung der Götter und Opfergaben – und um dem Himmel so nah wie möglich zu sein. Himmelskörper hatten stets eine besondere Bedeutung für die Maya.

Sie wurden schon zu ihrer Zeit als ausgezeichnete Astronomen angesehen. Schon damals deuteten sie die Sterne und stellten viele wissenschaftliche Theorien auf. Gut erkennen kann man ihre Konzentration auf die Verläufe von Sternen und Sonne, wenn man sich die Bauwerke ansieht. Über Jahre und Jahrzehnte wurde der Verlauf der Sonne beobachtet. Steinformationen wurden so errichtet, dass durch Schattenwurf zu bestimmten Zeiten Bilder und Figuren entstehen. Das berühmteste Beispiel dafür ist der „Equinocchio“ bei der Pyramide von „Chichén Itza“. An zwei Tagen des Jahres, nämlich an den beiden Sonnenwenden am 21. März und am 21. September, wird das Licht der Sonne ungefähr um 17 Uhr so geworfen, dass eine Seite der Pyramide komplett in der Sonne liegt und die andere im Schatten.

Die Anordnung der Stufen an der der Sonne zugewandten Seite lässt es allerdings zu, dass ein Streifen Licht auf die schattige Seite fällt. Dieser Streifen beleuchtet einen steinernen Schlangenkopf am Fuß der Pyramide, das restliche Licht zieht sich in einer wellenförmigen Linie nach oben hin – eine Schlange ist also zu sehen, die sich die Pyramide herunterschlängelt. Es ist schon ein sehr seltenes und beeindruckendes Naturschauspiel, das nur durch die besondere mathematische und astronomische Begabung der Maya ermöglicht wurde.

Neben diesen großartigen wissenschaftlichen Tätigkeiten gab natürlich auch schon zu Zeiten der Maya Wege, sich zu amüsieren. Eines dieser Spiele wird jeden Freitagabend im Zentrum Méridas für Touristen nachgestellt. Bei diesem Spiel werden zwei Mannschaften á drei Mann gebildet, die sich gegenüber voneinander aufstellen, während zwischen den beiden Mannschaften ein Ring in ungefähr 2,50 Metern Höhe aufgestellt wird. Früher war dieser Ring aus Stein und direkt an der Wand angebracht. Nun spielen sich die Mannschaften einen Ball zu, der aus Kautschuk besteht. Sie versuchen dabei, ihn durch den Ring zu befördern. Das besondere: Der Ball darf nur mit der Hüfte gespielt werden. Das erfordert viel Training und einen ordentlichen Hüftschwung – es macht wirklich Spaß bei diesem Spiel zuzuschauen, da es etwas völlig anderes ist. Kommunikation ist dabei sehr wichtig und somit auch die Sprache, die bei den Maya auch ein sehr interessantes Thema ist. Viele Menschen auf den Dörfern außerhalb der Hauptstadt Yucatáns, Mérida, in der ich meinen Auslandsaufenthalt verbringe, sprechen immer noch Maya – die offizielle Landessprache ist Spanisch. Es ist ein weiterer Beweis für den Stolz der Yucatecos auf ihre Kultur und Geschichte. Die Sprache der Maya hört sich sehr ungewöhnlich an und ist auch für Mexikaner, die Spanisch als Muttersprache haben, sehr schwer auszusprechen. Dennoch haben einige Phrasen ihren Weg in die spanische Sprache gefunden. Bei Ausdrücken wie „Ko´ox“ (Lass uns gehen!) oder „Ko´ox janal“ (Lass uns essen gehen!) weiß jeder Yucateco, was gemeint ist. Auch „Pe'ek“ (Hund) oder „Tuch“ (Bauchnabel) sind im Sprachgebrauch stark verankert.

Ich lerne eine Kultur kennen, die sehr lebendig und gleichzeitig mysteriös ist, von der man gleichzeitig aber viel lernen kann. Damit sage ich: „Nib óolal! Ta’uláak’ j eel k’iinechi’! (Dankeschön!

Bis Bald!) *Patrick Bormann arbeitet ein Jahr in Mexiko als Englischlehrer

Patrick Bormann

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