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Bad Schwartau Ehefrau getötet: Mann sitzt in U-Haft
Lokales Bad Schwartau Ehefrau getötet: Mann sitzt in U-Haft
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21:55 18.12.2017
Bis in die Abendstunden ist die Spurensicherung in dem kleinen Reihenhaus im Cleverhofer Weg beschäftigt. Quelle: Holger Kröger
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Bad Schwartau

In der Reihen- und Mehrfamilienhaus-Siedlung im Cleverhofer Weg flattert am Tag nach der Gewalttat rot-weißes Absperrband vor dem Hauseingang. Im Briefkasten steckt ein Anzeigenblatt. Vor der Tür steht ein Besen, am Boden liegen Glasscherben von der eingeschlagenen Eingangstür, die jetzt notdürftig mit einer Spanplatte gesichert worden ist. Am Schloss klebt ein Siegel der Polizei. Eine Nachbarin blickt scheu aus dem Fenster. Auch Anwohner, die nicht in unmittelbarer Nachbarschaft leben, sind verunsichert und geschockt von der Bluttat.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von dem Einsatz der Spurensicherung in Bad Schwartau zu sehen.

Laut Obduktionsbericht wurde die 45-jährige Frau am Sonntagvormittag mit mehreren Messerstichen getötet. Nach der Tat kümmerte sich der 50-Jährige um seinen sechsjährigen Sohn. Er brachte das Kind zu dessen Großeltern. Die Eltern des Ehemannes leben im Großraum Hamburg. Zu der Frage, ob der Erstklässler zum Tatzeitpunkt im Hause war, wollte Dr. Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck, gestern keine Angaben machen.

Danach suchte der Familienvater die Polizei auf. Den Beamten erklärte er, seine Frau getötet zu haben. Umgehend wurde die zuständige Polizeileitstelle informiert. Ein Streifenwagen machte sich sofort auf den Weg zum Tatort. Auch die Feuerwehr Bad Schwartau/Rensefeld wurde alarmiert, um die Tür aufzubrechen. Die Beamten inspizierten das Wohnhaus und entdeckten die leblose Frau.

Umgehend wurde das Haus weiträumig abgesperrt. Mehrere Stunden bis in den Abend hinein war die Spurensicherung vor Ort tätig. Mehrere Kripobeamte befragten unterdessen Anwohner in der Nachbarschaft. Viel erfahren haben die Ermittler vermutlich nicht. Die Befragungen dauerten nicht lange, denn bekannt war die Familie nicht. Das Ehepaar war mit seinem Sohn erst vor einem halben Jahr aus Hamburg nach Bad Schwartau gezogen.

Ungewöhnlich scheint eine Nachricht neben der Haustürklingel. Auf einem Zettel stand mit ordentlicher Handschrift geschrieben: „Hallo A..., hatte leider keine Telefonnummer und wir mussten dringend weg. Tut mir leid.“ Möglicherweise hat der 50-Jährige die Nachricht verfasst, bevor er sich mit seinem Sohn auf den Weg nach Hamburg machte.

Inzwischen wurde Untersuchungshaftbefehl wegen Verdachts des Totschlags gegen den 50-Jährigen erlassen. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft hat der Tatverdächtige in einer polizeilichen Vernehmung eingeräumt, seine Ehefrau umgebracht zu haben.

Von Sebastian Prey

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