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Bad Schwartau Ehemaliges Amtsgericht: Oldenburger erarbeiten Konzept
Lokales Bad Schwartau Ehemaliges Amtsgericht: Oldenburger erarbeiten Konzept
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09:19 08.03.2016
Amtsgericht: Hier werden derzeit nur noch tausende Akten gelagert. Bald soll es saniert werden und wieder Leben einkehren. Quelle: Fotos: Irene Burow(2), Ben

Die Planungen für das ehemalige Amtsgericht werden konkreter: Die Vorbereitungen für die Sanierung des historischen Gebäudes sowie die Umgestaltung des Areals samt Nachbargrundstücken übernehmen die Architekten und Stadtplaner von Ewers, Dörnen + Partner GmbH in Oldenburg. Dafür hat sich der Hauptausschuss ausgesprochen.

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Die Planungen für das ehemalige Amtsgericht werden konkreter: Die Vorbereitungen für die Sanierung des historischen Gebäudes sowie die Umgestaltung des Areals samt ...

„Das Gebäude hat einen hohen repräsentativen Anspruch.“Torsten Ewers, Architekt und Stadtplaner

Zwei Planungsbüros haben sich dem Gremium vorgestellt. Dabei wurde klar: Ein Spaziergang wird das nicht. „Man muss mit einem deutlichen Sanierungsaufwand rechnen“, sagte der Architekt Torsten Ewers.

Er rechne mit einem „mittleren Schadensausmaß“, vor allem mit erheblichen Holzschäden. Das hat eine erste optische Untersuchung ergeben. „Es macht keinen Sinn, die Bausubstanz anzutasten. Es muss eine Nutzung gefunden werden, die sich in die bestehende Struktur einfügt.“ Deshalb sei es „schwerlich für jegliche Nutzung zu gebrauchen“. Andererseits würde man auf den Status eines Rohbaus zurückgehen, was mit dem Denkmalschutz kollidiere.

Für das Areal rund um das Gerichtsgebäude brachte er gemeinsam mit seinem Kollegen Jürgen Ruoff erste Vorschläge hervor. Zum Beispiel gehörte ein Hotel dazu sowie das Areal in Richtung Tankstelle samt Autohaus. „Eine Anbindung an Shell sehe ich nicht“, machte Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) sogleich deutlich. „Wir wollen einen Zeitrahmen einhalten und uns auf das beschränken, was möglich ist.“ Auch ein Hotel hält er nicht für tragfähig. „Es müsste mindestens zwei Busladungen aufnehmen können. Wir sind hier nicht in Lübeck.“

Die Entscheidung fiel vermutlich dennoch zugunsten dieses Büros aus, weil es wie gewünscht erste Ideen für das ganze Areal präsentierte. Zudem sind die Erfahrungen mit historischer Bausubstanz nicht von der Hand zu weisen: Unter anderem gehört das Eutiner Schloss zu den Referenzobjekten, die Sanierung der Feldsteinkirche in Ratekau und mit dem Kloster Nütschau bei Bad Oldesloe das nördlichste Benediktinerkloster Deutschlands.

Zur Enttäuschung einiger Ausschussmitglieder wurden noch keine Kostenschätzungen abgegeben. Dafür sei es noch zu früh, stellte Bauamtsleiter Thomas Sablowski klar. Nur soviel ließ der Architekt Torsten Ewers durchblicken: „Wir gelten manchmal als teuer.“ Das Gebäude habe aber auch ein großes Volumen und entsprechende Schäden. Er betonte aber auch: „Das Projekt hat einen hohen repräsentativen Anspruch mit großem Charme.“ Letztlich sei es wichtig, „was genau saniert werden muss. Das ist für die endgültige Kaufentscheidung wichtig“, so Carsten Dyck (CDU). „Es ist die einmalige Gelegenheit, das gesamte Areal zu betrachten“, betonte seine Fraktionskollegin Ellen Brümmer. Das Büro wird nun ein Investitions-, Nutzungs- und Betreiberkonzept erarbeiten. Vieles soll möglichst untergebracht werden: Touristinfo, ein Bürgerservice mit sämtlichen Beratungsstellen, Platz für Vereine, ein Trauzimmer, das Museum, zudem Raum für Kunst, Kultur und Projekte. Die Idee eines kleinen Museumscafés schien dabei nicht abwegig. „Mit Gastronomie habe ich große Bauchschmerzen“, sagte Hans-Peter Pahlke (SPD). „In Form eines Cafés sehe ich schon Bedarf“, so Kathrin Faasch (Grüne).

Seit 2009 wird das Gericht nicht mehr genutzt. Die Stadt erwägt, es vom Land zu kaufen. Der Wert wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein ist dabei, ein neues Gutachten zu erstellen.

Von Irene Burow

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