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Bad Schwartau Ein Anruf-Bus für mehr Mobilität auf den Dörfern
Lokales Bad Schwartau Ein Anruf-Bus für mehr Mobilität auf den Dörfern
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20:27 02.11.2017
Rund 150 Bürger kamen zur Info-Veranstaltung in den „Dissauer Hof“: Sie wollten hören, welche Ideen es gibt, um den ÖPNV insbesondere in den Dorfschaften zu verbessern. Quelle: Foto: Dd
Dissau

Fakt ist, in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) in der Großgemeinde so gut wie nichts verändert. Gerade, wer in einer Dorfschaft lebt und auf ein Auto verzichten will oder muss und stattdessen auf einen Bus setzt, der hat zuweilen schlechte Karten. Ganz besonders außerhalb der Schulbuszeiten, abends und an den Wochenenden.

„Die Politik ist bereit, dafür auch Geld in die Hand zu nehmen. Brigitte Rahlf-Behrmann Bürgermeisterin

Verändert haben sich allerdings die Umstände und die Bedürfnisse der Bürger in Sachen Mobilität. Und das offenbar in einem stärkeren Ausmaß als gedacht. Sichtbar wird das an der Resonanz dieser Veranstaltung. „Ich habe mit 20 oder 30 Leuten gerechnet“, sagt Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, „aber das freut mich, dass so viele da sind, mit dem Thema haben wir wohl den Nerv getroffen.“

Bereits seit zwei Jahren beschäftigen sich Politik und Verwaltung intern mit dem Thema ÖPNV, so die Bürgermeisterin, die auch Handlungsbedarf sieht. Mit ins Boot geholt für die Weiterentwicklung des ÖPNV-Konzeptes wurden der Ingenieur Stefan Luft vom Lübecker Planungsbüro Urbanus sowie Horst Weppler, der Fachdienstleiter für Regionale Planung des Kreises Ostholstein.

Ziel sei es perspektivisch , so Stefan Luft, „die Zahl der Fahrten mit dem Auto zu reduzieren und eine Grundversorgung mit dem Bus sicherzustellen“. Das, was über die Grundversorgung – also mehr oder weniger der aktuelle Ist-Stand an Busverbindungen auf dem Land – hinausgeht, müsse durch andere Beförderungsvarianten abgedeckt werden. Stefan Luft führt den Bürgerbus ins Feld, „dieser Bürgerbus hat Charme und wird ehrenamtlich organisiert“. Den Bürgerbus sieht Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann allerdings „skeptisch, weil er auf ehrenamtlicher Basis organisiert werden muss“.

Anklang bei der Rathauschefin und auch bei den Bürgern fand hingegen die Idee vom Anruf-Bus, in einem Modellprojekt im Norden des Kreises getestet wird. Dieser Kleinbus fährt außerhalb der Grundversorgungs-Fahrzeiten – und zwar nach Bedarf. Eine Stunde vorher muss man diesen Bus anrufen, um zum Beispiel von Obernwohlde nach Stockelsdorf zu kommen oder umgekehrt. Zum üblichen Bustarif kommt dann jeweils ein Euro „Komfortzuschlag“.

Auch und gerade am Wochenende und in den Ferien soll dieser Anruf-Bus zum Einsatz kommen. Und die Schüler-Monatstickets seien auch für so einen Anruf-Bus gültig, so Weppler. Das könnte Eltern entlasten, die bislang die Fahrt ihrer Kinder außerhalb der Schulzeiten zum Training, zu Sportveranstaltungen, Musikunterricht oder zu Freunden selbst organisieren mussten.

Grundsätzlich, darauf wies Weppler die Bürger noch einmal hin, „haben wir keine beschränkten Schulbussse, so dass jeder Bürger in einem Schulbus mitfahren darf.“

In diesem Zusammenhang wies Erhardt Neu, Dorfvorsteher von Obernwohlde, eindringlich darauf hin, „dass eine große Anzahl von Kindern aus der Gemeinde in Bad Schwartau zu Schule geht. Und hier muss unbedingt eine Lösung gefunden werden.“

Bei allen anstehenden Veränderungen in Sachen Nahverkehr sei so viel aber schon mal klar, sagt Stefan Luft: „Die drei Orte an den Hauptlinien Curau, Pohnsdorf und Eckhorst profitieren auf jeden Fall.“

Und der Anruf-Bus, so Weppler könnte für Stockelsdorf schon im nächsten Jahr Wirklichkeit werden. Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, die im April 2018 in den Ruhestand geht, will das Thema ÖPNV keinesfalls auf die lange Bank schieben. „Meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin will ich ein geordnetes Konzept übergeben.“ Und die Politik sei bereit, so die Bürgermeisterin, für einen entsprechend verbesserten ÖPNV „auch Geld dafür in die Hand zu nehmen“.

Von Doreen Dankert

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