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Bad Schwartau Ein Hobby für sehr Geduldige
Lokales Bad Schwartau Ein Hobby für sehr Geduldige
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19:14 04.11.2017
Was die Faszination im Modellbau ausmacht, davon konnten sich die Besucher gestern bei der großen Modellbauausstellung in Bad Schwartau überzeugen. Jahrelange Kleinarbeit steckt in den präsentierten Modellen. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Peter Lehmann wollte einfach nur mal gucken. Er wollte mal sehen, wie das aussieht, was sein Nachbar Wolfgang Kleppsch, Mitglied in der Modell-Bau-Gemeinschaft Bad Schwartau (MBG), in seiner Freizeit so bastelt – so, wie alle anderen, die gestern ihre Schätze der Öffentlichkeit präsentiert haben. „Ich bin begeistert“, erklärte Lehmann, „das ist wirklich eine tolle Ausstellung, und man sieht, dass die Modellbauer alle ganz viel Herzblut in ihr Hobby stecken.“

Dutzende von Schiffen, Trucks und anderen Fahrzeugen im detailgetreuen Kleinformat gab es gestern zu bestaunen. Die Krummlandhalle und die Mensa der ESG wurden zum Mekka der Modellbaufreunde. Rund 500 Besucher kamen zur Ausstellung.

Wolfgang Kleppsch ist angetreten mit einem inzwischen schon etwas verrußten Fischkutter, auf dem es ab und zu mal brennt, und mit einem Feuerlöschboot, das Kleppsch extra gebaut hat, um das Feuer auf dem Kutter zu löschen.

„Und das Feuer ist immer echt“, schilderte der Modellbauer. Per Fernbedienung wird es erzeugt, wenn ein kleiner Draht aus einem Toaster den in Wachs getauchten Jeansfetzen unter Deck zum Lodern bringt. Allerdings nur, wenn der Kutter unterwegs ist auf dem Wasser. Auf dem Godewindteich in Travemünde oder auf dem Moorwischteich in Bad Schwartau, dem Vereinsteich der MBG. Hier in der Ausstellungshalle ist offenes Feuer verboten, so Kleppsch.

Mit der gestrigen Ausstellung hat die MBG auch gleich ein bisschen ihr 40-jähriges Jubiläum gefeiert. „Das gesellige Zusammensein mit allen Mitgliedern und den Partnern gibt es dann etwas später bei einem gemeinsamen Essen“, kündigte der erste Vorsitzende des Vereins, Knud Hildebrand, an.

Bei der Präsentation der Modelle ging es in erster Linie darum, zu zeigen, was Modellbau eigentlich bedeutet – nämlich eine Beschäftigung, die eine große Liebe zum Detail und sehr viel Geduld erfordert. Das konnten die Besucher in den Gesprächen mit den Ausstellern erfahren. Hennig Bonn, ein Student der Biomedizintechnik und mit seinen 19 Jahren eines der jüngsten Mitglieder in der MBG, brachte zum Beispiel ein noch unfertiges Modell des Doppeldeckerbusses aus Travemünde mit. „Ich denke, in zwei Jahren wird er fertig sein“, sagte Bonn. Manche Modellbauer brauchten noch viel länger, bis ihre Modelle einsatzfähig waren.

„Alles, was hier ausgestellt ist“, erklärte Knud Hildebrand, „das ist nicht nur zum Angucken, sondern kommt tatsächlich zum Einsatz.“ Und da sich die Mitglieder der MBG auf Schiffe und Segelboote spezialisiert haben, sind diese Modelle tatsächlich häufiger auf dem Wasser zu finden. „Allerdings nicht auf Salzwasser, denn das greift zu sehr das Metall an“, erläuterte Hildebrand. Horst Druse ist das aber egal, er lässt sein 45 Jahre altes Segelboot immer wieder auf der Trave fahren – und muss dafür dann etwas mehr Zeit in die Wartung investieren. „Aber das macht mir eben sehr viel Freude.“

 Von Doreen Dankert

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